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München: Polizisit sagt im Prozess um Demo-Anschlag aus

Rund ein Jahr nach dem Verdi-Attentat in München steht der Täter nun vor Gericht. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Prozess. Der 13. Februar 2025 wird vielen Münchnern noch lange in Erinnerung bleiben. Es war ein ganz gewöhnlicher Donnerstagvormittag, an dem eine Gruppe von Demonstrierenden der Gewerkschaft Verdi durch die Münchner Innenstadt zog. Rund 1.400 Teilnehmer waren gerade an der Kreuzung Seidlstraße und Nymphenburger Straße unterwegs, als ein damals 24-jähriger Afghane seinen Kleinwagen in die Menge steuerte . 44 Menschen wurden dabei teils schwer verletzt, eine Mutter und ihre zweijährige Tochter starben, 44 Menschen wurden teils schwer verletzt. Am Oberlandesgericht (OLG) in München, unweit vom Ort des Geschehens, läuft nun der Prozess gegen Farhad N. Die Anklage lautet auf Mord. Anklage wegen Mordes: Das ist über den Angeklagten bekannt Eine Zusammenfassung des ersten Verhandlungstages gibt es hier zum Nachlesen Montag, 19. Januar 2026 Polizist machte sich Vorwürfe 13.50 Uhr: Der 26-jährige Polizist Florian H. sagt aus und entschuldigt sich für den pietätlosen Vergleich, als er sagt: "Das war wie beim Bowling". Das Auto des Attentäters sei in die Menge gefahren und es wurden Menschen in die Luft geschleudert. Er erzählt, wie er schließlich in Schockstarre fiel und dann "hysterisch" in den Funk schrie, dass ein Auto in die Menge gefahren sei. Anschließend rannte er los und kümmerte sich um die Verletzten. Unter den Verletzten befand sich demnach ein Mann mit gebrochenem Bein, der ihm aber zu verstehen gab, sich zunächst um andere Verletzte zu kümmern. H. erzählt, er sei an einer Frau vorbeigekommen, bei der Blut aus Ohren und Mund lief. Eine Passantin hätte ihn angeschrien, er solle sich um ein Kind kümmern, das am Boden lag. H. berichtet außerdem, wie er nach der Erstversorgung der Verletzten und nach Eintreffen der Rettungskräfte erst in der Lage war, selbst zu realisieren, was passiert ist. Er habe sich auch selbst Vorwürfe gemacht, ob er den Fahrer nicht hätte aufhalten können. "Er wirkte auf mich sehr ruhig" 12.23 Uhr: Die Verhandlung wurde für eine Pause unterbrochen. Zuvor musste der Polizist Daniel L., 32, umfangreich seine Erinnerungen an den Tathergang schildern. Wie eine t-online-Reporterin berichtet, nahmen L. und sein Kollege den Angeklagten zunächst als Autofahrer wahr, der sich schlichtweg auf der Straße nach vorne drängeln wollte. Erst, nachdem N. den Wagen plötzlich beschleunigte und sich durch die Polizeiwagen hindurch schlängelte, sei ihm klar geworden, dass dies nicht der Fall sei. L. berichtet auch davon, wie er sich mit seinem Kollegen, der das Polizeiauto fuhr, zum Tatfahrzeug begab. Dort hätten andere eintreffende Polizeibeamte und Spezialkräfte N. bereits gesichert und fixiert, sagte er im Saal. Doch obwohl die Tat so zielgerichtet gewesen sei, habe der Angeklagte einen völlig apathischen Eindruck gemacht. L. spricht davon, dass es wie eine "Bewusstseinseintrübung" aussah und dass der Attentäter keine Anstalten machte, sich gegen die Maßnahmen der Polizeibeamten zu wehren. Stattdessen soll er keine Regung gezeigt und auch nicht auf Anweisungen reagiert haben. "Er wirkte auf mich sehr ruhig", schildert der 32-Jährige seine Erinnerungen an den Tag. "Seine Augen starrten ins Leere, er war völlig regungslos." Angeklagter zeigt keine Regungen 10.31 Uhr: Auch während dieser Schilderungen im Gerichtssaal in München zeigt der Angeklagte keinerlei Emotion oder Wiedererkennen der Ereignisse. Lediglich das häufige Blinzeln und Hervorrecken des Kopfes deuten an, dass er am Geschehen teilnimmt. Ansonsten hört N. vor allem seinem Dolmetscher zu, der die Zeugenaussagen oder Fragen der Anwesenden verständlich machen soll. Einzig und allein die Videoaufnahmen und Bilder der Ermittlungen betrachtet er interessiert und aufmerksam. Polizist schildert: "Mit Vollgas durch" 10.30 Uhr: Ein Polizist schildert als Augenzeuge das Geschehen unmittelbar vor dem Anschlag: "Der Angeklagte scherte vor uns ein und beschleunigte", sagte der Beamte. Er selbst sei in einem Begleitfahrzeug am Ende des Demonstrationszuges mitgefahren. "Mit Vollgas durch." Der Mann habe sein Auto "ungebremst in die Menschenmenge, in das Ende des Demonstrationszuges" gefahren. Es sei eine "kerzengerade und zielgerichtete Fahrtrichtung" gewesen. Drei Sachverständige im Saal 9.25 Uhr: Farhad N. Betritt den Saal, begleitet von sechs Polizeibeamten. Er trägt an einer Hand die Handschelle, das andere Ende hält einer der Beamten. Er trägt wieder den grünen Parka, sein Gesicht verbirgt er nur kurz vor den Fotografen. Gekommen sind auch ein Dolmetscher für den Angeklagten sowie drei Sachverständige. Erste Zeugen werden gehört Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München wird am Montag (9.30 Uhr) der Prozess um den tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demonstration fortgesetzt. Nachdem am ersten Verhandlungstag die Anklage verlesen worden ist, will der Senat nun in die Beweisaufnahme eintreten. Vor allem Polizisten sollen gehört werden. Freitag, 16. Januar 2026 Erster Prozesstag vorbei – ungläubige Zuschauer im Saal 11.47 Uhr: Das vorzeitige Ende des ersten Prozesstages gegen den Attentäter Farhad N. hat einige Zuschauer fassungslos zurückgelassen. Bis das Urteil fällt, kann es noch dauern. Für den Prozess sind laut Oberlandesgericht nämlich 38 Prozesstage angesetzt – eine hohe Zahl, jedoch laut einem Pressesprecher notwendig. Beim Attentat hatte es eine sehr hohe Zahl an Verletzten gegeben, die alle eine Chance bekommen sollen, zu erzählen, was ihnen am 13. Februar passiert ist. Der nächste Verhandlungstag ist für den Montag (19. Januar) angesetzt. Dort sollen das Unfallgeschehen rekonstruiert sowie die Unfallfolgen und die Hintergründe der Tat thematisiert werden. Angeklagter will sich nicht äußern 11.13 Uhr: Nach Verlesen der Anklageschrift gibt es die Möglichkeit für den Angeklagten, sich zu äußern. Zuvor verkündete der Vorsitzende Richter Höhne, dass es am Jahrestag des Attentats, dem 13. Februar, keine Vernehmungen von Unfallbeteiligten geben wird. Der Grund: An dem Tag sind mehrere Gedenkfeiern für Opfer und Hinterbliebene geplant. Anschließend sollte es eigentlich die Möglichkeit für den Angeklagten und seine Verteidiger geben, sich zu äußern. Doch stattdessen heißt es: N. wird schweigen und sich weder zu sich selbst noch zur Tat äußern. Höhne erklärt im Saal, das habe die Verteidigung dem Gericht bereits im Vorfeld der Verhandlungen mitgeteilt, berichtet eine t-online-Reporterin. "Der Angeklagte wird sich nicht zur Sache äußern und auch nicht zu seinen persönlichen Verhältnissen", teilte Johann Bund, einer seiner Verteidiger, mit. Auf die Frage des Richters, ob das richtig sei, antwortete Farhad N.: "Ist richtig". Damit ist die Verhandlung geschlossen. Der erste Prozesstag ist vorbei, am Montag wird weiter verhandelt. Farhad N. macht eine bekannte Geste 10.30 Uhr: Der Angeklagte, Farhad N., hebt zu Prozessbeginn den rechten Zeigefinger – eine verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren soll. Wie der Vorsitzende Richter des 7. Strafsenats, Michael Höhne mitteilt, kommt es heute nicht zu einer Beweisaufnahme. Die Anklage wird verlesen. Farhard N. hört scheinbar emotionslos zu. Einzig ein nervöses Zucken seiner Finger und häufige Kopfbewegungen zeugen von einer Regung. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortet N. mit starkem Akzent "ist gut". Der Angeklagte saß seit dem 13. Februar ununterbrochen in Untersuchungshaft in der JVA in Straubing. Prozess beginnt mit Verspätung 10.15 Uhr: Mit einer Verspätung von etwa 45 Minuten beginnt der erste Prozesstag. Grund dafür war der große Andrang und die damit verbundenen Einlasskontrollen im Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße, wie eine t-online-Reporterin berichtet. Kurz vor Beginn führen acht Polizeibeamte den Angeklagten Farhad N. in den Saal. N. trägt einen olivfarbenen Parka und hält sich einen roten Aktenordner vors Gesicht. Gekommen sind auch seine Verteidiger Johann Bund und Ömer Sahinci. Sahinci erlangte unter anderem Bekanntheit durch den sogenannten "Silvestermord-Prozess", bei dem ein jahrelanger Cold Case mit einem Freispruch endete. Vor dem Gebäude befand sich bereits eine meterlange Schlange an Zuschauern. Verhandelt wird im größten Saal des Landgerichts München I, wo auch der Prozess gegen den ehemaligen FC-Bayern-Spieler Jérôme Boateng stattfand. Der Saal ist zu Prozessbeginn bereits gut gefüllt, hauptsächlich sollen Pressevertreter dort sein. Prozessauftakt am Oberlandesgericht Knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf eine Demonstration in München mit zwei Toten beginnt heute der Prozess gegen den Täter. Beginn der Verhandlung ist um 9.30 Uhr. Der damals 24 Jahre alte Afghane wurde noch am Tatort festgenommen, nachdem er mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gerast war. Die Bundesanwaltschaft hat ihn wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in 44 Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung und eines schweren gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Bis in den Sommer hinein sind Verhandlungstermine am Oberlandesgericht München angesetzt, das Urteil könnte am 25. Juni fallen. Donnerstag, 15. Januar 2026 Flucht aus Kabul mit 15 Jahren Der angeklagte Farhad N. ist 25 Jahre alt und gebürtiger Afghane. Seit 2016 lebt er in Deutschland. Hier hatte er sich offenbar ein erfolgreiches Leben aufgebaut, wohnte in München-Solln, war Bodybuilder und zeigte sich in den sozialen Medien mit Luxusautos und Goldschmuck. Laut der Anklage des Generalbundesanwalts soll er sich spätestens ab Herbst 2024 radikalisiert haben. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur soll bei N. (damals 15 Jahre alt) nach seiner Flucht aus Kabul über das Mittelmeer bis nach Deutschland eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden sein. Mehr zum Thema: Wie es zu dem Verdi-Anschlag kam . Seine Nachbarn beschreiben ihn auf Nachfrage der Münchner Redaktion von t-online als unauffällig, manche kannten ihn nicht mal. Ein Mann, der direkt über N. wohnt, unterhielt sich manchmal mit ihm. Einmal soll N. gesagt haben, dass Männer ihn erwarten würden, wenn er zurück nach Afghanistan ginge. Nach seiner Tat am 13. Februar 2025 soll er laut Ermittlerangaben am Tatort "Allahu Akbar" gerufen und nach seiner Tat gebetet haben. In seiner Vernehmung habe er eingeräumt, bewusst in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Demonstrationszugs gefahren zu sein.