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1. FC Köln: Raser-Unfall auf A555 – Angeklagte widersprechen sich

In Köln sind zwei frühere Juniorenspieler des 1. FC Köln angeklagt: Es geht um ein mutmaßliches Autorennen, bei dem zwei unbeteiligte Frauen ums Leben kamen. Es sind 16 Sekunden, die das Schicksal von mehreren Menschen komplett verändern. So lang ist das Video, das der Beifahrer von Roman P. (Name geändert) aufnimmt. P. fährt über die A555 südlich von Köln, hört laute Musik und hat gute Laune. Kurz darauf blasen sich die Airbags auf, ein lauter Schrei ist zu hören. Dann bricht das Video ab. Was die Aufnahme, die am Freitag im Kölner Landgericht gezeigt wird, nicht verrät: In diesem Moment endet das Leben zweier Menschen. Denn Roman P. fährt mit seinem hochmotorisierten Audi A5 auf einen VW Polo auf. P. fährt laut einem Unfallgutachten 205 km/h, der Polo rund 100 km/h. Das Auto geht in Flammen auf und brennt aus. Die Insassen des Kleinwagens, eine Mutter und ihre Tochter, sterben noch am Unfallort. 1. FC Köln: Jugendspieler nach tödlichem Unfall angeklagt Roman P. ist dabei ebenso wie Peter K. (Name geändert) am Kölner Landgericht angeklagt. Der Vorwurf: Illegales Autorennen mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden 22-Jährigen, ehemalige Jugendspieler des 1. FC Köln , vor, sich über eine Strecke von neun Kilometern ein Autorennen geliefert zu haben und dabei teils auf mehr als 200 km/h beschleunigt zu haben. Im Bereich des Unfalls galt Tempo 120. Der Unfall ereignete sich bereits Anfang Dezember 2023. Umfangreiche Gutachten zum Unfallhergang und eine Vielzahl an Zeugen hatten den Prozessauftakt bis ins Jahr 2026 verzögert. Roman P. und Peter K. räumen zum Prozessbeginn ihre Beteiligung am Unfall ein. Dass es ein Rennen gegeben habe, bestreiten beide. Zudem sind sie sich uneinig, wie genau der Unfall abgelaufen sein soll. Mit mehr als 200 km/h: Audi rast in VW Polo – Insassen tot Peter K. spricht davon, dass er auf der mittleren Spur fuhr, während Roman P. auf der linken Spur unterwegs war. Beide waren demnach mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. "180 bis 190 km/h", sagt Roman P., genau könne er sich allerdings nicht erinnern. Dann gehen die Schilderungen auseinander. Roman P. will, als er das Tempo-120-Schild gesehen habe, auf den rechten Fahrstreifen gewechselt sein. Dort habe er das Fahrzeug "ausrollen" lassen. Das Unfallgutachten zeigt allerdings, dass P. immer noch mit mehr als 200 km/h unterwegs war. Anschließend wollte er den Polo links überholen. "Dann habe ich plötzlich rechts hinten einen Knall gehört. Mein Airbag ist aufgegangen und ich habe nichts mehr gesehen. Danach hat es auf einmal stark nach Feuer gerochen." Der Knall war eine Kollision mit dem Mercedes E400D von Peter K. Roman P. sagt, dieser sei aus dem Nichts aufgetaucht. Peter K. dagegen behauptet, sein ehemaliger Mitspieler sei von links plötzlich über mehrere Spuren nach rechts gezogen, er habe auf den Standstreifen ausweichen müssen. Dadurch sei es zu der Kollision gekommen, die in dem Unfall endete. Die Anwälte beider Seiten verstricken sich vor Gericht in Meinungsverschiedenheiten. Peter K. schafft es, eine weitere Kollision zu vermeiden: "Ich habe dann beschleunigt und vermutlich auch mit den technischen Assistenten das Fahrzeug wieder unter Kontrolle bekommen." Er fuhr zur nächsten Ausfahrt weiter und informierte dann die Polizei von einem Parkplatz aus über den Unfall. Später sagte er im Laufe der Ermittlungen zum Fahrverhalten von Roman P.: "Ich hatte das Gefühl, dass der Polo als Pylone für ein Überholmanöver benutzt werden sollte." Raser-Prozess in Köln: Ex-FC-Talent entschuldigt sich Im Gegensatz zu Roman P. entschuldigt sich Peter K. direkt zu Beginn seiner Aussage, lässt über seinen Anwalt eine Erklärung verlesen: "Ich bin tief bewegt und empfinde große Verzweiflung. Zwei unschuldige Frauen haben ihr Leben verloren. Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen. Es gibt keine Worte, die den Schmerz lindern können." Roman P. stellt das Unglück als Unfall dar. In den Ermittlungsakten gibt es Bilder, die zeigen, wie P. noch im Krankenwagen mit Halskrause ein Selfie macht, später fotografiert er sich mit einem Ex-Mitspieler im Krankenhaus. Wenige Tage nach dem Unfall besucht er eine Sauna- und Wellnessanlage. Auf die Frage, ob das nicht ein wenig befremdlich sei, antwortet P.: "Eine Psychologin hat mir geraten, dass ich das tun soll, was mir guttut." Mit 150 km/h durch die 30er-Zone: Raser-Videos schockieren vor Gericht Videos und Aussagen im Rahmen der Ermittlungen lassen daran zweifeln, ob die beiden Angeklagten wirklich nur ein wenig zu schnell gefahren sind. Peter K. hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Fahrverbot erhalten, den Führerschein aber noch nicht abgegeben. Videos aus den Gerichtsakten zeigen, dass K. in der Vergangenheit gerne schnell fuhr. Eine Aufnahme zeigt, wie er auf mehr als 200 km/h beschleunigt, dann kurz abbremst und dann wieder auf mehr als 250 km/h beschleunigt. Zu diesem Zeitpunkt galt in dem Abschnitt Tempo 80. Auch Roman P. gibt vor Gericht zu, gerne schnell zu fahren, allerdings keine Rennen. Dennoch zeigen mehrere Videos, wie sie sich teilweise bei schnellen Manövern filmen und dabei laut Musik hören. Ein Video soll Roman P. dabei zeigen, wie er in seiner Heimatstadt fast 150 km/h in einer 30er-Zone gefahren sein soll. Das Manöver gesteht er vor Gericht ein. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage angesetzt . Anhand der Vorwürfe droht den beiden 22-Jährigen eine Strafe von bis zu zehn Jahren. Bis zu einem möglichen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.