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Ausflug ab Dresden: In Bautzen steht ein schiefer Turm

Der Turm neigt sich 1,44 Meter zur Seite, wurde fünfmal zerstört und steht trotzdem seit über 500 Jahren. Der Reichenturm in Bautzen ist ein ideales Ausflugsziel. Nur eine knappe Autostunde von Dresden entfernt ragt am Kornmarkt in Bautzen ein Turm in den Himmel, der sich beharrlich weigert, gerade zu stehen. Der Reichenturm gilt als einer der schiefsten begehbaren Türme nördlich der Alpen. 56 Meter hoch, 135 Stufen, ein Fundament von nur 80 Zentimetern Tiefe – und über 3.000 Tonnen Stein darauf. Ein statisches Wunder. Reichenturm in Bautzen: Fünfmal zerstört, fünfmal aufgebaut Der Reichenturm entstand zwischen 1490 und 1492 als Teil der Stadtbefestigung. Er schützte das Reichentor am östlichen Zugang zur Stadt. Der untere Teil bestand aus massivem Stein, der obere aus Holz – eine Schwachstelle, die sich rächen sollte: Im Dreißigjährigen Krieg brannten sächsische (1620) und schwedische Truppen (1639) den Turm nieder, weitere Stadtbrände folgten 1686 und 1709. 1715 begann unter Kurfürst August dem Starken der letzte große Umbau. Der Architekt Johann Christoph von Naumann ersetzte den hölzernen Aufbau durch einen massiven Barockaufsatz. Das Problem: Das flache mittelalterliche Fundament war für die neue Last nie ausgelegt. Bereits 1747 dokumentierten Baumeister eine deutliche Neigung. Als 1837 das angrenzende Reichentor abgerissen wurde, kippte der Turm weiter. Eine aufwendige Sanierung 1953/54 stoppte die Bewegung, weitere Erhaltungsarbeiten folgten 1991/93 und 2016. Wer nur wegen des Turms kommt, verpasst einiges. Bautzen besitzt rund 1.300 Baudenkmäler und eine der besterhaltenen Altstädte Deutschlands. Wenige Gehminuten entfernt steht die Alte Wasserkunst, ein Renaissance-Pumpwerk mit Aussichtsplattform. Daneben der Dom St. Petri – eine der ältesten Simultankirchen Deutschlands, in der evangelische und katholische Christen seit 1524 unter einem Dach beten.