Rückruf für Mercedes EQA und EQB: Brandgefahr - nun Batterietausch
Ein Softwareupdate reichte nicht aus, um die Brandgefahr bei Mercedes-Elektromodellen zu bannen. Stattdessen müssen die Batterien ersetzt werden. Alter Rückruf, aber eine neue, deutlich radikalere Lösung: Wegen eines Brandrisikos bei den Elektro-SUVs EQA und EQB geht Mercedes-Benz einen ungewöhnlich weitreichenden Schritt. Die Hochvoltbatterien der betroffenen Fahrzeuge sollen vollständig ersetzt werden. Weltweit sind rund 50.000 Autos betroffen, darunter 4.677 zwischen Februar 2022 und Juli 2024 für Deutschland produzierte Exemplare. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat bereits einen entsprechenden offiziellen Rückruf mit der Nummer 16136R veröffentlicht. Doch neu ist das Ganze nicht: Bereits im Februar 2025 hatte t-online berichtet, dass mehrere Zehntausend Fahrzeuge aufgrund von Brandgefahr in die Werkstätten müssen . Zunächst war nur vom EQB die Rede, das Kraftfahrtbundesamt erwähnte auch das Schwestermodell EQA. Schwankungen bei der Produktion als Auslöser In den USA war es bereits zu Fahrzeugbränden gekommen, die jedoch nur unter bestimmten Umgebungsbedingungen ausbrachen, berichtet "electrive.net". Die US-Verkehrsaufsichtsbehörde NHTSA hatte zuvor von Schwankungen während einer frühen Produktionsphase beim Lieferanten und lokalen externen Einflussfaktoren berichtet, die zu thermischen Ereignissen, also Bränden, bei einzelnen Batteriezellen führen könnten. Der chinesische Hersteller Farasis Energy wurde als Lieferant der betroffenen Batterien genannt. Zunächst hatte Mercedes vorsorglich die Ladeleistung und nutzbare Kapazität begrenzt und dann die Einstellungen des Batteriemanagements verändert, doch offenbar reichte das nicht aus. Mit dem nun angekündigten Kompletttausch will der Hersteller die Ursache direkt an der Hardware beseitigen. Laut dem Mercedes-Blog MB-Passion soll der Tausch einige Stunden in Anspruch nehmen. Werkstattbesuch mit positiven Folgen für Besitzer Vollständige Batteriewechsel für ganze Baureihen sind in der Branche bislang die absolute Ausnahme. Für die betroffenen Kunden ist der Rückruf jedenfalls eine gute Nachricht: Nach der Reparatur entfallen die bisherigen Einschränkungen bei Reichweite und Ladeleistung. Zudem dürfte sich der Eingriff positiv auf Reichweite und Wiederverkaufswert auswirken. Die Arbeiten erfolgen kostenfrei und sollen rund acht Stunden dauern. Das Kraftfahrtbundesamt teilt mit, dass der Austausch startet, sobald die nötigen Ersatzteile in den Werkstätten verfügbar sind. Vergleichbare Fälle mit Batterietausch gab es bislang nur wenige. Bekannt sind etwa der Batteriewechsel beim Chevrolet Bolt EV oder beim Hyundai Kona Electric in den Jahren 2020 und 2021.
