Berlin: Clan-Mitglied soll Brandanschläge auf Autos veranlasst haben
Brandanschläge auf Autos im Umfeld von Berliner Gefängnissen sorgten für Aufsehen. Fahrzeuge von Vollzugsbeamten wurden beschädigt. Ermittlungen führten zum Verdacht gegen Männer aus dem Clan-Milieu. Ein Prozess gegen vier Angeklagte um Brandanschläge auf Autos vor Berliner Gefängnissen hat mit Geständnissen begonnen. Bei einer Tat soll es sich laut einem Verteidiger um den Racheakt eines Gefängnisinsassen an einem Vollzugsbeamten gehandelt haben. Laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) handelt es sich bei einigen der Verdächtigen um Mitglieder des berüchtigten arabischstämmigen Remmo-Clans. "Jeder in dieser Stadt sollte mitbekommen haben, dass Familie Remmo unsere rechtsstaatlichen Grundsätze in großen Teilen ablehnt und mit Füßen tritt", sagte der Sprecher des Berliner GdP-Landesverbands, Benjamin Jendro zu dem Prozess. Handy abgenommen: Clan-Mitglied gibt Brandanschlag in Auftrag Ein 28-jähriger Angeklagter gab vor dem Berliner Landgericht zu, als damaliger Häftling der betroffenen Justizvollzugsanstalt zu zwei Taten angestiftet zu haben. "Die Brandstiftungen an der JVA zeigen, dass sie nicht nur jede Menge Straftaten begehen, sondern selbst im Gefängnis munter so weitermachen und meinen, sie könnten psychischen und physischen Druck dafür sorgen, dass alles nach ihrer Pfeife tanzt", so Jendro. Der 23-jährige mitangeklagte Bruder des 28-Jährigen gestand über seinen Verteidiger seine Beteiligung an einer Autobrandstiftung mit neun beschädigten Fahrzeugen, ein weiterer 23-Jähriger gab zwei Taten zu. Der vierte Angeklagte schwieg. Bei drei der Angeklagten soll es sich um Brüder handeln. Der 28-Jährige, dem Anstiftung in zwei Fällen vorgeworfen wird, verbüßte damals eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Für ihn erklärte sein Verteidiger, in einem Fall habe er das Verhalten eines Vollzugsbeamten als "provokativ empfunden", der Beamte habe ihm am Tag zuvor ein Handy weggenommen. Der Anschlag auf das Auto des Mannes wurde allerdings so rechtzeitig bemerkt, dass eine Brandentwicklung verhindert werden konnte. In dem Prozess geht es um vier Anschläge im Umfeld von Gefängnissen zwischen März und Juni 2024 in Berlin und im brandenburgischen Großbeeren. Insgesamt seien 21 Autos und zwei Motorräder beschädigt worden. Brandanschläge auf Fahrzeuge von Gefängnismitarbeitern Die beiden ersten Taten am 16. März und am 23. April 2024 sollen sich nach den Ermittlungen gezielt gegen Fahrzeuge von Mitarbeitern des Gefängnisses Heidering gerichtet haben. Brände gab es auch in der Nähe von Haftanstalten in Moabit und Spandau. Nach Angaben seines Verteidigers will der 28-Jährige im Rahmen einer möglichen Verständigung eine Summe von 50.000 Euro zur Wiedergutmachung des Schadens zahlen. Die Verhandlung wird am 23. März fortgesetzt.
