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Tesla-Krise: Minus 13 Prozent verkaufte Autos – was dahintersteckt

Tesla befindet sich in einer schweren Krise: Der Autobauer verzeichnet im ersten Quartal 2025 deutliche Rückgänge bei Fahrzeugauslieferungen und Produktion. Die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge ist bei Tesla im ersten Quartal weltweit massiv gesunken: Statt der prognostizierten rund 390.000 Fahrzeuge waren es in den Monaten Januar bis März nur 336.681 – im Vorjahreszeitraum waren es noch 386.783. Das ergibt ein dickes Minus von 13 Prozent. Nach Angaben der "Financial Times" ist es das schwächste Quartal seit 2022. Auch die Zahl der produzierten Fahrzeuge sank von 433.371 auf 362.615 Autos – 16 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vorhergesagt waren 421.150. Ein erhebliches Minus, allerdings nicht ganz überraschend. Spürbare Rückgänge in den ersten Monaten Schon vorher waren die ersten Zahlen für den Monat März aus einzelnen Ländern durchgesickert: Nach Daten des chinesischen Automobilverbandes CPCA sanken die Verkäufe im März in China um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf knapp 79.000 Fahrzeuge. Im ersten Quartal verkaufte Tesla mit knapp 173.000 Stück gut ein Fünftel weniger seiner in China produzierten Autos, die zum Teil nach Europa exportiert werden. In Frankreich , Teslas zweitgrößtem europäischen Markt, gab es im vergangenen Monat einen Rückgang um fast 37 Prozent auf 3.157 verkaufte Elektroautos. In Schweden verzeichnete Tesla ein Minus von 64 Prozent (911 Auslieferungen). Auch in Dänemark und den Niederlanden fand Tesla fast zwei Drittel weniger Abnehmer. Norwegen allerdings lag mit rund 2.200 von Tesla verkauften Elektroautos nur ein Prozent unter dem Vorjahresmonat. Für Deutschland gibt es für den März oder das erste Quartal bislang keine detaillierten Zahlen, doch schon die Werte für den Februar waren drastisch: Gerade einmal 1.429 Tesla-Modelle wurden neu zugelassen – ein Minus von 76,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat (6.038 Fahrzeuge). In den ersten beiden Monaten des Jahres hatten sich in der Europäischen Union die Neuzulassungen nach Daten des Herstellerverbandes ACEA bei Tesla auf gut 19.000 Fahrzeuge halbiert – während die Neuzulassungen von E-Autos in der EU seit Jahresbeginn insgesamt um über ein Viertel auf 255.489 zugelegt haben . Der Autobauer wollte in diesem Jahr den Absatz steigern, nachdem er im vergangenen Jahr den ersten Rückgang seiner Geschichte erlebt hatte. Auch die einst hochgejubelte Tesla-Aktie hat seit dem Machtwechsel in den USA Federn gelassen, mit einem Rückgang um 35 Prozent seit Jahresbeginn. Mehrere Tesla-Insider wie der langjährige Musk-Vertraute James Murdoch, Musks Bruder Kimbal und die Vorsitzende des Tesla-Verwaltungsrats Robyn Denholm hatten sich von millionenschweren Aktienpaketen getrennt . Der schwedische Versicherungskonzern Folksam hat seine gesamten Anteile an Tesla veräußert – wegen Teslas Umgang mit den Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechten seiner Mitarbeiter. Die Gründe hinter dem Tesla-Debakel Musks prominente Rolle in der Administration von US-Präsident Donald Trump als rigoroser Bekämpfer staatlicher Bürokratie und seine Beifallsbekundungen für rechtsextreme Parteien in Europa sind Analysten zufolge ein belastender Faktor für das Unternehmen. Abhik Mukherjee und Liz Lee, Branchenexperten vom Beratungsunternehmen Counterpoint: "Sein öffentliches Image hat Schaden genommen aufgrund der politischen Positionierung von CEO Elon Musk , was unter anderem in den USA und Europa zu einer spürbaren Gegenreaktion der Verbraucher geführt hat." Dies sei ein "Eigentor" für Tesla. Im Gespräch mit t-online sagte der Marketing-Experte Marcus Hoffmann: "Musk hat den Absprung nicht geschafft." Was dahintersteckt: Bei Tesla sind Musk als Person und die Marke an sich so stark verschmolzen, dass ein ramponiertes Image von Musk auch automatisch auf das Automobilunternehmen abfärbt . Geschäftskunden gehen entsprechend kritischer mit der Marke um, weil sie möglicherweise eine negative Wirkung von Tesla-Fahrzeugen in ihrem Fuhrpark fürchten. In einer aktuellen Erhebung des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) sagten 35 Prozent der befragten Fuhrparkleiter, dass sie wegen des sogenannten Elon-Effekts grundsätzlich die Beschaffung von Tesla-Fahrzeugen überdenken. Weitere acht Prozent berichteten davon, dass es Dienstwagenberechtigte gebe, die ihren Tesla zurückgeben wollen. Allerdings sagten auch 58 Prozent, dass sie ihre Entscheidungen unabhängig von der Person Elon Musks träfen. Wie die Autos von Tesla beim deutschen TÜV abschneiden, erfahren Sie hier Geliftetes Model Y in China wieder beliebter Ein weiteres Problem ist neben steigenden Zöllen im eskalierenden Handelsstreit weltweit das veraltete Modellangebot, während die Konkurrenz vor allem aus China schärfer wird. Aber auch die Konkurrenz aus Europa hat aufgeholt, sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer . Neue Modelle von Marken wie VW, Skoda oder BMW seien in den Einstiegsversionen bei den tatsächlich gezahlten Preisen "deutlich attraktiver als die gealterten Tesla Modelle", so Dudenhöffer. Zudem hatten häufige Preissenkungen den Wiederverkaufswert gebrauchter Tesla-Modelle stark reduziert und laut Auswertung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) den gesamten Markt für gebrauchte E-Autos nach unten gezogen. Hoffnungsträger für Tesla ist das beliebte SUV Model Y, das kürzlich ein optisches und technisches Update bekommen hat. In China läuft es bereits gut an: Die seit Februar in China erhältliche neue Version legte zuletzt deutlich zu, mit anderthalbmal so vielen Auslieferungen im März wie im Vormonat. Zudem ist ein weiteres Modell wichtig: Auf Basis der Model Y soll ein etwas kleineres und um bis zu 20 Prozent günstigeres Modell auf den Markt kommen, das auch nach Europa und Nordamerika kommen dürfte. Der chinesische E-Auto-Hersteller BYD wird nach Prognose von Counterpoint Tesla in diesem Jahr dennoch als Nummer eins ablösen. Proteste gegen Tesla Proteste gegen den Autobauer aufgrund Musks politischer Haltung führten in mehreren Ländern zu Vandalismus gegen Autos und Verkaufsräume der Marke. In Berlin sprühten Aktivisten der Gruppe "Neue Generation" am Montag einen Tesla-Store "in AfD-Blau" an, wegen Musks Unterstützung der Partei während des Wahlkampfs. Am Wochenende wurden einige Wagen eines Tesla-Stores im norddeutschen Ottersberg in Brand gesteckt. Auch in Stockholm und Malmö wurden Tesla-Filialen mit Farbe beschmiert. In Rom gingen 17 Autos bei einem Händler in Flammen auf. Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini forderte auf X, der ungerechtfertigte Hass gegen Tesla müsse enden. Musk und Trump nannten die Übergriffe "Terrorismus". Auswirkungen auch auf Elon Musks Vermögen Elon Musk ist bekanntermaßen der reichste Mensch der Welt. Im Dezember schätzte das Wirtschaftsmagazin "Forbes" das Vermögen von Musk auf 431,2 Milliarden Dollar. Der gebürtige Südafrikaner hält Anteile an zahlreichen Unternehmen, darunter der Elektroautohersteller Tesla, der Raketenproduzent SpaceX oder das Start-up für Künstliche Intelligenz, X.AI. Sein soziales Netzwerk X hat er kürzlich an X.AI übertragen. Nach Musks Angaben ist xAI mit 80 Milliarden Dollar und X mit 33 Milliarden Dollar (45 Milliarden Dollar abzüglich 12 Milliarden Dollar Schulden) bewertet. Der Wert seiner Anteile an diesen Unternehmen ist an deren Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Börse geknüpft. Von Tesla besitzt Musk etwa 12 Prozent. Davon hat er "Forbes" zufolge etwas mehr als die Hälfte als Kredit für bis zu 3,5 Milliarden Dollar verpfändet. Das bedeutet: Sollte er den Kredit bis zu einem vereinbarten Zeitpunkt nicht zurückzahlen können, dürfen seine Anteile verkauft werden. Dann hätte er die Hälfte der Anteile an seinem eigenen Unternehmen eingebüßt. Fällt der Wert von einem seiner Unternehmen innerhalb kürzester Zeit, sind auch seine Anteile weniger wert. Kurz gesagt: Fallen die Aktienkurse dieser Unternehmen, wird Elon Musk ärmer.