Wintersturm "Elli" ist da: Das ist die aktuelle Lage in Deutschland
Neuschnee, gefrierender Regen, stürmischer Wind, eisige Temperaturen: In Teilen Deutschlands werden heftige Auswirkungen eines Sturmtiefs erwartet. Das Sturmtief "Elli" bringt heute viel Schnee und Eiseskälte. Mitunter besteht in Teilen des Landes auch Glatteisgefahr. Die Auswirkungen des Sturmtiefs sind schon zu spüren. Der Überblick: Die Wetterlage Winter-Sturmtief "Elli" ist angekommen – und so viel soll es laut neuester Prognose schneien: Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst für die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen, wie die Meteorologen in Offenbach am Morgen prognostizierten. In der Mitte und im Süden Deutschlands wird teils gefrierender Regen erwartet. Jetzt kommt die Eiswand: Bombenzyklon peitscht Schneesturm nach Deutschland Ansonsten fallen laut Vorhersage bis zum frühen Nachmittag zwischen 5 und 10 Zentimetern, "regional um die 15 Zentimeter in einem Streifen von Ostbayern über die Mitte und die Norddeutsche Tiefebene bis zum Emsland". Und: "Ein Großteil des Schnees fällt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden – gebietsweise Unwetter !", heißt es im Wetterbericht von 5 Uhr. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann allmählich nachlassen, dann werden nur noch wenige Zentimeter Neuschnee erwartet. Doch weil es in einem Streifen vom Nordwesten über den Norden bis in den Osten Deutschlands stürmt, kann es regional zu unwetterartigen Schneeverwehungen kommen – erst in der Nacht auf Samstag soll der Sturm langsam nachlassen. Newsblog zum Schneesturm : DWD ruft hier zweithöchste Warnstufe aus Schneewalze überrollt Deutschland: Diese Bundesländer schließen Schulen komplett Straßenverkehr Autofahren kann bei diesen Wetterverhältnissen hochgefährlich sein. Der DWD warnt vielerorts vor spiegelglatten Straßen. In der Nacht kam es bereits zu ersten Unfällen aufgrund der Glätte. In Baden-Württemberg rutschte etwa ein Bus einen Hang hinunter. Dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. Auf der A1 auf Höhe Ahrensburg in Schleswig-Holstein kippte ein Lkw auf der schneeglatten Fahrbahn um. In Richtung Norden war die Fahrbahn bis kurz nach ein Uhr gesperrt, wie ein Polizeisprecher am Morgen sagte. Der Fahrer wurde nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt. In Trabitz in Bayern überschlug sich eine Fahranfängerin mit ihrem Auto mehrfach. Die Fahrerin wurde leicht verletzt. Das Auto kam auf dem Dach zum Liegen, teilte die Polizei mit. Die Lagezentren in den Bundesländern sprachen in den frühen Morgenstunden allerdings von einem insgesamt ruhigen Verlauf auf den Straßen mit eher kleinen Unfällen. Mancherorts wurde für Freitag vorsichtshalber der Busverkehr eingestellt oder schon vor Einschränkungen gewarnt. Bahnverkehr Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen des Regionalverkehrs gestrichen. Bereits am Abend war es zu Zugausfällen auf einigen Fernverkehrsstrecken gekommen. Betroffen waren etwa die Strecken Kopenhagen-Hamburg, Westerland/Kiel-Hamburg, Binz/Stralsund/Rostock-Berlin, Norddeich/Emden-Hannover/Ruhrgebiet. Die Bahn hat darüber hinaus Vorbereitungen getroffen: In Bayern zum Beispiel können von den mehr als 10.000 Weichen laut DB rund 8.140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen würden schwere Loks über verschneite Gleise fahren und eine Spur für nachfolgende Züge ziehen, sagte eine Sprecherin. Allerdings sei man selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungsfolgen gefeit, hieß es am Donnerstag. Das Eisenbahnunternehmen Nordbahn sagte indes alle Fahrten ab. Die Prüfung der Lage werde bis zum Vormittag dauern, teilte das Unternehmen aus Kaltenkirchen mit. Danach solle entschieden werden, wann und wie der Betrieb wieder aufgenommen werden könne. Das Unternehmen kündigte an, Ersatzbusse einzusetzen – sofern das möglich sei. Die Nordbahn betreibt Züge auf mehreren Regionalstrecken in Schleswig-Holstein – und verbindet beispielsweise Itzehoe mit Hamburg . Laut eigenen Angaben transportiert die Nordbahn täglich üblicherweise mehr als 45.000 Fahrgäste. Fährverkehr Auch der Fährverkehr an der niedersächsischen Nordseeküste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar – darunter Langeoog , Spiekeroog, Norderney und Wangerooge . Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drückt das Wasser von der Küste weg, Fähren können dann nicht oder nur eingeschränkt fahren. Schulen Schneefrei, zumindest für manche Schüler: In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fällt der reguläre Schulbetrieb flächendeckend aus. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung für jüngere Kinder. Grund für die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewährleistet werden kann. Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen.
