Pakistan: Luftwaffe greift Afghanistan an
Am Abend greifen die afghanischen Taliban Stellungen der pakistanischen Nachbarn an. Das pakistanische Militär erwidert das Feuer und greift Kabul aus der Luft an. Nach gegenseitigen Angriffen mit mehreren Toten hat die pakistanische Regierung der Taliban-Regierung in Afghanistan den "offenen Krieg" erklärt. "Unsere Geduld ist am Ende. Jetzt herrscht offener Krieg zwischen uns und euch", erklärte der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif am Freitag im Onlinedienst X. Zuvor hatte die pakistanische Regierung Angriffe auf Taliban-Ziele in der afghanischen Hauptstadt Kabul und in Kandahar gemeldet. Pakistans Informationsminister Attaullah Tarar gab die Angriffe in Kabul, Kandahar und der Provinz Paktia im Onlinedienst X bekannt. Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi erklärte, die Angriffe seien eine "angemessene Reaktion" auf die "offene Aggression" der Taliban . Nach Angaben des pakistanischen Senders "PakistanTV" sollen bei dem Angriff mindestens 133 Taliban-Kämpfer getötet und mehr als 200 verletzt worden sein. Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben bislang nicht. Auf Bildern, die von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht wurden, sind hohe Rauchsäulen über der afghanischen Hauptstadt Kabul zu sehen. Taliban bestätigen Angriffe Reporter der Nachrichtenagentur AFP in Kabul meldeten laute Explosionen und Schussgeräusche über einen Zeitraum von mehr als zwei Stunden. Im südafghanischen Kandahar, wo der Taliban-Anführer Hibatullah Achundsada seinen Sitz hat, berichtete ein AFP-Journalist von Flugzeuggeräuschen. Die Taliban-Regierung in Kabul bestätigte die pakistanischen Angriffe. Dem Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid zufolge gab es keine Verletzten. Am vergangenen Wochenende hatte Pakistan Stellungen in Afghanistan angegriffen. Am Abend schlugen die afghanischen Taliban zurück. Als Reaktion auf die pakistanischen Angriffe sei eine umfassende Offensive auf deren militärische Stellungen eingeleitet worden, hatte Sabiullah Mudschahid auf X geschrieben. Beziehungen haben sich massiv verschlechtert Pakistans Präsident Asif Ali Zardari schrieb in der Nacht auf X, die Reaktion der pakistanischen Streitkräfte sei umfassend und entschlossen. Sein Land werde keine Zugeständnisse in Bezug auf Frieden und territoriale Integrität machen. Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan hatten sich zuletzt massiv verschlechtert. Erst im Herbst war es zu Gefechten gekommen. Laut UN-Angaben starben damals 70 afghanische Zivilisten bei pakistanischen Angriffen. Islamabad wirft den Taliban vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Die Nachbarländer teilen eine rund 2.400 Kilometer lange Grenze, die 1893 zwischen dem damaligen Britisch-Indien und dem Emirat Afghanistan entstand. Der Verlauf der als "Durand-Linie" bekannten Grenze ist zwischen den Ländern umstritten.
