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NBA-Trainer Steve Kerr über US-Regierung: "Es ist beschämend"

In Minneapolis ist eine Frau nach einem Einsatz von ICE gestorben, nachdem ein Beamter auf sie geschossen hatte. Der Vorfall wird in den USA heiß diskutiert. Steve Kerr hat sich zu den gesellschaftlichen Missständen in den USA geäußert. Vor dem Spiel seiner Golden State Warriors gegen die Sacramento Kings fand der Warriors-Coach deutliche Worte zum tödlichen Polizeieinsatz gegen Renee Nicole Good in Minneapolis. Besonders die Reaktion der US-Regierung stieß bei Kerr auf Unverständnis. Die 37-jährige Good war am Mittwoch von einem Beamten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden. Ein Video zeigt, wie sich Beamte dem Auto der Frau nähern, das eine Fahrbahn blockiert. Sie fordern sie auf, das Fahrzeug zu verlassen, versuchen, die Fahrertür zu öffnen. Als Good langsam losfährt, tritt ein Beamter vor das Auto, ein anderer schießt. Die Frau stirbt. Schuss als Notwehr? "Es ist beschämend, dass wir in unserem Land Strafverfolgungsbeamte haben, die einen Mord begehen und scheinbar damit durchkommen", sagte Kerr. "Es ist beschämend, dass die Regierung die Wahrheit über das Geschehene verdrehen kann – obwohl es Videoaufnahmen und Zeugen gibt, die dem widersprechen." Die offiziellen Stellen hatten erklärt, der Beamte habe in Notwehr gehandelt. Good habe ihr Auto als Waffe eingesetzt. Diese Darstellung wird jedoch von mehreren Lokalpolitikern angezweifelt – darunter Minnesotas Gouverneur Tim Walz und der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey. Sie stuften den Einsatz als rücksichtslos ein. "Sehr demoralisierend, verheerend" Kerr lobte den NBA-Klub Minnesota Timberwolves, der vor seinem Heimspiel gegen Cleveland mit einer Schweigeminute an Good erinnert hatte. "Ich bin froh, dass die Timberwolves ihr Leben und die tragische Art ihres Todes gewürdigt haben", sagte der 60-Jährige. "Sehr demoralisierend, verheerend, auf diese Weise ein Menschenleben zu verlieren. Es ist schrecklich. Sehr traurig für ihre Familie, für sie, für die Stadt." Auch Timberwolves-Coach Chris Finch äußerte sich vor der Partie zu dem Vorfall: "Unsere Gemeinschaft hat erneut eine unaussprechliche Tragödie erlebt. Wir wollen allen Betroffenen unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gebete aussprechen." Kerr gehört seit Jahren zu den deutlichsten Stimmen im US-Sport, wenn es um gesellschaftliche und politische Themen geht. Besonders beim Thema Waffengewalt und Polizeigewalt fordert der Coach immer wieder öffentlich mehr Verantwortung ein. Auch gegenüber Donald Trump und dessen Regierung hatte er sich bereits mehrfach kritisch geäußert.