Unfall mit Elektroauto: Warnung vor Kosten für Bergung und Abschleppen
Ein Unfall, kein Feuer – und trotzdem eine Rechnung über 20.000 Euro. Wer ein Elektroauto fährt, gerät immer öfter ins Visier dubioser Geschäftemacher. Experten warnen vor deren Methode. So schützen Sie sich. Wer mit dem Elektroauto verunglückt, erlebt nach dem ersten Schock oft ein finanzielles Desaster. Dubiose Abschleppunternehmen treiben die Bergungskosten in Höhen, die jeden Rahmen sprengen. Der "Spiegel" berichtet über einen besonders dreisten Fall. Dabei überstiegen die Kosten sogar den Restwert des Autos. Der Fahrer sollte nach einem simplen Auffahrunfall mehr als 20.000 Euro zahlen – mit einer Begründung, die Fragen aufwirft. Ein Einzelfall ist das jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Berichte und Beschwerden über diese Praxis häufen sich. Die Angst als Goldgrube Das Kalkül der Betriebe: Sie stempeln verunfallte E-Autos pauschal als Gefahrgut ab. Diese Einstufung löst teure Prozesse aus, die technisch oft jeder Grundlage entbehren. Was sich auf den Rechnungen wiederfindet: Luxus-Quarantäne: Allein sieben Tage in einer Lagerbox kosteten 2.450 Euro netto. Vermeintliche Experten: Ein Spezialist baute den Akku aus – Kostenpunkt: 1.650 Euro. Künstliche Wartezeit: In einem anderen Fall zahlte ein Tesla-Fahrer für insgesamt 38 Standtage. Willkür: Ein VW E-Golf wanderte in Quarantäne, obwohl die Batterie den Aufprall nachweislich unbeschadet überstanden hatte. Akkus halten mehr aus als gedacht Die hohen Gebühren für die Sicherheit entbehren oft jeder Grundlage. Das Kraftfahrzeugtechnische Institut (KTI) durchleuchtete zusammen mit dem Fraunhofer-Institut Unfall-Batterien per Computertomografie. Das Ergebnis: Selbst nach schweren Kollisionen blieben die Akkus intakt. Wichtig bei Pannen: Viele Elektroautos sollte man niemals anschieben Warum wir alle die Zeche zahlen Die hohen Kosten treffen nicht nur die Unfallopfer. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellt klar: E-Autos brennen statistisch nicht häufiger als Verbrenner. Da Versicherungen die Rechnungen der Abschlepper allerdings oft erst einmal begleichen, drohen die Prämien für alle E-Auto-Fahrer zu steigen. So erkennen Sie seriöse Abschlepper Den sichersten Schutz bieten Automobilklubs oder Ihr Versicherungsschutzbrief. Sie schicken ausschließlich geprüfte Vertragspartner. Wenn Sie die Wahl selbst treffen müssen, suchen Sie nach regionalen Betrieben mit festem Firmensitz. Meiden Sie "Unfallgeier": Das sind Abschleppdienste, die ungerufen an der Unfallstelle auftauchen. Diese Firmen wittern das schnelle Geld. Verlangen Sie stattdessen vorab eine verbindliche Auskunft über die Kosten für Anfahrt und Strecke – und zwar, bevor Ihr Auto am Haken hängt. VDA-Leitfaden nutzen: Der Verband der Automobilindustrie (VDA) schreibt genau vor, wie man mit Unfall-Stromern umgeht. Verlangen Sie die Einhaltung dieser Standards. Beweise sichern: Erstellen Sie Fotos vom Bordcomputer (Fehlermeldungen) und dem Gehäuse des Akkus. Versicherung rufen: Klären Sie teure Quarantänemaßnahmen sofort mit Ihrer Kfz-Versicherung, bevor Sie unterschreiben. Ein wichtiges Qualitätssiegel ist die Mitgliedschaft im Verband der Bergungs- und Abschleppunternehmen (VBA). Seriöse Firmen weisen diese Zertifizierung nach und kalkulieren ihre Preise fair.
