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Tesla und andere E-Autos: Partei-Präferenz beeinflusst Meinung

Ob jemand ein E-Auto kauft – und von welchem Hersteller – hängt auch von der Parteipräferenz ab. Besonders Tesla leidet darunter. Elektroautos setzen sich zunehmend durch – zumindest technisch. Auf dem deutschen Automarkt hatte 2025 fast jedes dritte neu zugelassene Auto einen Elektromotor. Die neue staatliche E-Förderung soll demnächst einen weiteren Schub generieren . Doch beim Image bestimmter Marken zeigt sich ein anderes Bild: Der US-Hersteller Tesla verliert deutlich an Zustimmung. Nur noch rund ein Viertel der Deutschen kann sich grundsätzlich vorstellen, ein Modell des Unternehmens zu kaufen. Besonders gering ist die Bereitschaft bei Anhängern der Grünen. Die politischen Präferenzen der Käufer spielen dabei eine größere Rolle als Alter, Einkommen oder Wohnort. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Rexklima der TU Dresden . E-Mobilität wächst Zwar steigt der Anteil elektrifizierter Neuwagen kontinuierlich, doch in der Bevölkerung bleibt die Begeisterung verhalten. Laut IW-Umfrage lehnen 42 Prozent der Befragten den Kauf eines E-Autos grundsätzlich ab. Gleichzeitig zeigt sich: Die Einstellungen zu Elektrofahrzeugen verlaufen entlang politischer Überzeugungen, nicht entlang klassischer soziodemografischer Linien. Das zeigt sich auch daran, dass Anhänger der Grünen doppelt so häufig ein E-Auto besitzen wie Anhänger der AfD , obwohl Letztere traditionell als autoaffiner gelten. Auch auf der Angebotsseite ist der Umbruch spürbar. Seit 2017 sinken die Produktionszahlen der deutschen Automobilhersteller. Im Jahr 2024 wurden nur noch 4,1 Millionen Fahrzeuge produziert, ein Rückgang von über 1,5 Millionen Einheiten in sieben Jahren. Die Zahl der Beschäftigten ist im selben Zeitraum um rund 60.000 gesunken. Der Umbau der Industrie hin zur Elektromobilität verläuft parallel zu strukturellen Herausforderungen wie dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter, Zollkonflikten und politischen Debatten um Klimapolitik und Infrastruktur, schreiben die Studienautoren. Tesla unter Druck Noch vor wenigen Jahren galt Tesla als Vorreiter der Elektromobilität. 2025 verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland jedoch nur 19.390 Neuzulassungen und damit einen Rückgang von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Europaweit betrug das Minus 38 Prozent, weltweit immerhin neun Prozent. Besonders das Model Y, 2024 noch meistverkauftes E-Auto, fiel auf Platz zwölf zurück. Die Ursachen für den Bedeutungsverlust liegen laut der Untersuchung nicht allein in technischen Fragen oder der wachsenden Konkurrenz. Entscheidender dürfte die öffentliche Rolle von Elon Musk sein. Der Tesla-Chef hat sich in den USA und Europa zunehmend politisch positioniert. Im Bundestagswahlkampf 2025 empfahl er öffentlich die AfD, trat im Livestream mit deren Co-Vorsitzender Alice Weidel auf und erklärte: "Nur die AfD kann Deutschland retten." Diese Positionierung hat dem Unternehmen geschadet, vor allem bei den politisch eher umwelt- und klimabezogenen Käufergruppen, zu denen einst viele Tesla-Fans zählten. Parteipräferenzen als zentrale Einflussgröße Die IW-Befragung zeigt deutlich: Politische Präferenzen beeinflussen das Kaufverhalten stärker als Alter, Bildungsstand oder Wohnort. Zwar zeigen Jüngere und Menschen mit einem höheren Bildungsniveau, einem Wohnsitz im städtischen Raum und Hausbesitzer statistisch ein deutlich höheres Interesse an E-Autos als Ältere und Personen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss, einem Wohnsitz im ländlichen Raum und Mietern. Entscheidender scheint jedoch die politische Ausrichtung zu sein. Unter Grünen-Anhängern ist die grundsätzliche Bereitschaft, ein E-Auto zu kaufen, mit rund 64 Prozent am höchsten. Tesla jedoch kommt für diese Gruppe kaum infrage – nur 10,8 Prozent zeigen hier noch Interesse. Umgekehrt zeigt sich bei AfD-Anhängern trotz Musks Unterstützung kein positiver Effekt: Zwar liegt die Kaufbereitschaft für einen Tesla mit 15,2 Prozent etwas höher, doch insgesamt lehnen mehr als zwei Drittel dieser Gruppe E-Autos grundsätzlich ab. Der Zusammenhang zwischen Parteipräferenz und Autokauf ist statistisch deutlich. Personen mit einer positiven Haltung zu Klimapolitik zeigen auch mehr Offenheit gegenüber Elektromobilität, bevorzugen aber vor allem deutsche Marken. Marktdynamik: Deutsche Anbieter vorn, China Randerscheinung Während Tesla Marktanteile verliert, profitieren vor allem deutsche Hersteller. Modelle wie VW ID.3, ID.4 oder ID.7 führen die Zulassungsstatistiken an. 37,3 Prozent der Befragten bekunden Kaufinteresse an einem E-Auto von deutschen Herstellern, der Anteil der Ablehnenden liegt mit 42,2 Prozent nur wenig höher. Chinesische Marken wie BYD haben trotz starker globaler Präsenz in Deutschland mit nur zwei Prozent Marktanteil und verhaltener Zustimmung in der Bevölkerung – auch bei den offensten Wählergruppen – einen schweren Stand.