Ferientipp ab Hamburg: Warum Helsinki jetzt besonders reizvoll ist
Eisschollen im Hafen, zum Aufwärmen in die Sauna und in die Kunstmuseen: Die finnische Hauptstadt ist gerade in der kalten Jahreszeit einen Besuch wert. Mitten im Winter in der finnischen Hauptstadt: Der Schnee knirscht bei jedem Schritt unter den Füßen. Die Autos schleichen im Schritttempo durch die Straßen und die Geräusche wirken gedämpft vom allgegenwärtigen Weiß. Minus acht Grad zeigt das Thermometer. Doch dank der trockenen Kälte fühlt sich der Winter, der hier länger dauert, deutlich angenehmer an als das feuchte Frösteln in Hamburg. Im Hafen, wo die Schiffe zu den vorgelagerten Inseln und die Fähren nach Tallinn und Stockholm ablegen, ist das Wasser von einem Mosaik übereinandergeschobener Eisschollen bedeckt. Schlepper drehen ihre Runden und durchpflügen die Eisfläche, um die Fahrrinnen offen zu halten. Ungewöhnliche Winterattraktion in Helsinki Direkt am Katajanokka-Kai, am Fuße des 40 Meter hohen Riesenrads, liegt eine der ungewöhnlichsten Winterattraktionen der Stadt: der Allas Pool. Die moderne Saunalandschaft hat mehrere Becken zu bieten, vom beheizten 25-Meter-Pool bis zum eiskalten Meerwasserbassin. Wer hier ins Wasser steigt, taucht zugleich in die finnische Saunakultur ein: mit Blick auf den Hafen und den Marktplatz Kauppatori. Nur wenige Schritte entfernt ragt auf einem Felsen die Uspenski-Kathedrale mit ihren 13 Kuppeln in die Höhe. Der rote Backsteinbau der finnisch-orthodoxen Diözese stammt aus der Zeit der russischen Herrschaft und erinnert daran, dass die Grenze zu Russland nur 180 Kilometer entfernt liegt. Hier gibt es typisch finnische Gerichte wie Lohikeitto Auch in der Innenstadt spiegelt sich Helsinkis bewegte Geschichte. Die Fassaden der repräsentativen Gebäude erinnern an Städte des Baltikums und Russlands. Besonders der Jugendstil prägt das Stadtbild. Ein markantes Beispiel ist der Hauptbahnhof mit seinem Uhrturm. Wer typisch finnische Gerichte wie Lohikeitto, die Lachssuppe, oder Rentier-Spezialitäten probieren möchte, sollte mittags einen der Stände in der Alten Markthalle von 1889 am Hafen besuchen. Weniger touristisch geht es in der jüngst renovierten, zweistöckigen Hakaniemi-Markthalle zu, die sogar einen direkten Zugang von der Metro-Station Hakaniemi hat. Alvar Aalto: Der berühmte finnische Architekt prägt Helsinki Eine Pause vom Winter bietet auch das "Café Aalto" im ersten Stock der Akademischen Buchhandlung. Das Geschäft mit viel weißem Marmor wurde von Alvar Aalto gestaltet. Der berühmte finnische Architekt hat in Helsinki einige Leuchttürme der Architektur geschaffen, vor allem mit der Finlandia-Halle nördlich des Bahnhofs. In dem Konzert- und Kongressgebäude wurde 1975 von Vertretern aus 35 Staaten des Westens und des Ostblocks die Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, kurz KSZE, unterzeichnet. In Sichtweite liegt der neueste architektonische Höhepunkt, eröffnet vor wenigen Jahren: Die Bibliothek Oodi wirkt innen und außen wie eine gefrorene Welle aus Holz und Glas. Besonders das obere, lichtdurchflutete Stockwerk dient im Winter als öffentliches Wohnzimmer der Stadt. Besucher jeden Alters ziehen sich die Schuhe aus, legen die Beine hoch oder klappen ihre Laptops auf, arbeiten und lesen. Mit rund 2,5 Millionen Gästen pro Jahr ist Oodi weit mehr als eine Bibliothek – sie ist Treffpunkt und Symbol einer offenen Stadtgesellschaft. Helsinkis Museen sind mehr als nur Orte zum Aufwärmen Bei einem Winterbesuch Helsinkis sind die Museen mehr als nur Orte zum Aufwärmen. Allein die Auswahl an Kunst ist riesig: Die Kunsthalle Helsinki, das Ateneum Art Museum, das Kiasma und das unterirdische Amos Rex, ein beliebtes Instagram-Motiv mit seinen Glubschaugen-Dächern, bieten ein breites Spektrum von klassisch bis avantgardistisch. Ein Besuch des Architektur- und Designmuseums lässt sich gut mit einem Bummel durch den Design District verbinden. Im Punavuori-Viertel sind 200 Geschäfte, Galerien und Restaurants zu Hause – weit mehr als nur Artikel von Marimekko und der Glashütte Iittala. Den stimmungsvollen Abschluss eines Wintertages bietet die Temppeliaukio-Kirche. Das runde Kirchenschiff wurde in den späten 1960er-Jahren direkt in den Felsen hineingebaut. Raue Granitwände treffen hier auf ein schwebendes Kupferdach. Dank ihrer außergewöhnlichen Akustik ist die Kirche auch ein beliebter Konzertort. In diesem Raum verschmelzen Architektur, Kultur und Natur. Hamburgern wird die Anreise leicht gemacht: Bis zu dreimal am Tag fliegt Finnair vom Helmut-Schmidt-Airport direkt nach Helsinki. Nach einer Flugzeit von etwas mehr als eineinhalb Stunden erreichen Besucher die finnische Hauptstadt. Der Flug ist ab 208 Euro zu haben.
