Trier: Priester bedient sich an Spenden und verprasst 570.000 Euro
Ein Priester greift jahrelang in die Kassen seiner Gemeinde. Das Geld fließt in schnelle Wagen und Luxusreisen. Rechtliche Konsequenzen drohen ihm aber nicht. Ein Priester aus dem Bistum Trier hat über Jahre hinweg rund 579.000 Euro aus Kirchenkassen und Spendengeldern abgezweigt. Das hat eine kirchliche Revision ans Licht gebracht, wie das Bistum mitteilte. Bereits 2024 war der Pfarrer wegen Veruntreuung verurteilt worden – damals noch für einen Teil der Taten. Die Revision habe nun gezeigt, dass sich der Mann bereits früher und in größerem Umfang bedient hatte, als bisher bekannt war. Zu den Geschädigten zählen laut dem Bistum neben Kirchengemeinden auch Hilfswerke und andere externe Gruppen. Allein an Spendengeldern soll der Priester rund 217.000 Euro eingesteckt haben. Wie der SWR berichtete, soll er das für schnelle Autos und teure Urlaube ausgegeben haben. Missbrauch: Kirche bewilligte bisher 93 Millionen für Opfer Berichte über Pädophilen-Fahrdienst: Erzbischof soll Jungen missbraucht haben Behörde stellt Ermittlungen Die Ergebnisse der Revision seien an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden, teilte das Bistum mit. Die Behörde stellte die Ermittlungen jedoch wegen Verjährung wieder ein. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann habe dem Priester die Erlaubnis zur Ausübung seines Dienstes entzogen und ihn von allen Aufgaben entbunden. Eine kircheninterne Voruntersuchung laufe, die Kontrollmechanismen des Bistums würden überprüft. Der Priester hat laut dem Bistum Privatinsolvenz angemeldet und kommt seinen Rückzahlungsverpflichtungen nach. Er übe nun "eine administrative Aufgabe außerhalb der Pastoral" aus, hieß es abschließend.
