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Millimeterarbeit mit Hubschrauber – Autobahn bei Bremen gesperrt

Am Morgen kann kein Auto über die A27 bei Bremen rollen. Monteure führen in luftiger Höhe riskante Arbeiten an einer Stromleitung durch. Wie angeklebt schwebt am Morgen ein gelber Helikopter über der Autobahn 27 bei Langwedel südöstlich von Bremen. Nur gut eine Armlänge entfernt von einer Höchstspannungsleitung verharrten der Hubschrauber und seine Crew in der Luft. Die Autobahn darunter war wegen des Manövers gesperrt. Doch was hatte es mit dem riskanten Unterfangen auf sich? Grund für den Einsatz waren sogenannte Flugwarnkugeln, große orange Bälle, die am höchsten Kabel der Stromleitung hängen. Eigentlich sollen sie beispielsweise auf der Autobahn landende Rettungshelikopter davor bewahren, in die Stromleitung zu fliegen, wie Sprecherin Svenja Merz vom Netzbetreiber Tennet erklärte. Wegen Wartungsarbeiten müssten sie aber abgebaut werden. Dazu flog der Hubschrauber jeweils nah an die Kugeln heran, zwei Monteure schraubten sie dann von dem Kabel ab und verluden sie in den Helikopter. Das sogenannte Erdseil oder Blitzschutzseil, an dem die Kugeln hingen, führt laut der Sprecherin keinen Strom – die Stromleitung sei während der Arbeiten aber weiter in Betrieb gewesen. Mit Gurten gesichert, saßen die beiden Arbeiter dazu auf den Kufen des Hubschraubers. Man müsse schon schwindelfrei sein, berichtete Monteur Dustin Teschner. Hubschrauber fliegt riskantes Manöver: Autobahn gesperrt Trotz des eher weniger freundlichen Wetters mit grau bedecktem Himmel fanden sich auch einige Schaulustige ein. Eine Spaziergängerin kam mit ihrem Hund an dem Geschehen vorbei. "Total faszinierend" seien die Arbeiten, sagte sie. Eine Mutter, die mit ihren Kindern vor Ort war, sagte, sie habe großen Respekt vor der Leistung des Piloten, der den Hubschrauber ruhig in der Luft halte. "Wir sind mit den Kindern extra früh aufgestanden, um das zu sehen", sagte ein anderer Passant. Die Arbeiten seien keine alltägliche Sache und "ein Erlebnis für uns".