Winterurlaub mit Hund: Tipps zu Unterkunft, Anreise und Pflege
Winterurlaub geht auch mit Hund, doch nicht alle Vierbeiner sind wintertauglich. Experten geben Tipps zu Unterkunft, Ausrüstung und Pflege. Die einen lieben Schnee, Ski und Winterwanderungen, die anderen verbringen die kalten Monate lieber am Strand in der Sonne. Genauso wie bei Menschen gibt es auch bei Hunden Wintermuffel und echte Outdoor-Enthusiasten, die es auch bei Minusgraden nicht erwarten können, nach draußen zu kommen. Ob es eine gute Idee ist, mit dem Hund in den Winterurlaub zu fahren, kommt also darauf an, sagt Ursula von Einem, Sprecherin des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte. So gibt es Rassen, die quasi für Eis und Schnee geschaffen sind, etwa sämtliche Schlittenhunderassen wie Huskys, die sich in der Kälte richtig wohlfühlen. "Aber es gibt auch Rassen, die deutlich weniger Unterwolle haben und sowieso nicht die Draußen-Hunde sind", sagt von Einem. Chihuahuas zum Beispiel frieren einfach schneller, weil sie so klein und zart sind. Sie kuscheln sich lieber in eine warme Decke ein, als über den eisigen Boden zu trippeln. Gassigehen bei Kälte: Wann wird es gefährlich? Auch auf die Lage kommt es an Wer jedoch – ebenso wie sein Vierbeiner – auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Bewegung an der frischen Luft genießt, der kann guten Gewissens einen Winter- oder Skiurlaub buchen. Experten empfehlen, dabei besonderen Wert auf das richtige Quartier zu legen, sowohl hinsichtlich der Lage als auch der Ausstattung. Reisekaufmann Tommy Kaupert aus Unterfranken, der auf Urlaub mit Hund spezialisiert ist, sagt: "Gerade, wenn man Ski fahren möchte, ist es super wichtig, sich eine Unterkunft nahe an der Piste zu suchen." Will man ohne vierbeinige Begleitung mehrere Stunden am Tag auf der Piste verbringen, sollte es die Möglichkeit geben, in der Mittagspause schnell mal zur Unterkunft zu gehen oder zumindest eine kleine Gassirunde einzulegen. "Wenn man dazu erst noch lange mit der Gondel oder dem Skibus fahren müsste, hätte man viel Zeit verloren", so Kaupert. Den Hund während des Skifahrens einfach im Auto auf dem Parkplatz lassen? Das ist tabu, denn es ist gefährlich: "Da kann er sich stundenlang nicht bewegen und kühlt aus", warnt Tierärztin Ursula von Einem. Wie kommt man hin? Er selbst bevorzuge Unterkünfte, die man mit dem Auto erreichen kann, sagt Tommy Kaupert. Und wo im Notfall auch ein Tierarzt erreichbar ist, entweder direkt vor Ort oder spontan per Pkw. Verträgt der Hund lange Autofahrten im Privat-Pkw nur schwer, ist vielleicht eine organisierte Busreise mit anderen Hundefreunden eine gute Alternative. Das kann die Fahrt nicht nur für Zweibeiner, sondern auch für ihre tierische Begleitung entspannter machen. Skigebiete, die nur per Seilbahn oder Pistenraupe zu erreichen sind, bieten sich für einen Urlaub mit Hund eher weniger an. "Wenn, dann dürfte der Hund nicht zu ängstlich sein und man müsste so etwas vorher in Ruhe trainiert haben", so Kaupert. Auf hundegerechte Unterkunft achten Ob schlichte Pension, Fünf-Sterne-Hotel oder Ferienwohnung: Für Hundebesitzer gibt es in jeder Kategorie Angebote. Allerdings rät Kaupert, bei den Details genau hinzuschauen. Etwa bei der Zimmergröße. "Da kann man seine Dogge so lieben, wie man möchte, und das Zimmer auf der Seiser Alm noch so schnuckelig sein: Wenn ein Hund groß ist oder einen großen Bewegungsdrang hat und das Zimmer einfach zu klein, kann einem die Urlaubsfreude schnell vergehen." Hunde mit auf die Piste? Nicht nur die Nähe zur Piste, sondern auch zu Wanderwegen ist wichtig, um den Vierbeinern Spaß im Schnee und den nötigen Auslauf zu ermöglichen. Denn grundsätzlich gilt: Auf den Abfahrtshängen sind Hunde tabu. Sowohl für sie als auch für Skifahrer wäre das Verletzungsrisiko bei einem Zusammenprall oder Sturz viel zu hoch. "Einzige Ausnahme sind Langlauf-Gebiete, bei denen es extra Hunde-Loipen gibt", sagt Tierärztin Ursula von Einem. "Gerade mit Vierbeinern, die gerne laufen und den Winter mögen, kann das ein tolles gemeinsames Erlebnis werden." Besondere Pflege für Pfoten Vor einer Tour durch das Winterwunderland sollte man einiges beachten. Um zu verhindern, dass sich Schnee zwischen den Krallen festsetzt und eiskalte Klümpchen bildet – die wehtun und oft dazu führen, dass der Hund nicht mehr weitergehen möchte – am besten das Fell an den Zehen kurz schneiden. Hundepfoten riechen nach Popcorn: Ursache und Pflege Neigen Hunde zu brüchigen Pfotenballen, können diese mit Vaseline oder Melkfett eingecremt werden. Wichtig ist, die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser zu reinigen. "Danach trocken rubbeln – das schadet nie", sagt von Einem. Bei Bedarf anschließend noch einmal eincremen. Tommy Kaupert und seine Frau haben für ihre drei Labradoodles neben Hundemänteln vorsichtshalber auch immer Pfotenschuhe im Gepäck. "Wenn es richtig eisig wird, rutschen sie dann nicht weg", sagt Tamara Kaupert. Auch spezielle Hunde-Bademäntel leisten ihrer Ansicht nach wertvolle Dienste, damit die Hunde nicht auskühlen und schnell trocknen, wenn sie nach einer Tour mal abgeduscht werden müssen. Schneewanderung mit Wassernapf? Bei langen Spaziergängen oder Wanderungen im Sommer ist Wasser für den Vierbeiner immer dabei – aber auch bei Kälte? "Ich trinke ja auch im Winter, wenn ich Durst habe", sagt Ursula von Einem. "Und schließlich bewegt sich der Hund viel. Von daher ist es nicht verkehrt, auch für ihn etwas dabei zu haben." Auch ein Erste-Hilfe-Set sollte im Winterurlaub nicht fehlen. Skeptisch ist die Tierärztin jedoch, was spezielle Hundebrillen für den Schnee angeht. Bei Hunden mit Augenerkrankungen kann es aber sinnvoll sein. Vierbeiner, die schneller frieren, können zudem von einem Wintermantel profitieren. Schnee gefressen? Kein Problem – eigentlich Und dann gibt es noch Hunde, bei denen sogar die Liebe zum Schnee durch den Magen geht. Aber ist das gesund? Ursula von Einem kann beruhigen: "Wenn Hunde nur mal nach dem Schneeball schnappen oder ein bisschen Schnee herunterschlucken, ist das in der Regel überhaupt kein Problem." Fressen sie jedoch große Mengen, kann das durch mögliche Verschmutzungen im Schnee zu Magenentzündungen führen. "Wenn der Hund nicht mehr frisst, erbricht und Durchfall hat, muss man das im Auge behalten", so von Einem. Bei leichten Problemen reichen ein paar Tage Schonkost, in schwereren Fällen sollte man eine Tierarztpraxis aufsuchen. So schützen Sie Ihren Hund vor Kälte Nicht immer ist der schöne weiße Schnee harmlos: "Man muss sich nur vorstellen, dass jemand Frostschutzmittel ins Auto gefüllt hat und etwas daneben gegangen ist." Nimmt der Hund das mit dem Schnee auf, kann es gefährlich werden. Vor allem hohes Fieber ist immer ein Alarmzeichen. Hundefreundliche Hotels oder Apartments Bleibt nur die Frage, ob es wirklich richtig tolle Orte und Unterkünfte gibt, in denen sich sowohl Zwei- als auch Vierbeiner wohlfühlen. "Auf jeden Fall!", sagen Tamara und Tommy Kaupert, die selbst immer mit ihren drei Hunden reisen und wissen: "Im Schnee haben die den Spaß ihres Lebens." So gibt es etwa Hotels, die sogar Menüs speziell für Hunde und einen Gassigeh-Service sowie Hundetraining anbieten. Auch für Fans von Ferienwohnungen gibt es hundefreundliche Angebote mit passender Ausstattung wie Näpfen und Hundebetten.
