Unwetter in den Alpen | Großeinsatz in Bayern – Person in der reißenden Donau gesichtet
In Europa drohen wegen Unwettern Überflutungen, Hochwasser und Erdrutsche. In Deutschland ist Bayern betroffen. Die neuesten Entwicklungen lesen Sie hier.In Süddeutschland drohen Dauerregen und Überschwemmungen. Besonders im Alpenraum besteht lokal die Gefahr, dass es zu Überflutungen und Erdrutschen kommt. Erst vor wenigen Tagen hatten heftige Unwetter im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewütet. Auch andere europäische Länder sind betroffen. Alle neuen Entwicklungen lesen Sie hier.Hochwasser in Österreich: Pegelstände sinken, Verkehr eingeschränktDienstag, 10.58 Uhr: Nach den heftigen Regenfällen in Teilen Österreichs hat sich die Hochwasserlage leicht entspannt. Wie die Behörden am Dienstag berichteten, sind viele Pegelstände gesunken. Auch der Regen hat aufgehört. Die Zivilschutzwarnungen für zwei Regionen in Tirol wurden aufgehoben. Fast alle Gemeinden im Ötztal waren per Auto wieder erreichbar, allerdings noch nicht der Hauptort Sölden am Ende des Tals. Am Montag war die Bundesstraße durch das Tal gesperrt worden.Verletzt wurde bei dem Hochwasser niemand. Teils hatten die Pegel einen Stand wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Felder wurden überschwemmt, im Zillertal führte der Ziller gewaltige Wassermassen. In einigen Regionen waren am Dienstag noch Straßen gesperrt. Auch die Brennerbahnstrecke ist aufgrund eines Murenabganges zwischen Innsbruck und Brenner bis voraussichtlich Dienstagabend nicht befahrbarHochwassergefahr bleibtDienstag, 10.49 Uhr: Vor allem gegen Ende der Woche scheint sich die Wetterlage in Deutschland etwas zu entspannen. Dennoch ist weiter Vorsicht geboten: In den kommenden Tagen regnet es mitunter noch stark, in Flussnähe besteht weiterhin Hochwassergefahr. Mehr zum aktuellen Wetter erfahren Sie hier.Person in der reißenden Donau vermisstDienstag, 2 Uhr: Ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde am Montagabend nach Vohburg an der Donau in Bayern alarmiert. Eine Person – womöglich von einem naheliegenden Campingplatz – wurde im reißenden Wasser des Flusses gesichtet.Die Besatzungen suchten mit insgesamt acht Booten auf einer Strecke von 10 bis 15 Kilometern den Fluss nach der Person ab. Die Donau führt wegen des derzeitigen Starkregens Hochwasser. Der Fluss hat deswegen Fließgeschwindigkeiten von bis zu 30 Kilometer pro Stunde. Aufgrund der Sicherheit war es nicht möglich, Wasser- oder Strömungsretter zum Einsatz zu bringen. Nach mehreren Stunden brachen die Wasserretter die Suche aufgrund der hohen Strömung ab.Südlich der Donau muss an den Zuflüssen von der Iller bis zur Isar weiterhin stellenweise mit kleinen Ausuferungen in der Nacht gerechnet werden, ebenso an der oberen Donau, wie es im Hochwasserlagebericht weiter hieß. In Passau nähere sich der Scheitelbereich der höchsten Meldestufe. Am Mittwoch sei mit weiteren Anstiegen der Pegel an der Donau zu rechnen.Hochwasser in Bayern: Hier steigen die Pegel weiterDienstag, 1.18 Uhr: Seit dem Wochenende prasseln massive Regenmengen auf Bayern hinab: Die Pegel der Flüsse sind deshalb teils stark angestiegen – am Inn hat sich die Hochwasserlage jedoch etwas beruhigt. Dafür machen die Pegelstände an einem anderen bayerischen Fluss den Experten nun Sorgen. Die Hochwasserlage in Bayern im Überblick.Zwei deutsche Segler nach Mallorca-Unwetter vermisstMontag, 22.45 Uhr: Zwei deutsche Segler sind nach dem Unwetter vom Sonntag auf Mallorca als vermisst gemeldet worden. Es handele sich um einen 50 Jahre alten Mann und dessen 19-jährigen Sohn, teilt der spanische Seerettungsdienst mit. An der Suche am sogenannten Kanal von Menorca zwischen der gleichnamigen Balearen-Insel und Mallorca nahmen den amtlichen Angaben zufolge zwei Rettungsschiffe und ein Hubschrauber teil.Die beiden Männer seien am Sonntag im Segelboot "Makan Angin" von Cala Galdana auf Menorca nach Cala D'Or an der Südostküste von Mallorca unterwegs gewesen. Der Kontakt zu ihnen sei bereits am Sonntag gegen zehn Uhr morgens abgebrochen, hieß es. Nahestehende Personen hätten die Behörden von Deutschland aus erst am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr benachrichtigt, hieß es. Ob es sich bei den beiden Vermissten um Touristen oder um auf den Balearen wohnende Deutsche handelt, ist noch nicht bekannt.Luftretter der BRK-Wasserwacht in erhöhter AlarmbereitschaftMontag, 20 Uhr: Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat angesichts des langanhaltenden Regens nach eigenen Angaben ihre rund 60 Luftrettungsspezialisten in Alarmbereitschaft versetzt. Für die Gruppe gelte nun Alarmstufe zwei von drei, teilte das Rote Kreuz am Montag mit. Damit sollen die Kräfte in längstens 180 Minuten an einem zugehörigen Luftrettungsstandort einsatzbereit sein. Die Luftrettungsspezialisten sind bundesweit an sechs Standorten tätig und werden bei Hochwasserlagen eingesetzt.Alarmstufe eins gelte zudem für die Wasserrettungszüge Oberbayern, Franken und Ostbayern. Ein Wasserrettungszug besteht unter anderem aus Boots- und Tauchereinheiten. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Rettung von Menschen und Tieren, die Vermisstensuche und die Absicherung von Einsatzkräften. Bei Bedarf könnten zwei weitere Wasserrettungszüge sowie mehr als 250 Schnelleinsatzgruppen in Bayern angefordert werden.Unwetter in Norditalien: Flutschutztore in Venedig aktiviertMontag, 19.45 Uhr: Norditalien ist am Montag erneut von schweren Unwettern heimgesucht worden. Insbesondere die Region Lombardei mit der Metropole Mailand sowie Ligurien und Piemont sind von heftigen Regenfällen, Hagel sowie starkem Wind betroffen gewesen. Die Unwetter sorgten in den Regionen teils für Chaos – leichte Überschwemmungen und Erdrutsche sowie Stromausfälle waren die Folge. Durch Regen, starken Wind und hohen Wellengang erwartet außerdem die Lagunenstadt Venedig Hochwasser und fährt ihre Flutschutztore aus.Der Pegel sollte dort am Montagabend einen Stand von etwa einem Meter über dem Normalstand erreichen, wie die Kommune mitteilte. Am Abend begann Venedig daher, den Mechanismus für Flutschutz, abgekürzt "Mose", auszufahren. Das System aus 78 gelben, an drei Zugängen zur Lagune installierten Klappen ist seit 2020 in Betrieb. Vor allem im Herbst, wenn Regen und Stürme die Wasserstände steigen lassen, fährt Venedig das milliardenschwere Bauwerk hoch. Seitdem wurden größere Hochwasser in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt vermieden.Das Salzwasser des Meeres ist ein Problem für die historischen Bauwerke, vor allem für die Mosaike und Fresken an Kirchen. Eine größere Hochwasserlage gab es zuletzt 2019, als ein Pegelstand von 187 Zentimetern über dem Normalwert gemessen wurde. Das historische Jahrhunderthochwasser in Venedig ist auf das Jahr 1966 datiert, damals schwoll das Wasser auf 194 Zentimeter an.In Rosenheim Wege überflutetMontag, 19.07 Uhr: Auch am Abend mussten sich vor allem am Inn Anwohner auf Überschwemmungen einstellen. In Mühldorf am Inn war die Lage am Abend laut Zeugenbericht zunächst noch relativ entspannt. Der Regen hatte nachgelassen, der Uferweg war sicherheitshalber gesperrt. Die Stadtverwaltung dort teilte am Montag mit, es würden notwendige Vorkehrungen auf Basis des zugehörigen Einsatzplans getroffen.Im gesamten Alpenraum wurde weiterer Regen erwartet, mit steigenden Wasserständen an der Iller in Kempten, an der Isar und an der Loisach. Hier wurde die Meldestufe eins erwartet.In Rosenheim waren nach Angaben der Stadtverwaltung am Nachmittag Fahrrad- und Gehwege in der Nähe von Mangfall und Inn schon überflutet. Das dortige Wasserwirtschaftsamt erwartete am Nachmittag, dass der Inn seinen Höchststand nach Mitternacht erreicht. "Momentan gehen wir davon aus, dass die Hochwasserlage zwar angespannt, aber stabil verläuft", sagte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU). "Die Situation kann sich allerdings stündlich ändern."Millionenschaden nach UnwetternMontag, 19 Uhr: Zerbeulte Autos, geborstene Scheiben, zersplitterte Solarpaneele und teils komplett zerstörte Dächer: Am dritten Tag nach dem Unwetter mit teils tennisballgroßen Hagelkörnern in Bad Bayersoien im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bietet sich ein Bild der Zerstörung.Die Arbeiten dort wie im ebenfalls stark betroffenen Benediktbeuern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen konzentrierten sich am Montag auf die Sicherung beschädigter Dächer. Teils schüttete es weiter wie aus Eimern. Hunderte Einsatzkräfte von THW, Bayerischem Rotem Kreuz, Feuerwehr und Bergwacht waren dabei, mithilfe von Kränen Folien und notdürftige Abdeckungen anzubringen – eine gefährliche Arbeit auf den regennassen Dächern mit eingebrochenen Schindeln. Auf manchen Dächern lagen bereits hellblaue und hellgrünen Folien, auf anderen wurde noch gearbeitet."Wir haben im Dorf knapp 400 Häuser. Davon sind bestimmt 370 betroffen. Teilweise ist auf den Dächern kein Dachziegel mehr ganz", sagte die Bürgermeisterin von Bad Bayersoien, Gisela Kieweg. Autos, die nicht in Carports oder Garagen standen, seien durchweg beschädigt. Auch am Montag galt in der Region der Katastrophenfall.Starkregen und Stürme fegen über den Westen SloweniensMontag, 18.50 Uhr: Starke Regenfälle und Stürme sind aus Italien kommend am Montag über die Adria-Küste und den Westen Sloweniens hinweggefegt. In der Küstenstadt Koper rissen die Windböen die Dächer eines Stadions und einer Schule weg, berichtete die Nachrichtenagentur STA. In der Grenzstadt Tolmin standen Häuser und Keller unter Wasser.Das Unwetter zog weiter nach Nord- und Zentral-Slowenien. Zu Monatsbeginn hatten dort sintflutartige Regenfälle eine Überschwemmungskatastrophe von historischem Ausmaß ausgelöst. Die slowenische Regierung schätzt deren Schäden inzwischen auf fünf Milliarden Euro.Warnung vor weiteren Überschwemmungen in BayernMontag, 16.01 Uhr: Vor allem am Inn müssen sich Anwohner laut Hochwassernachrichtendienst in den kommenden Stunden auf Überschwemmungen einstellen. Für die Landkreise Mühldorf am Inn und Rosenheim sowie für die Stadt Rosenheim galt am Montag eine entsprechende Warnung für bebaute Gebiete. In Wasserburg am Inn könne sogar die höchste Meldestufe vier überschritten werden.Auch an der Donau warnte der Hochwassernachrichtendienst vor Ausuferungen – zunächst aber vor allem abseits bebauter Gebiete. Doch auch dort sei ein Anstieg der Pegel bis zur Meldestufe drei möglich.Der Dauerregen in Bayerns Süden ging unterdessen weiter. Der Deutsche Wetterdienst warnt noch bis zum Dienstagabend vor Dauerregen in der Südhälfte des Freistaats und in der Oberpfalz.Heftige Niederschläge in Tirol: Tausende Feuerwehrleute im EinsatzMontag, 15.58 Uhr: Heftige Regenfälle haben im österreichischen Bundesland Tirol lokal zu Pegelständen bei Bächen und Flüssen geführt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gerade das Ötztal sei betroffen, einige Gemeinden seien nicht mehr erreichbar, sagte Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) am Montag in Innsbruck. Im Zillertal führte die Ziller gewaltige Wassermassen. Insgesamt seien rund 4.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Es kam vielerorts zu lokalen Überflutungen und zu Verkehrsbehinderungen auch im Bahnverkehr.Dank der Warnungen der Meteorologen sei man nicht unvorbereitet gewesen, so Mattle. So sei in der Landeshauptstadt Innsbruck die mobile Hochwasserschutzwand frühzeitig installiert worden. Die Schlechtwetterfront sei schneller abgezogen als erwartet, sagte der Landeschef weiter. Damit zeichne sich zumindest eine leichte Entspannung ab. "Wir sind vermutlich mit einem blauen Auge davon gekommen." Sehr hilfreich in dieser Situation seien die vor Jahren gebauten Stauseen gewesen, die das Wasser speichern könnten.Erdrutsch in Südfrankreich legt Zugverkehr lahmMontag, 9.55 Uhr: Ein Erdrutsch in Südfrankreich hat einen Teil des Schienen- und Straßenverkehrs nahe der italienischen Grenze lahmgelegt. Man arbeite daran, den Verkehr in dem Gebiet in Savoyen, so schnell es gehe, wieder zu ermöglichen, schrieb Frankreichs beigeordneter Verkehrsminister Clément Beaune am Montag auf X, vormals Twitter.Die Rückkehr zur Normalität werde aber einige Tage dauern. Das Bahnunternehmen SNCF teilte mit, mindestens bis Mittwoch würden zwischen Saint-Jean-de-Maurienne und Modane keine Züge verkehren. Die Orte liegen östlich von Grenoble und an der Strecke Richtung Turin.Auf Bildern war bei dem Erdrutsch eine riesige Staubwolke zu sehen. Der Sender France 3 berichtete unter Verweis auf die Präfektur, Felsbrocken mit einem Volumen von etwa 700 Kubikmetern seien am Sonntag in die Schutzvorrichtung eingeschlagen. Der SNCF zufolge kam es in der Nacht zu Montag zu weiteren Erdrutschen.Dauerregen geht weiter: Hochwassergefahr in BayernMontag, 8.59 Uhr: Der Dauerregen in Bayerns Süden geht weiter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Montag vor Dauerregen in der Südhälfte des Freistaats und in der Oberpfalz bis zum Dienstag. An den Alpen gebe es Unwetter durch Dauerregen, der extrem ergiebig sei, hieß es. Die Temperaturen sollen unter der 20-Grad-Marke bleiben. Auch für Dienstag wird regnerisches und kühles Wetter im Freistaat erwartet.Wegen des Dauerregens warnten die Wasserwirtschaftsämter vor Hochwassergefahr in einigen Kommunen: Betroffen sind demnach die Stadt Ingolstadt, die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a.d. Ilm und Mühldorf am Inn sowie die Stadt und der Landkreis Rosenheim. Auch für große Teile Sachsen warnt der DWD vor anhaltendem Regen unterschiedlicher Intensität.Verletzte und Schäden nach Unwettern in SüdbayernMontag, 7 Uhr: Ein zerstörtes Festzelt, ein abgedecktes Seniorenzentrum, eine durch Hagelkörner zerstörte Fassade und viele Verletzte: Unwetter haben am Wochenende im Süden Bayerns für Verwüstung gesorgt. Zwölf Menschen wurden am Samstag in Kissing bei Augsburg beim Aufbau eines Bierzeltes verletzt. Sechs von ihnen schwer, wie die Polizei mitteilte. Das Zelt sei von einer Windböe erfasst worden. Rund 30 Menschen hätten versucht, es festzuhalten.Ebenfalls in Kissing zeigte sich ein Trümmerfeld aus Holzlatten. Hier hatte der Wind offensichtlich das Dach eines Seniorenheimes abgedeckt. Die Holzlatten lagen verteilt auf dem Parkplatz vor dem Gebäude. Laut Bayerischem Roten Kreuz mussten rund 100 Seniorinnen und Senioren in Sicherheit gebracht werden. An der Fassade eines Mehrfamilienhauses in Kissing hinterließ der Hagel deutlich sichtbare Schäden.Die Polizei berichtete von Fußgängern, die von Hagelkörnern verletzt worden seien. Eine ältere Dame sei wegen des Hagels gestürzt. Mit Schneeschaufeln wurden die Hagelkörner von Gehwegen geschaufelt. Die Einsatzkräfte waren auch mit vielen vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen beschäftigt. Einige Bäume seien auf geparkte Autos gestürzt.
