BYD Atto 3 Evo: Großes Facelift bringt 800-Volt-Technik für schnelles Laden
2023 startete BYD mit dem Atto 3 in Deutschland. Nun bekommt das elektrische SUV eine Überarbeitung, die sich stark auf die Alltagstauglichkeit auswirkt. Als BYD vor drei Jahren mit dem Atto 3 offiziell auf den deutschen Markt kam, waren die Erwartungen an den Neuling aus China hoch. In der Praxis erwies sich das kompakte SUV als gut gemachte Standardware: 420 Kilometer Reichweite und eine Schnellladeleistung von 88 kW waren okay, mehr aber auch nicht. Nun wird aus dem Atto 3 der Atto 3 Evo – und vor allem unter der Haube tut sich etwas. Autos als Spione? Diskussion um chinesische Technik Ein Auto in einem Monat: Nio rutscht in Deutschland weiter ab Die Außenabmessungen bleiben erhalten, Detailänderungen an Schürzen, Rädern und Spoiler schärfen den Auftritt leicht. Wichtiger sind die technischen Änderungen: Basis ist die weiterentwickelte E-Plattform 3.0 mit 800-Volt-Architektur, die höhere Ladeleistungen und mehr Effizienz ermöglichen soll. Eine Batterie mit 75 Kilowattstunden (kWh) Kapazität ist künftig Standard. Sie erlaubt DC-Schnellladen mit bis zu 220 kW. Damit soll sich der Ladehub (10 auf 80 Prozent) auf rund 25 Minuten verkürzen. Vorher sprach BYD von rund 30 Minuten, wenn die bisher noch 60 kWh große Batterie von 30 auf 80 Prozent geladen wird. Künftig wird das SUV nicht mehr ausschließlich mit Frontantrieb, sondern auch mit Heck- oder Allradantrieb angeboten. Die heckgetriebene Variante leistet 230 kW/313 PS und 380 Nm, sprintet in 5,5 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht laut WLTP bis zu 510 Kilometer Reichweite. Die Allradversion mit zwei Motoren leistet 330 kW/449 PS und 560 Nm, beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht eine Reichweite von etwa 470 Kilometern. In beiden Fällen beträgt die gebremste Anhängelast 1,5 Tonnen. V2L, also die Möglichkeit, externe Geräte wie E-Bikes aufzuladen, ist serienmäßig an Bord. Frunk unter der Haube, mehr Ordnung im Cockpit Die neue Plattform erlaubt trotz gleich gebliebener Maße eine bessere Anordnung: Unter anderem wächst der Kofferraum auf 490 bis 1.360 Liter. Hinzu kommt ein 101 Liter großer Frunk unter der Fronthaube, um etwa Ladekabel zu verstauen. Das Cockpit präsentiert sich aufgeräumter als bisher. Neu ist ein auf 8,8 Zoll (ca. 22 Zentimeter) gewachsenes Kombiinstrument hinter dem Lenkrad, während der drehbare Touchscreen seine Größe von 15,6 Zoll (ca. 40 Zentimeter) behält. Das Infotainment-System integriert Google-Dienste sowie eine sprachgesteuerte Assistenz mit cloudbasierter KI . Der Fahrwahlhebel, der bisher an einen Schubhebel aus dem Flugzeug erinnerte, wurde an die Lenksäule verlegt. Das schafft Platz in der Mittelkonsole. Je nach Ausstattung sind ein Head-up-Display, beheizbare Rücksitze und ein Panoramaglasdach erhältlich. Serienmäßig sind sieben Airbags sowie ein umfangreiches Assistenzpaket mit Abstandsregeltempomat, Querverkehrswarner, Totwinkelüberwachung und Spurhaltefunktion enthalten. Neben sechs Jahren Fahrzeuggarantie gewährt BYD acht Jahre bzw. bis zu 250.000 Kilometer Garantie auf die Batterie. Marktstart und Preis Der Atto 3 Evo soll im Frühjahr 2026 nach Europa kommen. Einen konkreten Starttermin für Deutschland hat der Hersteller noch nicht genannt, ebenso wenig den Preis: Er dürfte leicht oberhalb des aktuellen Niveaus von rund 39.000 Euro liegen.
