Mercedes-Benz: Skoda gelingt historische Wachablösung am Auto-Markt
Zeitenwende auf dem deutschen Automarkt: Mercedes stürzt ab, während ein Rivale vorbeizieht. Eine bittere Demütigung für die Schwaben und die Quittung für einen hausgemachten Fehler mit fatalen Folgen. Der deutsche Automarkt hat den Rückwärtsgang eingelegt. Im Januar sanken die Neuzulassungen um 6,6 Prozent auf 194.000 Fahrzeuge, berichtet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Vor allem Privatkunden halten ihr Geld zusammen. Doch während die Branche insgesamt schwächelt, erlebt Mercedes-Benz eine historische Demütigung. Skoda zieht am Stern vorbei Es ist eine echte Zäsur in der Statistik: Skoda, die einstige Billigmarke, zieht im Januar an Mercedes vorbei und ist jetzt die Nummer zwei in Deutschland, direkt hinter Volkswagen . Während die Tschechen um zwölf Prozent zulegen, büßen die Stuttgarter 6,5 Prozent ein. Designchef Wagener wirft hin: Mercedes verliert seinen grellsten Stern Die Ursachen sind teils hausgemacht: Mercedes-Chef Ola Källenius trimmte die Marke auf "Luxury First" ("Luxus zuerst"). Er strich Einstiegsmodelle und erhöhte die Preise. In unsicheren Zeiten rächt sich das. Doch die Preispolitik ist nicht das einzige Problem der Schwaben. Mercedes unter Druck: Die vier Kernbaustellen Hinter den schwachen Zahlen steckt eine tiefe Schieflage. Der Konzern kämpft an etlichen Fronten gleichzeitig: Absatzkrise auf den Weltmärkten: Verkaufsrückgänge belasten die Bilanz schwer. Besonders in China und den USA fressen Importzölle und Konkurrenzdruck die Gewinne auf. Radikaler Sparkurs: Mit Milliardenausgaben für Personalabbau und Prozessoptimierung versucht der Konzern, die Fixkosten erheblich zu senken. Gewinnhalbierung: Der Überschuss brach um 50 Prozent auf 3,87 Milliarden Euro ein (nach den ersten neun Monaten des Jahres 2025, aktuellste Zahlen). Ein Desaster für die Stuttgarter. Stotternder E-Motor: Hohe Preise und Designkritik bremsen die E-Mobilität. Die forcierte Luxusstrategie wurde intern bereits als "L-Wort" gemieden. Nicht nur die Händler beklagen die hohen Preise des Unternehmens. Sondern auch der ADAC schimpft. Viele Kunden wandern bereits zu Konkurrenten wie Skoda ab. Dort finden sie die Autos, die bei Mercedes schlicht zu teuer geworden sind. Bemerkenswert ist das Ergebnis auch für den Skoda-Mutterkonzern Volkswagen. Während die Tochter glänzt, stürzte die Kernmarke VW im Januar um satte 17,5 Prozent ab. E-Autos: Warum das Plus täuscht Beim Blick unter die Motorhaube trügt der Schein. Das KBA meldet für Januar zwar ein Elektro-Plus von fast 24 Prozent. Doch das ist eine optische Täuschung. Die Stromer gewinnen nicht aus eigener Kraft – sie profitieren nur vom Rückgang beim Verbrenner. Weil Benziner (minus 30 Prozent) und Diesel (minus 17 Prozent) massiv einbrechen, wirken die stabilen Zahlen der Stromer in der Statistik künstlich aufgebläht. Daran ändert auch die neue Elektroförderung des Bundes bislang nichts. Im Gegenteil: Die vorherrschende Unklarheit lässt viele potenzielle Kunden zögern. Beispielsweise sind noch Detailfragen zur Berechnung der Einkommensgrenzen offen. So mancher Käufer ist zudem skeptisch, ob die staatliche Förderung überhaupt bei ihm ankommt. Und zwar aus gutem Grund. Konkurrenz aus China im Rückspiegel Ganz am Ende der Statistik zeigt sich bereits die nächste Gefahr für die deutschen Hersteller. Marken wie BYD aus China wachsen extrem schnell. Zwar sind die absoluten Zahlen noch klein, doch die Kurve zeigt steil nach oben. Und damit auch die Spionagegefahr. Deshalb sperrt die Bundeswehr bereits bestimmte Autotypen aus. Hersteller Wachstum gegenüber Januar 2025 BYD +1.018,7 Prozent Leapmotor +344,5 Prozent Xpeng +247,9 Prozent Das Ergebnis vom Januar ist mehr als eine Momentaufnahme: Es ist die Quittung für Mercedes. Wer den Massenmarkt für den Luxus opfert, verliert den Parkplatz vor dem Supermarkt. Dort parkt jetzt die Konkurrenz.
