ÖPNV-Warnstreik: Was Fahrgäste in Sachsen wissen müssen
Der bundesweite Warnstreik im Nahverkehr legt am Freitag in Sachsen vielerorts Busse und Bahnen lahm, in Leipzig auch am Samstag. Worauf sich Fahrgäste jetzt einstellen müssen. Auf viele Fahrgäste in Sachsen kommen bis Samstagnacht massive Einschränkungen im Nahverkehr zu: Wegen eines bundesweiten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi dürften Busse und Straßenbahnen am Freitag in mehreren Städten weitgehend stillstehen, in Leipzig auch noch am Samstag. Die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe sind in fast allen Bundesländern zum Ausstand aufgerufen, wie Verdi mitteilte. Wann wird in Leipzig gestreikt? In Leipzig ist der Ausstand für Freitag, 3.30 Uhr, bis Sonntag, 1 Uhr, angekündigt. Auch in anderen sächsischen Städten wird gestreikt. Zum Beispiel in Dresden . Fahren Busse und Straßenbahnen trotzdem? Wegen Streik der Gewerkschaft ist laut Leipziger Verkehrsbetriebe aktuell kein Linienverkehr möglich. Die von Subunternehmen betriebenen Buslinien 61, 62, 66, 77, 83, 87, 88, 91, 143, 162, 172, 173, 175, 176 fahren trotz Streik. Auch Flexa-Fahrten werden weiterhin angeboten. Über aktuelle Änderungen informieren die Betriebe auf ihrer Homepage "l.de" . Fahren S-Bahnen und Züge? Ja. Der Warnstreik richtet sich an kommunale Nahverkehrsunternehmen. Regionalzüge, S-Bahnen und der Fernverkehr der Deutschen Bahn sollen regulär verkehren. Wie stark sind die Einschränkungen? Nach Einschätzung der Gewerkschaft dürfte in vielen Städten ein Großteil der Fahrten ausfallen. Schon beim bundesweiten Warnstreik am 2. Februar kam der Nahverkehr in vielen Regionen zeitweise nahezu zum Erliegen. Was sind die Alternativen? Auto und Taxi sind vermutlich die erste Wahl. Die Leipziger Verkehrsbetriebe bieten vollständig registrierten Nutzern während des Streiks je 30 Freiminuten pro Fahrt zur kostenlosen Ausleihe von Nextbike-Fahrräder an, heißt es auf der Seite. Was heißt das für Berufspendler? Sie müssen sich um Alternativen kümmern und trotzdem pünktlich zur Arbeit erscheinen - etwa mit dem Auto, Fahrrad, in Fahrgemeinschaften oder - wenn möglich - im Homeoffice. Erfahrungsgemäß dürfte der Autoverkehr zunehmen. Können Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben? Nein. Die Schulpflicht gilt auch an Streiktagen. Eltern müssen den Weg zur Schule organisieren. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Fehlen entschuldigt werden. Warum wird gestreikt? In den laufenden Tarifverhandlungen fordert Verdi vor allem Entlastungen bei den Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Die Arbeitgeber verweisen auf bereits vereinbarte Entgelterhöhungen und sehen die finanziellen Spielräume ausgeschöpft. Wie geht es weiter? Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. März geplant. Sollte es keine Einigung geben, sind weitere Warnstreiks möglich - nach Verdi-Angaben auch zur Leipziger Buchmesse .
