Berlin: Schon wieder Schüsse gefallen – Mann in Lebensgefahr
Schüsse auf Geschäfte oder Lokale, auch auf Wohnungen oder Häuser. Die Polizei reagiert mit verschärften Kontrollen. Doch in den vergangenen Tagen häufen sich solche Vorfälle wieder. In Berlin sind in der Nacht auf Freitag erneut Schüsse gefallen. Ein Mensch wurde nach Polizeiangaben in Tegel lebensgefährlich verletzt, als auf ein Fahrzeug gefeuert wurde. Laut eines Reporters vor Ort soll der Mann mehrere Schüsse in den Oberkörper abbekommen haben, als er in seinem Wagen auf der Buddestraße unterwegs war. Auf Fotos sind zwei Einschusslöcher im Fenster des Autos zu sehen. Der Verletzte wurde demnach unter Notarztbegleitung ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei sperrte den Bereich rund um das Fahrzeug weiträumig ab. Die Behörde fahndet nach dem Täter, der vom Gehweg auf das Auto geschossen haben soll. Eine Mordkommission nahm in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts auf, sagte ein Polizeisprecher. Schüsse auch in Kreuzberg Weitere Schüsse wurden demnach in Kreuzberg auf ein Geschäft abgefeuert. Verletzte gab es laut Polizei nicht. Weitere Details nannte ein Polizeisprecher zunächst nicht. Zuvor hatte RBB-Radio 88,8 berichtet. In den vergangenen Tagen gab es wieder vermehrt Schüsse in der Hauptstadt. So wurden auf eine Wohnungstür in Berlin-Köpenick am Mittwochabend mehrere Schüsse abgefeuert. Verletzt wurde bei dem Vorfall in einem Mehrfamilienhaus laut Polizei niemand. Am Sonntag wurde auf eine Shishabar in Berlin-Wedding geschossen. Dabei wurde ein Mensch durch Glassplitter leicht verletzt. Sonntagabend gab es Schüsse auf eine Werkstatt in Neukölln . Verletzt wurde dabei niemand. Justizsenatorin: Neue Bedrohungslage Die Ermittlungen in all den Fällen hat die Sondereinheit "Ferrum" (deutsch: Eisen) im Landeskriminalamt übernommen. Diese wurde nach zahlreichen Schießereien Ende vergangenen Jahres eingerichtet. Sie ging seitdem mit umfangreichen Razzien in Bars und Restaurants und an bekannten Treffpunkten von Kriminellen gegen gewalttätige Banden vor. Dabei wurden laut Senatsinnenverwaltung innerhalb von drei Monaten 12 scharfe Schusswaffen und 192 Patronen beschlagnahmt. Die Kriminalpolizei leitete 223 Ermittlungsverfahren ein, in 49 davon wurden Verdächtige festgestellt. 9 Haftbefehle wurden von Richtern erlassen. Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sprach zuletzt von einer neuen Bedrohungslage durch Bandenkriege in der Hauptstadt. "Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude", sagte Badenberg dem RBB-Inforadio.
