Insolvenz: Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik (SGF) ist insolvent
Deutschlands große Autobauer verkaufen immer weniger Autos. Darunter leidet die Zulieferindustrie. Ein Betrieb in Bayern muss sich nun in Eigenverwaltung sanieren. Die Krise in der Automobilbranche erreicht den nächsten Zuliefererbetrieb. Wie das Fachportal "autohaus.de" berichtet, hat die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik (SGF) ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Firma mit Sitz im bayerischen Waldkraiburg habe den entsprechenden Antrag am Mittwoch beim Amtsgericht Mühldorf am Inn gestellt. Ziel sei es, den Betrieb zu sanieren. Nächster Autozulieferer insolvent: Rund 500 Beschäftigte betroffen Die rund 500 Beschäftigten wurden dem Bericht zufolge einen Tag nach Antragstellung von der Insolvenz informiert. Löhne und Gehälter sind demnach über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes abgesichert. Neben den drei deutschen Standorten gehören zur SGF-Gruppe auch Gesellschaften in Tschechien , den USA , Japan, China und Thailand . Diese sind laut Bericht nicht von dem Insolvenzverfahren betroffen. Für das laufende Jahr weist die Unternehmensgruppe einen Umsatz von etwa 110 Millionen Euro aus. Hunderte Mitarbeiter betroffen: Gleich zwei Autozulieferer melden Insolvenz an Der tiefe Sturz einer Traditionsfirma: Weltmarktführer ist insolvent Insolvenz beim Autozulieferer: Mitarbeiter erfahren es "am Strand" Kritik kommt offenbar aus der eigenen Belegschaft selbst, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet. Zumindest was das Timing der Insolvenz in Eigenverwaltung anbelangt, schließlich die Verkündung auf der Betriebsversammlung in die Ferienzeit, in der naturgemäß große Teile der Belegschaft im Urlaub seien. "Seit der Betriebsversammlung laufen deshalb die WhatsApp-Kanäle natürlich heiß", erklärte ein Betroffener bei der "PNP". Schließlich habe nur ein Teil der Belegschaft vor Ort von der Situation erfahren, andere quasi "am Strand", heißt es weiter. Auch, wenn das insolvente Unternehmen mitteilen lässt, dass die Löhne und Gehälter über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert seien, sei die Verunsicherung weiter groß. Insolvenz beim Autozulieferer: Maßnahmen gegen die Schieflage Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage nennt die Geschäftsführung die anhaltend schwierige Lage in der Automobilbranche. Das Unternehmen will den Sanierungskurs unter Aufsicht eines vorläufigen Sachverwalters fortsetzen. Die Geschäftsführer Arne Festerling und Josef Wimmer betonten im Zusammenhang mit der Insolvenz, SGF habe bereits auf die zunehmenden Herausforderungen reagiert und weitere Maßnahmen eingeleitet. "Hohe Verschuldung" trägt Verantwortung für die Insolvenz Sie erklärten: "Das Problem der SGF bestand zuletzt weniger auf der operativen Ebene, sondern mehr in der hohen Verschuldung und der damit verbundenen Kapitaldienstfähigkeit." Die Gruppe sei trotz der Insolvenz weiterhin in der Lage, innovative Produkte zu entwickeln. Man hoffe nun auf einen Investor, "der die Potenziale hebt und zielgerichtet in die Gruppe investiert". Das Gericht bestellte den Rechtsanwalt Michael Verken von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Sachwalter. Der Investorenprozess soll bereits im vorläufigen Verfahren beginnen. Unterstützt wird das Unternehmen durch ein Team der Kanzlei Brinkmann & Partner sowie durch rechtliche Beratung der Kanzlei Taylor Wessing.