Eco-Programm: Spart es wirklich Strom bei der Spülmaschine?
Der Geschirrspüler und die Waschmaschine sind typische Geräte, die über ein Eco-Programm verfügen. Das soll Geld sparen. Aber stimmt das auch? Und wird dann dennoch alles sauber? In vielen Haushalten erledigt der Geschirrspüler den Abwasch und die Waschmaschine die Wäsche . Obwohl beide über ein Eco-Programm verfügen, nutzen viele Verbraucher dieses nicht. Sie befürchten, dass das Geschirr bzw. die Wäsche dann nicht richtig sauber werden. Häufig sind sie auch genervt, weil das Eco-Programm deutlich länger als das normale braucht . Ist das Eco-Programm also überflüssig? Nein. Es ist jedoch nicht immer geeignet. Betriebskosten "Öko-Test" untersucht, wie sich das Eco-Programm bei einer Spülmaschine der Energieeffizienzklasse A auf die Betriebskosten auswirkt. Dafür wurden der Wasserverbrauch und der Energieverbrauch gegenübergestellt. Das normale Auto-Programm läuft im Durchschnitt etwas über zwei Stunden. Dabei verbraucht es rund 1 Kilowattstunde (kWh) Strom sowie 11,25 Liter Wasser. Je nach Beladung können es sogar bis zu 1,3 kWh und 15,5 Liter Wasser sein. Im günstigsten Fall sind es 0,68 kWh und 7 Liter Wasser. Das Eco-Programm benötigt zwar etwa 3 Stunden und 45 Minuten, verbraucht laut Hersteller aber nur 0,54 kWh Strom und 9,5 Liter Wasser. Entscheidend ist laut "Öko-Test" vor allem der Strom. Eine Kilowattstunde kostet derzeit durchschnittlich 37 Cent. Demnach kostet ein Spülgang im Auto-Programm (1 kWh) etwa 37 Cent und im Eco-Programm (0,54 kWh) rund 20 Cent. Selbst das sparsamste Auto-Programm mit 0,68 kWh ist damit noch teurer als das Eco-Programm. Auf das Jahr gerechnet, kann sich das deutlich bemerkbar machen. Der Wasserverbrauch fällt im Vergleich finanziell weniger ins Gewicht. Hier ist der Unterschied gering. Sauberkeit Problematisch kann es hingegen bei der Hygiene werden. Zumindest, wenn Personen im Haushalt an einem Magen-Darm-Virus erkrankt sind. Da die Wasch- bzw. Spültemperatur meist unter 60 Grad liegt, werden Erreger nicht ausreichend abgetötet. In diesem Fall sollte also auf den Eco-Modus verzichtet werden. Ansonsten reichen die Reinigungsleistungen der Geräte meist aus, bestätigt auch Stiftung Warentest . Und auch wenn keine Krankheiten vorliegen, sollte die Maschine alle ein bis zwei Monate bei 60 Grad oder mehr laufen. Das kann helfen, Ablagerungen und Keime im Inneren der Maschine zu reduzieren. Darum braucht das Eco-Programm oft länger Der größte Teil der Energie, die eine Spülmaschine oder Waschmaschine verbraucht, wird für das Erhitzen des Wassers benötigt. Genau hier setzt das Eco-Programm an: Es spült bei niedrigeren Temperaturen. Bei der Spülmaschine sind es 45 bis 50 Grad statt 60 bzw. 70 Grad. Bei der Waschmaschine hängt die erreichte Temperatur von der eingestellten Gradzahl ab. Sie liegt beim Eco-Programm meist leicht darunter, wie mehrere Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test gezeigt haben. Weniger Hitze bedeutet weniger Stromverbrauch . Allerdings benötigt das Gerät länger, um bei geringerer Temperatur das gleiche Reinigungsergebnis zu erzielen. Das Wasser und das Reinigungsmittel müssen länger auf die Teller, die Tassen und das Besteck bzw. die Textilien einwirken. Die längere Laufzeit ist also kein Nachteil, sondern Teil des Sparprinzips.
