Frau von ICE in Minneapolis getötet: Witwe äußert sich
Die tödlichen Schüsse eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE haben weltweit Aufsehen erregt. Nun äußert sich die Partnerin der getöteten Frau. Das Entsetzen ist groß – über die Grenzen der USA hinweg: Ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE hat im Bundesstaat Minnesota eine Frau erschossen. Nach Angaben der Polizei befand sie sich in ihrem Auto und blockierte eine Straße in der Großstadt Minneapolis im Norden der USA, als sich der ICE-Beamte zu Fuß näherte. Der Wagen setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden. Laut Polizei soll es sich um eine 37-jährige, weiße Frau handeln, die bisher nicht im Fokus der Behörden stand. US-Medien identifizierten sie als Renee Nicole Good, inzwischen ist ihr Name auch auf Plakaten von Protesten zu lesen, die sich gegen das brutale Vorgehen der US-Behörde richten. Augenzeuge in Minnesota: "Er rief 'Stopp' – nicht mal eine Sekunde später schoss er" Frau in eigenem Auto getötet: Diese Bilder legen nahe, dass Trump lügt Wie die "Washington Post" unter Berufung auf Online-Aufzeichnungen berichtet, sei sie eine leidenschaftliche Dichterin, eine stolze Mutter und eine Hobby-Gitarristin gewesen. Dem Bericht zufolge studierte sie an der Old Dominion University in Norfolk und gewann 2020 einen Preis der Academy of American Poets für Studierende. Goods Witwe, Becca Good, gab dem Lokalmedium MPR am Freitagabend deutscher Zeit ein langes Statement, in dem sie über ihre Beziehung und die Ereignisse des Mittwoch spricht. "Über allem anderen war sie gutherzig. Gutherzigkeit strahlte aus ihr heraus." Renee Good sei Christin gewesen. "Sie wusste, dass alle Religionen dieselbe essenzielle Wahrheit lehren: Wir sind hier, um einander zu lieben, uns umeinander zu kümmern und aufeinander zu achten." Das Ehepaar Good habe gerne in Minneapolis gelebt. "Hier habe ich Frieden und einen sicheren Hafen gefunden. Das wurde mir für immer genommen. (...) Am Mittwoch, 7. Januar, haben wir das Auto angehalten, um unseren Nachbarn zu helfen. Wir hatten Pfeifen. Sie (die ICE-Agenten, Anmerkung d. Redaktion) hatten Waffen." Die Witwe dankt denen, die "dafür sorgen, dass Renees Vermächtnis eines von Freundlichkeit und Liebe ist. Wir ehren sie, indem wir nach ihren Werten leben: indem wir Hass ablehnen und Mitgefühl wählen. Indem wir uns von Angst abwenden und Frieden suchen. Indem wir Spaltung verneinen und wissen, dass wir zusammenkommen müssen, um eine Welt zu schaffen, in der wir sicher nach Hause kommen – zu den Menschen, die wir lieben." Todesopfer hinterlässt drei Kinder Good hinterlässt eine 15-jährige Tochter und zwei Söhne im Alter von zwölf und sechs Jahren, so die "Washington Post". Goods Vater sagte im Gespräch mit dem Medium am Mittwochabend, dass sie "ein gutes, aber hartes Leben" hatte und "ein wundervoller Mensch" gewesen sei. Zu ihrer Nationalität äußerten sich die US-Behörden nicht, die demokratische Senatorin Tina Smith bezeichnete Good in einem Beitrag auf der Plattform X als US-Bürgerin. Recherchen der "Washington Post" zufolge stammte Good ursprünglich aus Colorado Springs und moderierte einst gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann, dem inzwischen verstorbenen Komiker Tim Macklin, einen Podcast. Aus dieser Ehe soll der genannte sechsjährige Sohn hervorgegangen sein. Goods Mutter, Donna Ganger, sagte der "Minnesota Star Tribune", ihre Tochter habe "mit all dem nichts zu tun gehabt", sie sei unpolitisch gewesen. "Sie hatte vermutlich einfach nur eine Riesenangst", so Ganger. Einsatzgrund als Vorwand Eine ICE-Operation in Minneapolis und St. Paul, an der nach Angaben des Heimatschutzministeriums mehr als 2.000 Bundesbeamte beteiligt sind, läuft seit mehreren Tagen. Ziel der Einsätze sind demnach Ermittlungen im Zusammenhang mit mutmaßlichem Betrug, unter anderem im Umfeld der somalischen Community. Mutmaßlich gilt der von den Behörden genannte Einsatzgrund als Vorwand für eine politisch motivierte Verschärfung der Einwanderungspolitik. Immerhin verschärfte Trump in seiner zweiten Amtszeit, die bald ein Jahr dauert, massiv Abschiebungspraktiken. ICE-Einsätze sind dabei ein wichtiger Bestandteil, die Razzien der Behörde gegen Migranten mit teils vermummten Beamten führen regelmäßig in vielen demokratisch regierten Städten zu Protesten.
