Juli Zeh kann sich Kandidatur für Bundespräsidentenamt vorstellen
Die Debatte um Steinmeiers Nachfolge hält an: Wer wird ab 2027 Deutschlands neues Staatsoberhaupt? Eine Schriftstellerin sieht sich als geeignete Kandidatin. Die Autorin Juli Zeh kann sich vorstellen, die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier als neue Bundespräsidentin anzutreten. Der "Zeit" sagte Zeh, sie sei dieses Mal nicht gefragt worden, könne es sich aber tatsächlich vorstellen. "Aber nicht jetzt, weil ich das mit der Doppelbelastung aus Beruf und Familie nicht in Einklang bringen könnte." Zeh begründete ihre Eignung damit, dass es momentan die Sehnsucht nach Personen gebe, "die ein bisschen atypisch für den Politikbetrieb sind, was das Auftreten und die Rhetorik betrifft". Weiter erklärte die brandenburgische Richterin: "Man bräuchte jemanden, der in dieser sogenannten Polarisierung nicht klar einem Lager zugeordnet ist." Ihr eigenes Persönlichkeitsprofil könne da ganz gut reinpassen, so Zeh. Zeh sieht massiven Nachholbedarf in mehreren Bereichen Laut der Schriftstellerin gehe die Erwartung inzwischen dahin, dass der Bundespräsident sich viel stärker positioniere und politisch einbringe. Hätte sie das Amt inne, würde sie das "Hauptaugenmerk auf die großen gesellschaftlichen Baustellen richten: Bildung, Gesundheitssystem und Mobilität jenseits vom Auto." Da bestehe massiver Nachholbedarf, "gerade für sozial schwache Menschen, die in Randgebieten oder auf dem Dorf wohnen", erklärte Zeh. Juli Zeh ist 1974 in Bonn geboren und 51 Jahre alt. Die promovierte Juristin arbeitet als Schriftstellerin und Essayistin und zählt zu den bekanntesten Gegenwartsautorinnen Deutschlands. Seit 2017 ist sie Mitglied der SPD und engagiert sich auch politisch im Land Brandenburg, wo sie mit ihrer Familie lebt. Videokommentar: Ein Wort sagt Merz in China auf einmal gar nicht mehr "Terrorismus aus Kinderzimmern heraus": Ex-Verfassungsschützer fordert Beobachtung von Kindern CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigte sich Mitte Februar offen für eine Bundespräsidenten-Kandidatur, die nicht aus der Politik kommt. Linnemann sagte dem Magazin "Stern": "Ich bin großer Fan von Joachim Gauck. Er war einer der besten Bundespräsidenten. Ein unglaublicher Charakter, toller Typ, mutig. So eine integre Persönlichkeit brauchen wir." Gauck war evangelischer Theologe und der erste parteilose Bundespräsident. Er war als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP , SPD und den Grünen angetreten. Es ist in Deutschland allerdings üblich, dass Bundespräsidenten ihre Parteimitgliedschaft ruhen lassen oder faktisch aufgeben, wenn sie ins Amt kommen. Merz und Linnemann sehen Frau im höchsten Staatsamt Linnemann äußerte im "Stern" zudem auch Sympathien für eine Frau im höchsten Staatsamt. Zuvor hatte sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz positiv über eine weibliche Nachfolge Steinmeiers geäußert, es wäre das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik. Im Gespräch für das Bundespräsidentenamt sind etwa die Familienministerin Karin Prien (CDU) und die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Spekulationen der "Bild"-Zeitung, die auch Angela Merkel (CDU) ins Feld führte, hatte die ehemalige Bundeskanzlerin durch eine Sprecherin dementieren lassen. Lesermeinung gefragt: Wer sollte Deutschlands nächstes Staatsoberhaupt werden? Steinmeiers Amtszeit endet 2027. Da es bereits die zweite ist, darf er nicht erneut kandidieren. Über die Nachfolge entscheidet die Bundesversammlung, in der die CDU/CSU die Mehrheit stellen dürfte.
