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Fabian aus Güstrow: Anwalt von Gina H. äußert sich – "gibt Rätsel auf"

Mit mindestens sechs Messerstichen wurde der kleine Fabian aus Güstrow getötet. Jetzt spricht ein Anwalt der Beschuldigten erstmals öffentlich. Im Mordfall Fabian aus Güstrow ist Gina H., die Ex-Freundin des Vaters des Jungen, am Montag wegen heimtückischen Mordes angeklagt worden . Im Falle einer Verurteilung droht ihr eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bis dahin gilt für sie die Unschuldsvermutung. Im Gespräch mit t-online hat sich jetzt erstmals der Wahlverteidiger der Beschuldigten, Thomas Löcker, geäußert. Gina H. hat auch einen Pflichtverteidiger. Der Rostocker Anwalt Löcker sprach von einem "ganz schrecklichen Fall". Er habe schon über 20 Beschuldigte von Tötungsdelikten verteidigt, so Löcker, aber "noch nie hat ein Fall eine solche Aufmerksamkeit erregt". Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll Gina H. den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben. Zuvor habe sie den "ihr gut bekannten Jungen" unter einem Vorwand von seinem Zuhause in Güstrow (Landkreis Rostock) abgeholt. Er sei in ihr Auto gestiegen, woraufhin sie ihn zu einem Feld in der Nähe des rund 15 Kilometer entfernten Orts Klein Upahl gebracht habe. Dort habe sie ihn getötet. Seinen Leichnam soll sie anschließend angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Fabians Leiche wurde erst vier Tage später entdeckt. Ermittler enthüllen Details: Mit dieser Waffe wurde der achtjährige Fabian getötet Die ersten Anzeichen: Wetter im März – die Großwetterlage stellt sich um Jetzt liegt der Fall beim Landgericht Rostock Die Staatsanwaltschaft hat die Anklageschrift am Montagvormittag an das Landgericht Rostock übermittelt. Dort muss nun entschieden werden, ob die Anklage zugelassen und dementsprechend ein Hauptverfahren eröffnet und terminiert wird. Rechtsanwalt Löcker ist skeptisch: "Schauen wir mal, ob die Hauptverhandlung überhaupt stattfindet", sagte er, ohne Details zu nennen. Die Ermittlungsakte ist nach seinen Angaben mittlerweile auf über 20.000 Seiten angewachsen. Löcker ist seit über 30 Jahren Strafanwalt, kennt menschliche Abgründe und Strategien, um Angeklagte bestmöglich zu verteidigen. Die Anklageschrift liegt ihm nach eigenen Angaben noch nicht vor. Ob er etwa vor einem möglichen Prozessbeginn Beweisanträge stellen wird, ließ er offen. "Zu taktischen Erwägungen kann ich keine Angaben machen", sagte Löcker. Ebenso will er nichts dazu sagen, ob seine Mandantin Fabian tatsächlich getötet hat. Getöteter Junge: Messer könnte Schlüsselspur werden In einem möglichen Prozess dürften vor allem zwei Aspekte im Fokus stehen: die Tatwaffe und das Motiv. Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein Messer – doch dieses wurde bislang nicht gefunden, wie Oberstaatsanwalt Harald Nowack t-online bestätigte. Ihm zufolge handelt es sich um eine Klinge, die auf einer Seite geschärft sei. Zur Klingenlänge machte er zunächst keine Angaben. Auf dem Messer könnten sich Spuren finden, die für eine Beweisführung wichtig sein dürften. Zum anderen bleibt die Frage nach dem Motiv für die Tat: "Darüber zerbreche ich mir seit Anbeginn den Kopf. Das gibt uns allen Rätsel auf", sagte Löcker. "Das völlig Verrückte an dem Fall ist: Geht es nach den Ermittlern, soll sie nach der Tat zurückgegangen sein und weitergelebt haben, als wäre nichts gewesen." Nach Informationen von t-online wurde zur Frage nach dem Motiv ein Gutachten erstellt, das mehrere mögliche Optionen auflistet. Gina H.: Habe Fabians Leiche zufällig entdeckt Der Vater und die Mutter von Fabian hatten sich nach Informationen von t-online getrennt. Fabians Vater lernte Gina H. kennen. H., so verlautete aus der Familie des Achtjährigen, sei eifersüchtig auf den Jungen gewesen, weil Fabian seinen Vater seit einigen Monaten wieder habe sehen und besuchen dürfen. Fabian habe seinen Vater sehr gemocht – und auch Gina H. Aus unbekannten Gründen hatten sich H. und Fabians Vater bereits einige Zeit vor der Tat getrennt. Gina H. hatte kurz nach dem Leichenfund angegeben, den toten Jungen zufällig bei einem Spaziergang an dem Tümpel entdeckt zu haben. Dass sie etwas mit dem gewaltsamen Tod des Jungen zu tun haben könnte, bestritt sie. Am 6. November wurde sie wegen dringenden Mordverdachts festgenommen. Bricht Gina H. ihr Schweigen im Prozess? Er habe Gina H. vorher nicht gekannt, sagte Strafverteidiger Löcker. Seine Kanzlei scheut die große Öffentlichkeit, hat nicht einmal eine eigene Webseite. Der Anwalt vermutet, Gina H. sei seine Kanzlei von jemandem empfohlen worden. Sollte es zu einem Mordprozess gegen seine Mandantin kommen, dürfte er dann aber doch viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bislang hatte der Pflichtverteidiger von Gina H., Andreas Ohm, zweimal versucht, seine Mandantin aus der Untersuchungshaft zu bekommen – ohne Erfolg. Mit Spannung wird erwartet, ob Gina H., die als Beschuldigte bisher eine Aussage verweigert, ihr Schweigen in einem möglichen Prozess brechen wird. Das Verfahren könnte bereits im April beginnen, wie Oberstaatsanwalt Harald Nowack bestätigte.