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Bahnhof Alexisbad: Leerstehendes Gebäude wird saniert – Gastronomie kommt

Lange Zeit standen historische Bahnhofsgebäude im Harz leer. Nun tut sich etwas. Auch für Braunschweiger Touristen könnten sich die Entwicklungen lohnen. Von Braunschweig aus sind es mit dem Auto rund eineinhalb Stunden bis in den Ortsteil Alexisbad in Harzgerode. Der Trip in den Harz bietet sich für einen Kurz-Ausflug an. Denn die Stadt liegt umgeben von Wäldern, Seen und Bergen idyllisch auf knapp 400 Metern Höhe. Bei einem Streifzug durch die Stadt gibt es historische Fachwerkbauten, ein Schloss, Kirchen aber auch Industriedenkmäler und ruhige Natur zu entdecken. Lost Place im Harz: Erholungsheim bekommt neues Leben Lost Place: Alte Skisprungschanze erinnert an Wintersport-Ära Im Ortsteil Alexisbad steht etwa der Luisentempel – und der alte Bahnhof Alexisbad. Seit Jahren steht das Bahnhofsgebäude leer, wurde in den sozialen Medien bereits als "Lost Place" betitelt. Nun deuten sich jedoch Veränderungen an. Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) haben die historischen Stationsgebäude offiziell an den neuen Eigentümer übergeben. Käufer ist der Unternehmer und Investor Markus Hercher, wie aus einer entsprechenden Mitteilung der HSB hervorgeht. Die Übergabe fand vor Ort am Bahnhof im Selketal statt. Neben HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller war auch Harzgerodes Bürgermeister Marcus Weise anwesend. Zum Verkauf gehören das historische Empfangsgebäude, ein hölzerner Anbau mit der früheren Bahnhofsgaststätte sowie der ehemalige Güterschuppen. Übernahme als "wichtiger Schritt" für touristische Entwicklung Die HSB hatten die Veräußerung der Gebäude gegen Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen, der Kaufvertrag wurde im November 2025 unterzeichnet. Die Bauten standen zuvor über Jahre weitgehend leer. Hercher plant eine umfassende Sanierung des gesamten Ensembles. Perspektivisch ist zudem eine gastronomische Nutzung vorgesehen, die dem Bahnhof neue Impulse geben und den Tourismus im Selketal ankurbeln soll. "Nach vielen Jahren ohne erfolgreiche Nachnutzungsperspektive ist dies ein wichtiger Schritt für den Bahnhof und die touristische Entwicklung der Region", erklärte HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller. Der Bahnhof sei ein geschichtsträchtiger Standort, dem nun neues Leben eingehaucht werden solle. Die HSB hatten ihre Verkaufsstelle im Empfangsgebäude bereits Ende August 2014 geschlossen. Der Fahrkartenverkauf wurde anschließend vom gegenüberliegenden Hotel Habichtstein übernommen. Um den Erhalt der Gebäude zu sichern, ließ das Unternehmen in den vergangenen Jahren unter anderem das Dach des Empfangsgebäudes vollständig sanieren. Markus Hercher: Dieser Investor übernimmt Bahnhofsgebäude Unternehmer und Investor Markus Hercher stammt aus dem thüringischen Bad Frankenhausen, nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Er ist als Autohausbesitzer und Agrarinvestor überregional bekannt und laut Handelsregister Geschäftsführer zahlreicher Unternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dazu zählt ein Unternehmen mit acht Autohäusern unter anderem in Leipzig, Zwickau und Altenburg. Seit 2005 investierte Hercher zudem in mehrere Agrarunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe mit mehreren tausend Hektar Fläche. Ein Agrarunternehmen von ihm hat seit mehr als 20 Jahren seinen Sitz in Harzgerode, zu dem Alexisbad gehört. Im Sommer 2019 erhielt Hercher von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft den Schmähpreis "Heuschrecke des Jahres". Damit kritisierte der Verband die Investitionen in landwirtschaftliche Großbetriebe. Der Bahnhof Alexisbad wurde am 1. Juli 1888 zur Freigabe der Strecke der Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn zwischen Mägdesprung und Alexisbad in Betrieb genommen. Mit dem späteren Abzweig in Richtung Stiege und Hasselfelde entwickelte sich der Standort zu einem wichtigen Abzweigbahnhof. Als größter Kreuzungsbahnhof im Selketal spielte Alexisbad über Jahrzehnte eine zentrale Rolle im regionalen Bahnverkehr und verfügte bis 1905 über einen eigenen Lokschuppen. Beim Hochwasser im April 1994 wurden die Gleisanlagen stark beschädigt, konnten jedoch bereits einen Monat später wieder genutzt werden. Millionenprojekte: Mehrere Investitionen im Selketal Die Pläne für eine Sanierung des leerstehenden Bahnhofs reihen sich ein in die Investitionen im Selketal. Die Stadt Harzgerode bekam im vergangenen Jahr vom Infrastrukturministerium rund sieben Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt. Davon soll alleine mit 4,6 Millionen Euro das historische Logierhaus in Alexbad aus dem Jahr 1811 modernisiert werden. Das markante Gebäude mit seinen vier Türmen war im Winter 2024 vom Touristikkonzern Skan-Tours gekauft worden, das ein Hotel in dem Ortsteil betreibt. Das Unternehmen plant eine umfassende Sanierung des früheren Erholungsheims. "Seit vielen Jahren stehen schöne historische Gebäude in Alexisbad leer", sagte die geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens, Iona Werner, damals. "Deren baufälliger Zustand schreckt viele Gäste ab und schadet dem Ruf des idyllischen kleinen Kurorts im Selketal." Mit gezielten Investitionen in das Ortsbild solle dem entgegengewirkt werden. Die Selketalbahn mit den historischen Dampfloks spielt im touristischen Konzept der Region eine wichtige Rolle. Auch wenn ein Gutachten zur Zukunft der HSB im vergangenen Jahr die Einstellung des Betriebs der Selketalbahn nahegelegt hatte, will das Unternehmen daran festhalten und weiter in die Strecke investieren.