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Beliebteste Autos: Das sind die Bestseller-Marken

China, USA, Indien, Japan: Was hierzulande der VW Golf ist, sind auf den größten Automärkten der Welt ganz andere Fahrzeuge. Das sind die Bestseller. Die Zeiten, in denen die Verantwortlichen weltweit auf einheitliche Automodelle setzten, sind vorbei. Inzwischen gilt auch auf Vorstandsebene, dass sich die automobile Nachfrage regional unterscheidet: Märkte prägen Modelle, nicht umgekehrt. Der Blick auf die Bestseller des vergangenen Jahres auf den größten Auslandsmärkten ist daher weit mehr als ein Zahlenspiel, sondern ein Spiegel kultureller Prioritäten. In den USA regiert der Pick-up-Kult, in China entscheiden Preis, Reichweite und urbane Mobilität über den Erfolg. Japan bleibt dem Bonsai auch beim Fahren treu: Kei-Cars und praxisorientierte Konzepte dominieren wegen Steuer- und Parkvorteilen. Indien wächst mit kompakten, preisbewussten Modellen, die sich in dichten Städten und auf holprigen Landstraßen bewähren. Und in Südkorea wiederum zeigen heimische Hersteller ihre Stärke mit einem Mix aus SUVs und einer eigenen Oberklasse. Aber trotzdem gibt es ein Auto, das es offenbar allen recht macht, oder zumindest den größten gemeinsamen Nenner des globalen Geschmacks bedient. Anders als früher, mit dem VW-Käfer, kommt das allerdings längst nicht mehr aus Deutschland. China: Geely Geome Xingyuan – Geiz ist geil Zwar werden auch nirgends so viele Oberklasse-Autos verkauft wie in China, und lange Zeit war die Volksrepublik deshalb das gelobte Land für die deutschen Premium-Hersteller. Doch die 30 Millionen Neuzulassungen im letzten Jahr auf dem mit weitem Abstand größten Markt waren eher billige Klein- und Kleinstwagen. Ihr Bestseller ist deshalb weder die Mercedes S-Klasse noch das heimische Star Xiaomi YU7: Mit etwa einer halben Million Zulassungen steht der Geome Xingyuan an der Spitze der Statistik – ein elektrischer Kleinwagen für umgerechnet nicht einmal 10.000 Euro. Der Erfolg ist typisch chinesisch: klein außen, digital innen, elektrisch angetrieben und preislich aggressiv positioniert. Der Xingyuan trifft den Nerv urbaner Käufer, die kurze Wege fahren, wenig Platz haben und maximale Vernetzung erwarten. Anders als westliche Kompaktwagen verkauft er nicht Motorleistung, sondern Bildschirmfläche, App-Integration und Reichweite für den Alltag. Sein Vorsprung entsteht weniger durch Prestige als durch System: lokale Produktion, staatlich geförderte Elektromobilität und ein Markt, der Innovation schneller adaptiert als irgendwo sonst. In China gewinnt, wer Alltag und Technik zusammenbringt – nicht, wer Emotionen verkauft. USA: Ford F-Series – der amerikanische Golf Amerika ist zwar mit 15,6 Millionen Neuzulassungen nur noch die Nummer 2 auf der Welt. Aber dafür haben sie dort eine Nummer 1, deren Status so unantastbar ist wie die Rocky Mountains. Denn seit Generationen schon führt der Ford F-150 die Zulassungsstatistik an und ist im kollektiven Bewusstsein so tief verankert wie bei uns der Golf. Allein im letzten Jahr hat Ford davon über 800.000 Exemplare verkauft und mal wieder den Chevrolet Silverado weit hinter sich gelassen. Von gewöhnlichen SUV oder gar klassischen Pkw ganz zu schweigen. Warum? Weil Pick-ups in den USA alles können: arbeiten, reisen, repräsentieren. Die F-Series gibt es deshalb als nacktes Baustellenfahrzeug ebenso wie als luxuriösen Lifestyle-Truck mit Ledersitzen und Großbildschirm. Flottenkunden, Farmer, Handwerker und Privatkäufer greifen gleichermaßen zu. Dazu kommt ein emotionaler Faktor: Der F-150 ist für viele Amerikaner weniger Modell als Institution. Er ist Teil des Selbstbildes – kraftvoll, praktisch, groß. Eigenschaften, die ihn in Europa unverkäuflich machen, sind dort sein Erfolgsrezept. Indien: Maruti Suzuki Dzire – das heimliche Verlangen Indien ist so etwas wie der schlafende Riese im automobilen Kosmos, der boomende Markt, bei dem jeder auf den Boom wartet. Zwar gibt es dort kein explosives Wachstum wie lange Zeit in China, aber dafür ein kontinuierliches, und mittlerweile steht der Subkontinent mit über fünf Millionen Neuzulassungen solide auf Platz drei der Weltrangliste. Trotzdem kennt kaum jemand die Autos, mit denen dieses Wachstum gelungen ist. Dass Maruti Suzuki den Markt dominiert, hat sich herumgesprochen. Dass die Koreaner dort gut im Geschäft sind und dass es auch für den VW-Konzern dort gut läuft, seit Skoda den Hut aufhat, ist ebenfalls bekannt. Aber wer kennt schon den Suzuki Dzire? Dabei ist die kleine Limousine, deren Name phonetisch an das ungestillte Verlangen der aufsteigenden Mittelschicht appelliert, mit über 200.000 Einheiten knapp vor SUV-Konkurrenten wie Hyundai Creta oder Tata Nexon der Bestseller in Delhi und Mumbai. Als klassisches Stufenheck auf Kleinwagenbasis kommt er aus einer Gattung, die in Europa fast ausgestorben ist. In Indien dagegen steht die Limousine für Aufstieg: mehr Platz, mehr Status, aber immer noch erschwinglich. Robustheit, einfache Technik und ein riesiges Servicenetz machen ihn zur sicheren Wahl für Erstkäufer. Sein Vorsprung ist nicht spektakulär, aber konstant. Während SUVs modisch sind, bleibt der Dzire rational. Er ist leicht zu warten, sparsam und überall reparierbar. In einem Markt, in dem Zuverlässigkeit wichtiger ist als Image, gewinnt nicht das aufregendste Auto – sondern das vernünftigste. Japan: Honda N-BOX – quadratisch, praktisch, gut Japans Nummer eins ist auch 2025 kein SUV und kein Stromer, sondern ein Kei-Car: Der Honda N-BOX steht mit rund 200.000 Verkäufen an der Spitze jener 4,4 Millionen Neuzulassungen, die das Land der aufgehenden Sonne weltweit zur Nummer 4 machen. Kein Wunder. Denn als sogenanntes Kei-Car wird der boxige Bonsai nicht nur staatlich stark gefördert. Er passt vielmehr auch perfekt in das urbane Leben von Tokyo, Osaka oder Sapporo – kurz, hoch, clever verpackt. Innen bietet er Raum wie ein Minivan, außen passt er in jede Parklücke. Steuerliche Vorteile, niedrige Versicherungskosten und erstaunliche Alltagstauglichkeit machen ihn zum Liebling von Senioren, jungen Familien und Lieferdiensten. Sein Vorsprung beruht auf Kontinuität: Honda pflegt das Modell seit Jahren, verbessert Details, statt das Konzept zu ändern. In Japan gewinnt nicht, wer am lautesten auftritt, sondern wer zuverlässig den Alltag löst. Der N-BOX ist weniger Auto als Haushaltsgerät auf Rädern – und genau deshalb so erfolgreich. Die Welt: Toyota RAV4 – der Triumph des Durchschnitts Jeder Winkel der Welt hat seinen eigenen Geschmack. Aber kein Auto trifft all diese Nuancen offenbar so gut wie der Toyota RAV4. Denn immerhin tragen rund eine der weltweit etwa 90 Millionen Neuwagen aus dem letzten Jahr seinen Namen. Damit hat er nicht nur den Corolla in die Schranken gewiesen, sondern vor allem Tesla mit dem Model Y auf Platz gehalten – und so dem Gewöhnlichen vielleicht ein letztes Mal zum Sieg verholfen. Während Tesla stark von einzelnen Märkten und der dortigen Stimmungslage abhängt, punktet Toyota mit Breite. Der RAV4 ist kein Traumauto, sondern ein Universalwerkzeug für Familien, Pendler und Flotten. Global gewinnt nicht das modernste Konzept, sondern das anpassungsfähigste. Der RAV4 ist genau das: ein SUV ohne starke Identität – und gerade deshalb der Weltmeister.