Rückruf für den Ford Focus ausgeweitet: Diesel mit Partikelfilter betroffen
Ford muss wegen fehlerhafter Dieselpartikelfilter erneut zahlreiche Focus-Modelle in die Werkstätten rufen. Betroffen sind auch Fahrzeuge jüngerer Baujahre. Ford kommt beim Thema Dieselpartikelfilter nicht zur Ruhe. Wegen erneut auffälliger Abgaswerte bittet der Hersteller weitere Exemplare des Kompaktmodells Focus in die Werkstätten. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) betrifft die neue Aktion 140.250 Fahrzeuge weltweit, davon 17.688 in Deutschland. Betroffen sind Modelle aus dem Produktionszeitraum von Mai 2014 bis Januar 2023 mit 1,5-Liter-Turbodieselmotor und Dieselpartikelfilter. Hintergrund ist laut KBA eine konstruktionsbedingte Erhöhung der Partikelanzahl über die Lebensdauer der Fahrzeuge. Halter der betroffenen Autos werden vom KBA angeschrieben und aufgefordert, ihr Fahrzeug in einer Vertragswerkstatt vorzustellen. Der Rückruf wird von der Behörde überwacht und unter der Referenznummer 16091R geführt. Ford selbst bezeichnet die Aktion mit dem Rückrufcode 24E06. Fast täglich einer: Zahl der Auto-Rückrufe ist deutlich gestiegen Wichtig zu wissen: Rückruf verpasst – das sind die Konsequenzen Rekalibrierung und Prüfung in der Werkstatt In den Werkstätten soll zunächst die Regeneration des Dieselpartikelfilters neu kalibriert werden. Zusätzlich prüfen die Betriebe den Zustand des Partikelfilters. Wird dabei eine Beschädigung festgestellt, tauscht Ford das Bauteil aus. Nach Angaben des KBA sind bislang keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel bekannt. Für Rückfragen hat Ford eine Hotline eingerichtet. Kunden können sich unter der Rufnummer 0221 9999 2999 informieren. Neue Messmethode bringt alte Probleme ans Licht Seit der Einführung einer neuen Messmethode bei der Abgasuntersuchung wird die Anzahl der ausgestoßenen Partikel genauer erfasst. Dabei zeigen sich bei verschiedenen Ford-Dieseln teils deutlich erhöhte Werte, die nicht mehr den Vorgaben entsprechen. Bereits Ende 2024 hatte Ford einen umfangreichen Rückruf gestartet . Damals ging es um rund 768.927 Fahrzeuge weltweit, davon 164.168 in Deutschland. Betroffen waren zahlreiche Baureihen aus den Baujahren 2014 bis 2020, darunter B-Max, Fiesta, Focus, Kuga, Mondeo sowie mehrere Transit-Varianten. Auch damals nannte das KBA eine konstruktionsbedingte Erhöhung der Partikelanzahl als Ursache. Einige Fahrzeuge waren bereits durch die Abgasuntersuchung gefallen. Während zunächst eine unzureichende Abstimmung der Filterregeneration vermutet wurde, stellte Ford später klar, dass Haarrisse im Dieselpartikelfilter für die erhöhten Werte verantwortlich seien. Die Maßnahmen entsprachen im Kern denen der aktuellen Aktion: Rekalibrierung der Filterregeneration sowie Prüfung und Austausch beschädigter Partikelfilter. Zudem stellte Ford eine Kulanzregelung für bereits reparierte Fahrzeuge in Aussicht und kündigte eine Garantieverlängerung auf zehn Jahre oder 160.000 Kilometer an. Rückruf weitete sich aus Kurz nach dem Start der großen Rückrufaktion mehrten sich Berichte von Fahrzeughaltern, deren Dieselmodelle ebenfalls auffällige Partikelwerte zeigten , ohne offiziell zurückgerufen zu werden. Genannt wurden unter anderem der Focus 1.5 TDCi sowie der Transit Custom 2.0 EcoBlue. Mit der nun gestarteten neuen Aktion rückt zumindest der Focus erneut in den Mittelpunkt – und das bis zu Modellen aus dem Jahr 2023.
