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ADAC-Krise: Verkehrs-Chef Hillebrand tritt zurück

Der Verkehrspräsident des ADAC hat die Wahrheit gesagt und seinen Job verloren. Das entlarvt den Verkehrsclub: Er spielt lieber den Museumswärter für Verbrenner-Nostalgiker, als seine Mitglieder vor dem Absturz zu bewahren. Der Aufschrei war programmiert. Wütende Kommentare, Kündigungsdrohungen – und schon knickt die Spitze des ADAC ein. Verkehrs-Chef Gerhard Hillebrand muss gehen. Sein Vergehen: Er hat unbequeme Wahrheiten ausgesprochen, beispielsweise, dass eine CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel nötig sei, um die Menschen dazu zu bringen, auf klimaschonendere Alternativen umzusteigen. Für die Ideologen des sturen "Weiter so" ist das ein Sieg. Für die 22 Millionen Mitglieder des Autoclubs ist es ein schwerer Verlust. Hillebrand hat begriffen, was die Club-Gewaltigen in München panisch verdrängen: Die Mitglieder sind mehr als nur Beitragszahler. Sie sind Väter und Mütter, die eine bewohnbare Welt wollen. Sie sind Angestellte einer Schlüsselindustrie, die ohne den radikalen Schwenk zum Elektroantrieb zu kollabieren droht. Sie sind Bürger, die saubere Luft atmen wollen. Vom Anwalt zum Bremsklotz Ein ehrlicher Club wäre ein Schutzschirm für genau diese Menschen. Er würde sie auf den harten Umbau unserer Mobilität vorbereiten, statt so zu tun, als wären Spritkosten das größte Problem der Menschheit. Hillebrand wollte den Club in diese Richtung steuern. Er weiß: Nur wer jetzt den Wandel vorantreibt, rettet am Ende das Auto generell. Denn der Verbrenner ist ein für alle Mal Geschichte. Doch der ADAC wählt den billigen Applaus. Er rettet kurzfristig seine Mitgliederstatistik und opfert dabei seine Relevanz. Denn wer den Fortschritt wegmoderiert, betreibt keine Interessenvertretung, sondern Realitätsverweigerung. Einen Strategen zu entsorgen, um den Zorn der Unbelehrbaren zu besänftigen, ist kein Sieg für die Autofahrer. Es ist ein Kniefall vor der Vergangenheit. Und die Rechnung für diese Feigheit werden die Mitglieder zahlen – spätestens dann, wenn ihre Verbrenner-Autos unverkäuflich sind. Und ihre Arbeitsplätze im Autobau komplett in chinesischer Hand. Denn dort fragt niemand nach dem ADAC.