Kia EV2: Neues Elektroauto startet 2026 in der Kleinwagenklasse
Mit dem EV2 bringt Kia ein neues Elektroauto – kompakt, elektrisch und in Europa produziert. Was das Modell bietet und wie es sich gegen die Konkurrenz behaupten will. Auf der Brüssel Motor Show hat Kia sein bislang kleinstes Elektroauto vorgestellt. Der EV2 misst 4,06 Meter und soll als Stadt-SUV in der Vier-Meter-Klasse neue Käufergruppen ansprechen. Produziert wird das Modell ab Februar im slowakischen Werk Zilina, wo bereits der größere EV4 vom Band läuft. Laut Soohang Chang, Präsident von Kia Europe, sei der EV2 ein "wichtiger Schritt auf dem Weg, die Elektromobilität einem breiteren Publikum zugänglich zu machen". Einstiegsstromer für das B-Segment Mit dem EV2 rundet Kia seine Modellfamilie nach den bereits eingeführten Fahrzeugen EV6, EV9, EV5 , EV3 und EV4 nach unten ab. Das B-Segment, also die europäische Kleinwagenklasse, gilt in Europa als zweitgrößtes Fahrzeugsegment und spielt für die urbane Mobilität eine wichtige Rolle. Hier trifft der EV2 unter anderem auf den Renault 4 E-Tech, den Fiat Grande Panda, den Jeep Avenger und auf VWs künftigen ID. Polo, der für Ende des Jahres erwartet wird. Kia reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an kleineren Elektroautos. Vor allem in Innenstädten, wo Größe und Reichweite anders gewichtet werden als auf Langstrecken, gelten kompakte E-SUVs als Schlüssel zum Markterfolg. Zwei Akkus, Reichweiten bis knapp 450 Kilometer Der EV2 wird mit zwei Batteriegrößen angeboten. Die Standardvariante mit 42,2 Kilowattstunden soll laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 317 Kilometern ermöglichen. Die Long-Range-Version mit 61,0 kWh soll bis zu 448 Kilometer weit kommen. An Schnellladestationen mit Gleichstrom lässt sich der Akku mit bis zu 120 Kilowatt in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent befüllen. Neu ist ein On-Board-Charger, der auch Wechselstromladen mit 22 Kilowatt erlaubt. Das ist im B-Segment bislang selten und kann das Laden zu Hause oder an öffentlichen AC-Säulen deutlich beschleunigen. Mit dabei sind auch bidirektionale Ladefunktionen: V2L (Vehicle to Load) für externe Geräte sowie V2G (Vehicle to Grid) zur Rückspeisung ins Netz , sofern die Infrastruktur dies unterstützt. Platzangebot wie im Kompaktsegment Im Innenraum orientiert sich der EV2 an den größeren Modellen EV3 und EV4. Es gibt drei Displays: ein 12,3-Zoll-Instrumentendisplay, einen 5,3-Zoll-Bildschirm für die Klimasteuerung ( was sich in Tests nicht immer als ideal darstellte ) und einen weiteren 12,3-Zoll-Touchscreen in der Mitte. Das Infotainmentsystem basiert auf der neuen Lite-Version des "Connected Car Navigation Cockpit" – inklusive Over-the-Air-Updates und Smartphone-Integration via Apple CarPlay oder Android Auto. Eine klassische Festplatten-Navigation gibt es aus Kostengründen nicht. Vorn unter der Haube findet sich ein 15 Liter großer "Frunk" (Kunstwort aus dem Englischen für Front-Kofferraum), der sich für das Ladekabel anbietet. Im Fond sind die Rücksitze verschiebbar, wodurch sich entweder mehr Beinfreiheit oder bis zu 403 Liter Kofferraumvolumen ergeben. Angeboten werden Konfigurationen mit vier oder fünf Sitzplätzen – in der Viersitzer-Version lassen sich die Lehnen zusätzlich neigen. Ausstattung mit Oberklasse-Anleihen Die Technikbasis bildet Kias E-GMP-Plattform, allerdings in einer 400-Volt-Ausführung wie bei EV3, EV4 und EV5. Je nach Version sind verschiedene Assistenzsysteme verfügbar – darunter auch Funktionen, die sonst höheren Fahrzeugklassen vorbehalten sind: etwa eine ferngesteuerte Parkfunktion per Smartphone ("Remote Smart Parking Assist Entry"), ein Frontkollisionswarner der zweiten Generation, adaptive Temporegelung oder eine Rundumsichtkamera. Hinzu kommen Features wie ein digitaler Autoschlüssel, OTA-Updates ("Over the Air") sowie eine App-Anbindung zur Steuerung zahlreicher Fahrzeugfunktionen. Optional erhältlich ist ein Soundsystem von Harman/Kardon. Preis ist noch offen Zu Preisen äußert sich Kia bislang nicht. Beobachter gehen davon aus, dass sich der EV2 an Modellen wie dem Renault 4 E-Tech orientieren wird. Dieser startet bei rund 29.500 Euro. Denkbar ist auch ein Einstiegspreis knapp darunter. Der ID. Polo kostet in der Einstiegsversion mit kleinerem 37-kWh-Akku rund 25.000 Euro. Zunächst startet die Produktion im Februar 2026 mit der Standardbatterie. Die Long-Range-Variante und die sportlichere GT-Line folgen voraussichtlich ab Juni. Ein konkreter Termin für den Verkaufsstart in Deutschland steht noch aus.
