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Opel-Mutter Stellantis sagt Bau von Batteriefabrik ab

Die Opel-Mutter Stellantis bläst den Bau einer Batteriefabrik im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern ab. Das befeuert den Landtagswahlkampf im Land. Es klang wie ein Musterbeispiel für den grünen Industrieumbau. Autobauer Opel schließt sein Motorenwerk im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern , doch sollte in unmittelbarer Nachbarschaft eine neue Batteriefabrik für E-Autos entstehen. "Neue Energie", titelte die Zeitung "Die Rheinpfalz". Doch es kam anders. Der Opel-Mutterkonzern Stellantis zog jetzt in Paris die Reißleine und sagte den Bau der Batteriefabrik ab. Ein Rückschlag für Kaiserslautern und den Industriestrandort Deutschland. Zuvor hatten Großkonzerne bereits ihre Zusage für weitere Großprojekte in Deutschland abgesagt. Der US-Chiphersteller Intel stoppte den Bau einer Halbleiterfabrik in Magdeburg , Hersteller Wolfspeed kippte eine Chipfabrik im Saarland und der schwedische Batteriehersteller Northvolt legte die Expansion im schleswig-holsteinischen Heide auf Eis. "Ich bin erschüttert darüber, wie sich die Arbeitgeber in diesem Land verhalten", sagte IG Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger in Kaiserslautern dem Sender SWR . Er nannte die Entscheidung der Opel-Mutter Stellantis "irrational" und "verantwortungslos". E-Autos: Wie die Zahlen täuschen Pharma: US-Konzern Eli Lilly baut neues Werk in Alzey Bis zu 2.000 Arbeitsplätze sollten in Kaiserslautern entstehen. Man habe die Nachfrage nach E-Autos "überschätzt", teilte Stellantis am Konzernsitz in Paris mit. Wenige ICE-Stunden weiter westlich in Kaiserslautern ist die Enttäuschung über nicht eingehaltene Zusagen groß. Gewerkschafter Köhlinger monierte: "Während Wettbewerber den Ausbau von Kapazitäten und Innovationen ankündigen, begräbt das Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes-Benz und Total seine Pläne und schockiert eine ganze Region." Die Entscheidung der Opel-Muttergesellschaft trifft Rheinland-Pfalz in einer kritischen Phase – nicht nur wirtschaftspolitisch. Am 22. März sind Landtagswahlen in dem Bundesland. So attestierte die EU dem Land, mit seiner florierenden Biotechnologie mit international erfolgreichen Firmen wie Eli Lilly (Alzey), Impfstoffhersteller Biontech (Mainz) und Boehringer (Ingelheim) entlang des Rheins über eine der wachstumsstärksten Regionen in ganz Europa zu verfügen. Doch schwächeln Traditionsbetriebe wie die BASF mit ihrem Stammwerk in Ludwigshafen oder Opel in Kaiserslautern. Ministerpräsident Schweitzer sucht nach Alternativen Die Stadt sorgte schon im Vorjahr bei der Bundestagswahl für Schlagzeilen. Die AfD erzielte dort neben Gelsenkirchen ihre besten Ergebnisse im Westen. Nun kommen kurz vor der Landtagswahl neue bittere Nachrichten. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) nannte die Entscheidung der Opel-Muttergesellschaft "bedauerlich – auch für den Standort Deutschland und Rheinland-Pfalz". "Es ist eine strategische Unternehmensentscheidung, die ich mir natürlich anders gewünscht hätte." Er gehe davon aus, dass es schnell neue Interessenten für die Fläche geben werde, auf der eigentlich die Batteriezellenfabrik gebaut werden sollte. Andere Beispiele geben ihm recht. Vor Jahren sagte BMW den Bau einer Fabrik nahe Berlin am Standort Grünheide ab. Jahre später zog der US-Autobauer Tesla in dem bereits erschlossenen Gebiet in Rekordzeit seine Gigafactory hoch. Konzern verschätzt sich mit E-Autos Auch in Kaiserslautern sprach Stellantis stolz von einer Gigafactory. Deutsche Autobauer wie Mercedes wollten dort Batterien für ihre Fahrzeuge bauen. Doch bleibt der E-Boom vorerst aus. Dazu kommen hauseigene Stellantis-Probleme. Der Konzern war 2019 durch einen Zusammenschluss der französischen PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën, Opel) mit dem italienisch-amerikanischen Autobauer FiatChrysler (Fiat, Lancia, Ferrari , Chrysler, Jeep, Dodge) entstanden. Doch musste im Vorjahr die Produktion in mehreren Werken gestoppt werden. Es fehlte die Auslastung. In Hessen rutschte das Opel-Testzentrum in die Insolvenz. Die Konzernleitung setzte auf einen forcierten Ausbau der E-Auto-Sparte. Vorige Woche wurde die E-Offensive abgesagt. Neben dem Werk in Kaiserslautern wurde auch eine Batteriefabrik in Italien gestrichen. Nur ein bereits gebautes Werk bleibt bestehen. Der deutsche Staat wollte den Bau der Fabrik mit mehr als 437 Millionen Euro fördern. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte bei der Zusage der Fördergelder vor fünf Jahren: „Wir wollen, dass die innovativsten, nachhaltigsten und effizientesten Batterien aus Deutschland und Europa kommen." Daraus wird vorerst nichts.