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Amokfahrt von Magdeburg: Gutachten soll gravierende Mängel offenbaren

Ein vertrauliches Gutachten zeigt: Die tödliche Amokfahrt in Magdeburg hätte womöglich verhindert werden können. Die Stadt und der Veranstalter geraten nun unter Druck. Die tödliche Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2024 hätte durch ein besseres Sicherheitskonzept möglicherweise verhindert werden können – das legt ein Gutachten des Bundesverbands für Veranstaltungssicherheit nahe, das dem MDR vorliegt. Der Bericht, den der Magdeburger Stadtrat in Auftrag gegeben hatte, kommt zu einem vernichtenden Urteil über das Sicherheitskonzept rund um den Weihnachtsmarkt. Die Zufahrten seien nicht ausreichend gesichert gewesen, geeignete und zertifizierte Sperr-Systeme hätten gefehlt. Solche hätten ein Eindringen mit einem Fahrzeug verhindert, heißt es in dem Bericht. Weitere Ziele: Attentäter wollte wohl früher zuschlagen Attentäter verschickt Briefe: Politiker prüfen Änderungen Am 20. Dezember 2024 hatte ein Mann mit einem Fahrzeug sechs Menschen getötet und rund 300 weitere verletzt. Das Gutachten wurde am vergangenen Freitag in nicht-öffentlicher Sitzung einem Sonderausschuss des Stadtrats vorgestellt. Laut Gutachtern fehlte nicht nur ein strukturiertes Zufahrtsschutzkonzept, auch eine Risikoanalyse sei nicht vorgenommen worden – trotz einer klar erkannten Gefahr durch Angriffe mit Fahrzeugen. Die verwendeten Betonquader entsprachen demnach dem Stand von 2017 und galten als veraltet. "Finger in die Wunde legen" Die Stadt hatte sich bei offenen Zufahrten auf mobile Sperren der Polizei verlassen. Doch auch hier bemängelt das Gutachten: In der Planung würden diese lediglich erwähnt, aber nicht näher definiert. Es fehle an einer verbindlichen Verankerung im Konzept. Auch der Alarm- und Notfallplan war laut Gutachten unzureichend. In einem Einsatzfall hätte es zu unklaren, unkoordinierten Abläufen kommen können. Zahlreiche Risiken blieben unbehandelt, Abläufe und Strukturen entsprächen nicht den geltenden Standards. Die Stadt Magdeburg verweist darauf, dass mit dem Bericht keine juristischen oder persönlichen Schuldzuweisungen verbunden seien. Sprecher Michael Reif erklärte, Ziel sei es gewesen, "den Finger in die Wunde zu legen". Der Bericht werde nun gemeinsam ausgewertet. Jurist widerspricht Veranstalter Der Veranstalter des Markts, Paul-Gerhard Stieger, sieht sich nicht in der Verantwortung. Der Zufahrtsschutz liege nicht in seinem Aufgabenbereich, so Stieger. Die Weihnachtsmarkt GmbH sei nur für das "innere Sicherheitskonzept" zuständig gewesen. Jurist Markus Thiel von der Deutschen Hochschule der Polizei widerspricht dieser Darstellung: Auch der Veranstalter trage Verantwortung, insbesondere beim Zufahrtsschutz. Wer wirtschaftlich profitiere, könne sich nicht aus der Verantwortung stehlen.