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Epstein-Akten ziehen immer weitere Kreise: Diese Europäer stehen im Fokus

Die jüngste Veröffentlichung neuer Dokumente über Jeffrey Epstein zieht immer weitere Kreise – auch bis nach Europa. Ein erster Überblick. Das Justizministerium in Washington hat am Freitag mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht, darunter E-Mails, Fotos und Videos. Darin erscheinen wieder die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten, darunter der heutige US-Präsident Donald Trump , Tech-Multimilliardär Elon Musk , Microsoft-Gründer Bill Gates . Die jüngste Veröffentlichung neuer Dokumente zieht zudem weitere Kreise bis nach Europa. Namen von Prominenten aus Frankreich , Norwegen und der Slowakei tauchten in den neuen Akten auf. Im Fokus stehen verschiedene Personen, die mit Epstein Kontakt gehabt haben sollen. Britischer Ex-Botschafter Peter Mandelson Der britische Premierminister Keir Starmer ordnete am Montag eine Untersuchung zu den Kontakten des früheren britischen Botschafters in den USA , Peter Mandelson, zu dem Sexualstraftäter Epstein an. Die Akten rückten die engen Verbindungen Mandelsons zu Epstein erneut in den Fokus. Es würden nun "alle verfügbaren Informationen über Peter Mandelsons Kontakte zu Jeffrey Epstein während seiner Zeit als Minister" geprüft, sagte Starmers Sprecher. Zudem solle Mandelson aus dem britischen Oberhaus, dem House of Lords, ausgeschlossen werden . Mandelson war schon im September wegen der Enthüllungen als Botschafter abgesetzt worden. Grund waren damals bekannt gewordene E-Mails des Briten an Epstein. Den neuen Dokumenten zufolge soll der Labour-Politiker Anfang der 2000er-Jahre mehrfach Geld von Epstein erhalten haben. Weitere Dokumente sollen Überweisungen Epsteins an Mandelsons Lebenspartner Reinaldo Avila da Silva belegen. In einem Interview mit der BBC sagte Mandelson, er wisse nicht, ob die Bankauszüge authentisch seien. Am Sonntagabend trat er jedoch aus der Labour-Partei aus, mit der Begründung, er wolle die Partei "nicht weiter in Verlegenheit bringen". Der britische "Guardian" berichtete, Mandelson drohe nun auch eine polizeiliche Untersuchung wegen der mutmaßlichen Weitergabe marktrelevanter Informationen an Epstein auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Dokumente aus den neu veröffentlichten Akten legen nahe, dass Mandelson eine Reihe von E-Mails geschickt hat, die vertrauliche Informationen enthielten, die die Regierung zur Bewältigung der globalen Finanzkrise erhielt. Mandelson war zum damaligen Zeitpunkt Wirtschaftsminister. Früherer französischer Kulturminister Jack Lang Auch der Name des früheren französischen Kultur- und Bildungsministers Jack Lang taucht in den neuen Epstein-Akten auf. Demnach unterhielten Lang und seine Tochter Caroline Kontakte zu dem US-Finanzinvestor. Laut dem französischen Online-Magazin "Mediapart" finden sich in den Akten keine Belege für eine Verwicklung Langs oder seiner Tochter in Epsteins kriminellen Machenschaften. Nach Informationen der Zeitung "Le Monde" bat Lang Epstein um Gefälligkeiten wie die Nutzung eines Autos oder Flugzeugs für sich selbst oder seine Familie. Er habe den US-Investor "vor etwa 15 Jahren" durch den US-Regisseur Woody Allen kennengelernt, erklärte Lang gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er stehe "in vollem Umfang zu den Verbindungen", die er einst zu Epstein aufgebaut habe. Damals habe für ihn nichts darauf hingedeutet, dass Epstein "im Zentrum eines kriminellen Netzwerks stehen könnte". Er sei "völlig schockiert" gewesen, als er von Epsteins Verbrechen erfahren habe. Norwegische Diplomatin Mona Juul Mona Juul ist eine bekannte Diplomatin aus Norwegen. Sie wurde nach den neuen Enthüllungen im Fall Epstein vorläufig vom Dienst entbunden. Das norwegische Außenministerium habe die Botschafterin suspendiert, berichteten norwegische Medien. Außenminister Espen Barth-Eide erklärte, man bemühe sich derzeit, "Licht in die Angelegenheit" rund um mögliche Kontakte Juuls zu Epstein zu bringen. Auslöser seien Berichte, wonach Juuls Kinder im Testament des verurteilten US-Investors als Erben aufgeführt seien. Demnach sollten sie insgesamt zehn Millionen US-Dollar erhalten (rund 8,5 Millionen Euro). Juul wies jegliche Vorwürfe zurück und erklärte dem Sender NRK, sie habe "keinerlei eigenständige private oder berufliche Beziehung zu Epstein" gehabt. Juul war früher Norwegens Botschafterin bei den Vereinten Nationen und ist derzeit als Chefdiplomatin in Jordanien tätig. Neben Juul tauchen norwegischen Medien zufolge auch der Name des ehemaligen Ministerpräsidenten und früheren Generalsekretärs des Europarates, Thorbjörn Jagland, und des früheren Außenministers Börge Brende in den neuen Dokumenten auf. Brende ist heute Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos. Er traf Epstein 2018 und 2019 mehrmals in New York zum Essen. Im November vergangenen Jahres hatte er gegenüber der norwegischen Zeitung "Aftenposten" erklärt, er habe mit Epstein "nie etwas zu tun gehabt". Slowakischer Ex-Außenminister Miroslav Lajčák Auch in der Slowakei war Epstein den jüngsten Dokumenten zufolge offenbar vernetzt: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico akzeptierte am Sonntag den Rücktritt des langjährigen Außenministers Miroslaw Lajčák wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Epstein. Lajčák kommunizierte mit Eptein offenbar über Diplomatie – und Frauen. Ein SMS-Verlauf vom Oktober 2018 in den Akten etwa zeigt dies. Epstein teilte ein Foto, das in den Akten nicht zu sehen ist. Lajčák antwortete: "Warum lädst du mich nicht zu diesen Spielen ein? Ich würde das Mädchen mit dem 'MI' nehmen", so Lajčák. "Wer würde das nicht wollen?", erwiderte Epstein. "Sie können beide haben, ich bin nicht besitzergreifend. Und ihre Schwestern auch." Lajčák bestritt jegliches Fehlverhalten. Laut slowakischen Medienberichtenen erklärte er, die Kommunikation sei informell und unbeschwert gewesen. Er sei zurückgetreten, "nicht weil ich etwas Kriminelles oder Unethisches getan hätte, sondern damit er [der Premierminister] keine politischen Konsequenzen für etwas tragen muss, das nichts mit seinen Entscheidungen zu tun hat." Norwegische Kronprinzessin Mette-Marit Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hat "peinliche" Fehler eingeräumt, nachdem norwegische Medien berichtete hatten, dass ihr Name mindestens tausendmal in den neuen Akten auftaucht. Die jüngsten Enthüllungen deuten darauf hin, dass Mette-Marit den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nicht nur persönlich gut kannte, sondern auch über einige seiner Verbrechen Bescheid gewusst haben dürfte. In einer E-Mail, die von ihr stammen soll, schreibt die Absenderin etwa, Epstein bei Google gesucht zu haben, und fügt laut dem norwegischen Rundfunksender NRK zu einem Smiley den Satz hinzu: "Das sah nicht besonders gut aus." Hier lesen Sie mehr zu den Skandalen rund um die Kronprinzessin. Prinzessin Sofia von Schweden In den Akten wurde auch Prinzessin Sofia von Schweden erwähnt. Der schwedische Königshof bestätigte, dass sie in der Vergangenheit nur begrenzten Kontakt zu Epstein gehabt habe. In den neu freigegebenen Dateien ist ein Bild von ihr zu sehen, auf dem Epstein sie als "Unsere Sofia" bezeichnet. In der E-Mail hieß es: "Bald Prinzessin Sofia… die gesamte schwedische Presse sucht nach ihr … während sie in Afrika ist!" Die E-Mail scheint im Jahr 2010 verschickt worden zu sein, als die Prinzessin noch Sofia Hellqvist hieß, fünf Jahre bevor sie Prinz Carl Philip heiratete. Prinzessin Sofia wurde ebenfalls in einer im Dezember veröffentlichten Akte erwähnt. Der schwedische Königshof gab damals an, dass Prinzessin Sofia "um das Jahr 2005 herum einige Male der betreffenden Person vorgestellt worden war". Weiter hieß es: "Die Prinzessin hatte seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr zu der betreffenden Person". Andrew Mountbatten-Windsor und Ex-Frau Sarah Ferguson Auch auf das Ausmaß der Verbindungen von Andrew Mountbatten-Windsor und seiner Ex-Frau Sarah Fergusin werfen die Dokumente ein neues Licht. "Danke, Jeffrey, dass du der Bruder bist, den ich mir immer gewünscht habe", heißt es etwa in einer E-Mail, die Ferguson im August 2009 an Epstein schrieb – ein Jahr nach dessen erstmaliger Verurteilung. In einer weiteren E-Mail schrieb "Fergie" an Epstein: "Ich stehe zu deinen Diensten. Heirate mich einfach." Ferguson hatte sich in einem früheren Interview dafür entschuldigt, umgerechnet etwa 17.210 Euro von dem Milliardär angenommen zu haben. Sie betonte, "nie wieder" etwas mit Epstein zu tun haben zu wollen. Das Darlehen hatte sie als "gigantischen Fehler" bezeichnet. Auch der Name des einstigen britischen Prinzen taucht wieder mehrfach in den neuen Akten auf. Dazu gehört ein Foto, das Mountbatten-Windsor scheinbar auf allen Vieren über einer auf dem Boden liegenden Frau zeigt. Das Gesicht der Frau ist unkenntlich gemacht, und sie liegt auf dem Rücken. Auf einem der Bilder scheint er seine Hand auf ihrem Bauch zu haben. Die Bilder sind undatiert, haben keine Bildunterschrift und deuten nicht auf ein Fehlverhalten hin. Unter anderem wurden auch E-Mails veröffentlicht, die Andrew an Jeffrey Epstein geschickt hat. Auch Andrew wurde Vergewaltigung und sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er bestreitet jegliche Vorwürfe gegen sich. Aufgrund von Andrews Verstrickungen nahm ihm sein Bruder, König Charles III., im vergangenen Jahr alle Ehrenabzeichen inklusive seines Prinzentitels ab. Epstein war Kopf eines kriminellen Netzwerks Der US-Investor Epstein stand unter Verdacht, tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er war erstmals 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe. 2019 wurde er unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid. Die Nennung einer Person in den Akten bedeutet nicht, dass sich diese einer Straftat schuldig gemacht haben. Jedoch werden in den Papieren teils schwere Vorwürfe gegen einzelne Menschen erhoben, so etwa Missbrauchsvorwürfe gegen US-Präsident Trump. Die US-Justiz hat jedoch beschlossen, keine neuen Anklagen zu stellen.