Ukraine-Krieg aktuell: Billig-Drohne zerstört russischen Kampfhubschrauber
Auf europäischer Ebene konnten sich die Staatschefs nicht auf einen neuen Ukraine-Kredit einigen. Russland könnte Tanker mit Kriegsschiffen sichern. Alle Entwicklungen im Newsblog. Freitag, 20. März Tote durch russischen Drohnenangriff in der Ostukraine Im ostukrainischen Gebiet Donezk sind mindestens zwei Zivilisten bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Fahrzeug getötet worden. Zwei weitere Insassen des Autos seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft bei Telegram mit. Der russische Angriff mit einer ferngesteuerten Drohne sei beim Versuch der Evakuierung aus der Siedlung Olexijewo-Druschkiwka im Landkreis Kramatorsk erfolgt. Die Behörde leitete Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Kriegsverbrechens ein. Die Frontlinie befindet sich nur etwa zehn Kilometer von der Ortschaft entfernt. Gebietsgouverneur Wadym Filaschkin ordnete indes in Teilen des benachbarten Landkreises Slowjansk die zwangsweise Evakuierung von Kindern an. Selenskyj: Ukraine produziert gemeinsam mit Deutschland Drohnen Die Ukraine produziert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits gemeinsam mit Deutschland, Großbritannien , Dänemark und den Niederlanden Drohnen. Zudem starte eine entsprechende Kooperation mit Norwegen, teilt Selenskyj in einem WhatsApp-Chat mit Reportern mit. Kiew habe darüber hinaus eine gemeinsame Drohnenproduktion mit Rumänien , Schweden und Frankreich vereinbart. Ukrainische Drohne zerstört russischen Kampfhubschrauber Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen russischen Kampfhubschrauber im Osten des Landes abgeschossen. Wie ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers am 20. März mitteilte, sei ein Ka-52 im Raum Pokrowsk von einer FPV-Drohne getroffen worden. Demnach waren Soldaten einer Drohneneinheit der 59. separaten Sturmbrigade an dem Einsatz beteiligt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht. Den Angaben zufolge konnten sich die Piloten zunächst mit dem Schleudersitz retten. Später seien sie jedoch tot aufgefunden worden, hieß es weiter. Auch diese Informationen sind nicht unabhängig bestätigt. Der russische Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 "Alligator" zählt zu den modernsten Modellen der Streitkräfte – der Stückpreis soll etwa 16 Millionen US-Dollar betragen. Er wird unter anderem für Angriffe auf Bodenziele eingesetzt und kann Lenkflugkörper mit größerer Reichweite abfeuern. Frankreich stoppt Öltanker aus Russland im Mittelmeer Frankreichs Marine hat einen aus Russland kommenden Ölfrachter im Mittelmeer angehalten und überprüft. Das Schiff aus Murmansk sei verdächtigt worden, unter falscher Flagge zu fahren, teilte die Meerespräfektur für das Mittelmeer in Toulon mit. Die Zweifel an der mosambikanischen Flagge seien bestätigt worden. Das Schiff sei umgeleitet und für weitere Untersuchungen zu einem Ankerplatz gebracht worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zufolge handelt es sich bei der "Deyna" um ein Schiff der Schattenflotte. Der Iran-Krieg werde Frankreich nicht von seiner Unterstützung der Ukraine gegen den fortdauernden russischen Angriffskrieg ablenken, so Macron: "Diese Schiffe, die die internationalen Sanktionen umgehen und gegen das Meeresrecht verstoßen, sind Kriegsprofiteure. Sie wollen Profite einfahren und finanzieren die russischen Kriegsbemühungen." Iran-Krieg spült bis 250 Milliarden Dollar in Putins Kriegskasse Russland kann aufgrund des Iran-Kriegs mit deutlichen Mehreinnahmen aus dem Rohstoff-Geschäft rechnen. Zu diesem Schluss kommt eine dem "Spiegel" vorliegende ökonomische Folgenabschätzung der Kyiv School of Economics. Wegen der hohen Öl- und Gaspreise dürfte der Kreml selbst im Fall eines baldigen Kriegsendes 84 Milliarden Dollar Mehreinnahmen verbuchen. Die damit verbundenen direkten Steuereinnahmen des Kreml würden um 45 Milliarden Dollar steigen. Sollte der Krieg erst Ende Mai enden, lägen die Mehreinnahmen bei 161,3 Milliarden und einem Plus von 97 Milliarden Dollar Steuereinnahmen. Bei einer Kriegsdauer von sechs Monaten würde Russland den Berechnungen zufolge sogar über 250 Milliarden Dollar mehr einnehmen. Die Steuereinnahmen wären demnach um rund 151 Milliarden Dollar höher. Kreml-Berater: Schattenflotte mit Kriegsschiffen sichern Russland erwägt laut einem hochrangigen Kreml-Berater, seine sogenannten Schattenflotten-Schiffe künftig mit Kriegsschiffen zu eskortieren, wie Nikolai Patruschew am Donnerstag erklärte. Patruschew sagte in einem Interview mit staatlichen Medien, die russische Schifffahrt sehe sich zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt. Bereits im Februar habe er eine mögliche militärische Begleitung für russische Schiffe oder solche, die im Auftrag Russlands unterwegs sind, ins Gespräch gebracht. Er erklärte, es gebe "eine beispiellose Kampagne" gegen die Flotte, die Fracht aus russischen Häfen transportiere. Einige Länder hätten sich "in ihrer Jagd auf Tanker, Massengutfrachter und Containerschiffe mitreißen lassen". Als Beispiel nannte Patruschew einen mutmaßlichen Angriff auf einen russischen Flüssiggastanker im Mittelmeer. Der Vorfall mit dem Schiff "Arctic Metagas" sei "ein empörender Vorfall" und werde als "Akt des internationalen Terrorismus" gewertet. EU will Ukraine trotz Orbán-Blockade helfen Die EU will Wege finden, den zugesagten Kredit von 90 Milliarden Euro an die Ukraine trotz des anhaltenden Widerstands Ungarns auszuzahlen. "Wir werden auf die eine oder andere Weise liefern", sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel . EU-Ratspräsident António Costa erklärt dazu, die EU-Staats- und Regierungschefs hätten den "inakzeptablen" Widerstand Ungarns gegen die Auszahlung des Ukraine-Kredits bei ihrem Treffen verurteilt: "Eine Vereinbarung ist eine Vereinbarung, wir müssen zu unserem Wort stehen. Und niemand kann den Europäischen Rat erpressen." Donnerstag, 19. März Orbán blockiert neuen Ukraine-Kredit Beim EU-Gipfel in Brüssel haben Ungarn und die Slowakei ungeachtet des Drucks der übrigen Mitgliedstaaten an ihrer Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine festgehalten. Die übrigen 25 Staats- und Regierungschefs hätten es nicht geschafft, den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán umzustimmen, verlautete es am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. Dennoch erwarten die anderen Mitgliedstaaten einer Gipfelerklärung zufolge den Beginn der Kredit-Auszahlung für "Anfang April". Ungarn werde der Ukraine erst helfen, "wenn wir unser Öl bekommen", sagte der ungarische Regierungschef Viktor Orbán zu Beginn. Hintergrund ist ein Streit über die Druschba-Pipeline, die normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Die Pipeline wurde nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt. Orbán blockiert wegen der ausbleibenden Öllieferungen sowohl ein im Dezember beschlossenes EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Ukraine hat Luftabwehrregiment auf der Krim angegriffen Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht zum 19. März einen Drohnenangriff auf die Stadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gestartet, berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf Telegram-Gruppen mit Anwohnerberichten. Demnach waren in der Nähe des Stadtzentrums Explosionen zu hören. Ein Gebäude, in dem das 3. Funktechnische Luftabwehrregiment der russischen Streitkräfte untergebracht ist, soll Ziel des Angriffs gewesen sein. Laut dem von Russland eingesetzten Stellvertretergouverneur soll es einen Toten und zwei Verletzte gegeben haben. Die ukrainischen Spezialeinsatzkräfte bestätigten, dass sie russische Militärziele auf der besetzten Krim angegriffen haben, darunter ein Logistiklager auf dem Flugplatz von Cherson sowie Ausrüstung zur Unterstützung von Systemen für elektronische Kriegsführung und Funkaufklärung in Sewastopol. Estland: Russischer Kampfjet verletzt den Luftraum Das baltische EU- und Nato-Mitglied Estland hat erneut die Verletzung seines Luftraums durch Russland gemeldet. Ein Kampfjet des Typs Sukhoi Su-30 sei am 18. März nahe der Ostseeinsel Vaindloo unerlaubt für etwa eine Minute in den Luftraum eingedrungen, teilte die Armee in Tallinn mit. Nach Angaben des estnischen Außenministeriums reagierte eine Einheit der italienischen Luftwaffe auf die Luftraumverletzung. "Es bestand keine Bedrohung für die Sicherheit Estlands", teilte Außenminister Margus Tsahkna mit. Das Außenamt bestellte einer Mitteilung zufolge wegen des Vorfalls den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein und überreichte eine Protestnote. Offenbar ukrainischer Drohnenangriff auf Sewastopol Russischen Telegram-Medienkanälen zufolge haben ukrainische Streitkräfte in der Nacht vom 19. März einen Drohnenangriff auf die Stadt Sewastopol auf der besetzten Krim gestartet, wie sie unter Berufung auf Berichte von Anwohnern meldeten. Im Stadtzentrum waren Explosionen zu hören, wobei Anwohner berichteten, dass ein Gebäude, in dem das 3. Funktechnische Luftabwehrregiment der russischen Streitkräfte untergebracht ist, angegriffen wurde. Der von Russland eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew sagte, 27 Drohnen seien beim Anflug auf die Stadt abgeschossen worden. Es sei mindestens ein Brand in einem Wohnhaus gemeldet worden. Bei dem Angriff sei eine Person getötet und zwei weitere seien verletzt worden. Der "Kyiv Independent" konnte die Berichte nicht unabhängig überprüfen. Mittwoch, 18. März Russischer Angriff auf Kiew Die russische Armee hat in den Abendstunden mit Drohnen mehrere Ziele im Westen der Ukraine angegriffen. In der Großstadt Lwiw habe eine Drohne das regionale Hauptquartier des Geheimdienstes SBU beschädigt, teilte Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Im Gebiet Wolyn wurde eine Anlage der Energieversorgung nahe der Stadt Nowowolynsk attackiert. Deswegen fiel für etwa 30.000 Haushalte der Strom aus, wie Militärgouverneur Roman Romanjuk auf Telegram schrieb. Die ukrainischen Gebiete Lwiw und Wolyn grenzen an das EU- und Nato-Mitglied Polen . Ukraine: 1.710 russische Soldaten an einem Tag getötet Am Mittwoch hat der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte einen ungewöhnlich starken Anstieg russischer Verluste gemeldet: Innerhalb eines Tages seien 1.710 Soldaten getötet oder verwundet worden. Am Vortag lag die Zahl noch bei 930, am Montag bei 760. In den Wochen zuvor bewegten sich die Angaben meist auf diesem Niveau. Solche sprunghaften Anstiege gelten als selten, treten jedoch gelegentlich auf. Als Grund nennt die ukrainische Seite eine Eskalation russischer Angriffe. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, erklärte, in den Regionen Donezk und Saporischschja habe es massive Sturmangriffe gegeben. Innerhalb von anderthalb Tagen seien dort rund 900 russische Soldaten getötet oder verwundet worden – und das auf einem Frontabschnitt von nur etwa 100 Kilometern. Brovdi schrieb auf Telegram, dies sei "ein neuer Meilenstein". Unabhängig lassen sich die Zahlen nicht verifizieren. Beide Kriegsparteien veröffentlichen regelmäßig eigene Verluststatistiken, die sich einer externen Kontrolle weitgehend entziehen. Kehrtwende eines Kriegsbefürworters: Putin gehört vor Gericht Die abrupte Kehrtwende eines Kreml-Propagandisten sorgt in Russland für Aufregung. Ilja Remeslo, bislang bekannt für Kampagnen gegen die russische Opposition, schrieb plötzlich auf seinem Telegram-Kanal, dass Wladimir Putin als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre. Putin habe das Land in die Sackgasse des Ukraine-Kriegs geführt, heißt es in einer Art Manifest. Der Kremlchef schade der Wirtschaft, er erdrossele die Freiheit der Medien und des Internets. Die russische Justiz hat Kritiker schon für weniger scharfe Äußerungen zu Haftstrafen verurteilt. Zwar werden die sogenannten Z-Blogger geduldet, die echte oder vermeintliche Fehler der Militärführung aufspießen. Doch ein Frontalangriff auf Putin, zumal aus dem eigenen Lager, gibt Rätsel auf. Die Attacke fällt aber in eine Zeit, in der die schweren Verluste im Krieg wie auch die wirtschaftlichen Schäden in Russland spürbarer werden. Ukraine zerstört für russische Armee wichtiges Treibstofflager Ein ukrainischer Angriff auf ein wichtiges Öldepot in der russischen Region Krasnodar am Montag führte aktuellen Informationen zufolge zur nahezu vollständigen Zerstörung des Tanklagers. Das berichtet die "Kyivpost" unter Berufung auf das Nachrichtenportal "Astra". In der Anlage sei ein Großbrand ausgebrochen, nachdem dort vier Drohnen eingeschlagen waren. Infolgedessen brannten 18 der 20 Lagertanks – darunter 9 Benzin- und 9 Dieseltanks – sowie 7 Treibstofftanker ab. Das Depot soll eins der größten der Region sein und über eine Lagerkapazität von 9.000 Kubikmetern verfügen. Die Region Krasnodar gilt als wichtiger Logistikknotenpunkt des russischen Militärs. Die Öldepots dienen den Truppen in der Südukraine als "Tankstellen", schreibt die "Kyivpost". Russland will 114.000 Russen in ukrainischen Gebieten ansiedeln Russische Behörden planen, bis 2045 fast 114.000 Russen in den besetzten ukrainischen Gebieten in Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson anzusiedeln. Das berichtet die russische Zeitung "Vedomosti" unter Berufung auf Pläne der russischen Bank für Außenwirtschaft und des Instituts für Raumplanung. Insgesamt wurden demnach 15 Masterpläne und 10 Raumplanungsprojekte für die Volksrepubliken Donezk und Luhansk sowie die Gebiete Saporischschja und Cherson erstellt. Die Bank versicherte, in den Gebieten über 13 Millionen Quadratmeter Wohnraum, mehr als 140 Kindergärten, Dutzende Schulen und etwa hundert medizinische Einrichtungen zu bauen. Gouverneur: Ein Toter bei ukrainischem Angriff in Krasnodar Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar ist nach Angaben des russischen Regionalgouverneurs eine Person getötet worden. Bei dem Angriff auf Wohngebäude seien drei Häuser beschädigt worden, erklärte Regionalgouverneur Weniamin Kondratjew am Mittwoch im Onlinedienst Telegram. In einer Wohnung sei ein Feuer ausgebrochen, das schnell gelöscht werden konnte. Russland hat in seiner seit mehr als vier Jahren andauernden Offensive in der Ukraine immer wieder die Energieinfrastruktur des Landes angegriffen. Als Reaktion auf die Attacken flog die Ukraine wiederholt Drohnenangriffe auf russisches Territorium. Dienstag, 17. März Ex-Verteidigungsminister gesteht Probleme bei Luftabwehr Der Sekretär des russischen nationalen Sicherheitsrats, Sergej Schoigu , räumt ein, dass ukrainische Angriffe im russischen Hinterland zu einem immer größeren Problem werden. Die Entwicklung der Kampfmittel, in erster Linie Drohnen, und die Raffiniertheit ihrer Einsatzmethoden seien so, dass sich keine Region Russlands sicher fühlen könne, sagte der Ex-Verteidigungsminister russischen Agenturen zufolge in der Millionenstadt Jekaterinburg im Ostteil des Uralgebirges. Noch vor Kurzem sei der Ural für Angriffe aus der Luft von ukrainischem Territorium aus unerreichbar gewesen, heute befinde er sich in der Zone unmittelbarer Bedrohung. Die Zahl ukrainischer Angriffe aus der Luft auf Infrastrukturobjekte in Russland habe sich 2025 fast vervierfacht. Schoigu warnte eindringlich, es könnte tragische Folgen haben, das Bedrohungsniveau zu unterschätzen oder bei der Beseitigung bestehender Schwachstellen zu zögern. Dies könnte die sozial-ökonomische Stabilität beeinträchtigen und die logistische Versorgung der Streitkräfte erschweren. Zudem stieg seinen Angaben nach die Zahl der Terroranschläge in Russland 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. Explosionen an russischer Basis nahe Baltikum gemeldet Ein militärisches Übungsgelände in der russischen Region Pskow brennt offenbar nach einer Explosion. Die Nasa meldet auf ihrer Brandinformationsplattform einen Großbrand. Pskow liegt 32 Kilometer von Estland und 48 Kilometer von Lettland entfernt. Die Ursache des Feuers ist derzeit unbekannt. Selenskyj: Russische Offensive vereitelt Der Ukraine ist es nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gelungen, eine für den März geplante strategische Offensive des russischen Militärs zu vereiteln. "Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Maßstab der Auseinandersetzung nicht so groß, wie die Russen das geplant und ihre Kommandeure das der politischen Führung versprochen haben", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Selenskyj bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig. Montag, 16. März Polen stoppt russischen Flieger vor Eindringen in Nato-Luftraum Kampfjets der polnischen Luftwaffe haben ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Die Maschine vom Typ Iljuschin IL-20 sei von zwei polnischen Kampfjets vom Typ MiG-29 eskortiert worden, teilte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte auf der Plattform X mit. Dazu postete es eine Aufnahme von der Maschine über dem Meer. Der Vorfall hat sich demnach am vergangenen Freitag ereignet. In der Mitteilung hieß es weiter, der russische Aufklärer sei in internationalem Luftraum ohne Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs gewesen. Die polnischen Piloten hätten das fremde Flugzeug abgefangen, identifiziert und bis zum Verlassen ihres Zuständigkeitsbereichs eskortiert. Der Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt. Den Angaben zufolge war dies bereits der neunte derartige Vorfall seit Jahresbeginn. Kenia duldet keine weiteren Söldner in Putins Armee Kenia hat sich nach Angaben seines Außenministers Musalia Mudavadi mit Russland darauf verständigt, dass Staatsangehörige des afrikanischen Landes nicht mehr für Russland in der Ukraine kämpfen werden. Mudavadi teilte dies nach Gesprächen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau mit. Lawrow zufolge hatten kenianische Bürger freiwillig Verträge unterzeichnet, um an der Seite der russischen Armee zu kämpfen. Einem kenianischen Geheimdienstbericht zufolge wurden mehr als 1.000 Kenianer rekrutiert. Zuletzt hatten Sicherheitsexperten vor Bemühungen des Kreml gewarnt, seinen Einfluss in Afrika auszuweiten. Dabei nutzt Moskau unter anderem Missionierungen durch die russisch-orthodoxe Kirche. Moldau gibt Umweltalarm nach russischem Angriff in Ukraine aus Moldau hat nach einem durch einen russischen Angriff in der Ukraine ausgelösten Kraftstoffaustritt in den Fluss Dnister einen Umweltalarm ausgegeben. Dieser gelte ab Montag für 15 Tage, erklärte das staatliche Krisenmanagementzentrum CNMC am Sonntag. Es handele sich um eine vorbeugende Maßnahme. Der Kraftstoffaustritt soll durch einen russischen Angriff auf das Wasserkraftwerk Dnister in der Ukraine am 7. März verursacht worden sein. Die ukrainischen Behörden hatten erstmals am 10. März eine Verschmutzung des Flusses in der Nähe von Ljadowa und anderen Ortschaften bekanntgegeben. Die Verschmutzung breitete sich schnell flussabwärts nach Moldau aus, wo Notfallteams Barrieren errichteten und die Bewohner aufforderten, sich an die offiziellen Anweisungen zu halten, solange die Lage instabil bleibe. Die Behörden in Moldau riefen mehrere Gemeinden auf, bis auf Weiteres kein Wasser aus dem Dnister zu trinken, damit nicht zu kochen und es auch nicht anderweitig zu nutzen. In einigen Gebieten wurde die Wasserversorgung eingestellt. Die Menge des ausgelaufenen Kraftstoffs ist nicht bekannt. Die ukrainischen Behörden bezeichneten den Vorfall allerdings als "großflächiges Leck". Rumänien entsandte am Samstag ein zehnköpfiges Notfallteam mit Spezialausrüstung und -material, nachdem Moldau die Europäische Union offiziell um Unterstützung gebeten hatte. Sowohl die Ukraine als auch Moldau haben die Bedeutung des Dnisters als wichtige Wasserquelle betont. Moldaus Umweltminister warf Russland vor, allein für die Verschmutzung verantwortlich zu sein. Brand eines Öldepots in Südrussland nach Drohnenangriff In der südrussischen Region Krasnodar ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Öldepot nach einem Drohnenangriff in Brand geraten. Der Angriff habe sich in der Stadt Labinsk ereignet, teilten die Behörden mit. Niemand sei verletzt worden. Die Region ist regelmäßig Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. So hatte die Ukraine in der vergangenen Woche eine Ölanlage nahe der Stadt Tichorezk, die Afipski-Ölraffinerie und den Hafen Kawkas angegriffen. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor. Sonntag, 15. März Russische Soldaten sollen angeblich Telegram löschen Die russische Messenger-App Telegram gehört zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln der Russen. Ein Großteil der Bevölkerung nutzt die mit WhatsApp vergleichbare Plattform. Doch seit Mitte Februar schränkt der Kreml die Nutzung der App ein , auch weil dort noch Kritik am Kreml-Regime möglich ist. Nun hat die russische Armeeführung angeblich auch Soldaten im Ukraine-Einsatz den Gebrauch von Telegram untersagt. Das berichtet ein proukrainischer Kriegsblogger, der sich auf die Mitteilung eines russischen Soldaten beruft. In der Nachricht des Soldaten heißt es demnach: "Es gab einen Befehl an der Front, dem zufolge alle Armeeangehörigen Telegram löschen und durch (die von russischen Behörden gebilligte App) Max ersetzen sollen. Militärpolizisten werden jetzt die Handys prüfen und wer Telegram hat, wird auf eine Selbstmordmission geschickt." Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Sollte sich die Meldung bewahrheiten, drohen den russischen Truppen in der Ukraine neue Probleme. Erst kürzlich hatte die US-Firma Starlink von Milliardär Elon Musk die russischen Truppen von ihrem Satelliten-Internetdienst abgeschnitten. Der Starlink-Verlust erschwert die Kommunikation der russischen Truppen erheblich und hat es der Ukraine ermöglicht, erstmals seit Längerem wieder größere Geländegewinne an der Front zu erzielen . Berichten zufolge hat auch Telegram eine wichtige Rolle für die russische Armee bei der Koordinierung ihrer Angriffe an der Front gespielt. Kiew bietet Golfstaaten Drohnenabwehr an – unter Bedingungen Die Ukraine will Geld und Technologie als Gegenleistung für ihre Hilfe bei der Abwehr iranischer Kamikaze-Drohnen im Nahen Osten. Die Regierung in Kiew habe Spezialisten in die Region entsandt, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag. "Für uns sind heute sowohl die Technologie als auch die Finanzierung wichtig." Längerfristige und grundlegendere Abkommen mit den Golfstaaten über Drohnen könnten ausgehandelt werden. Was die Ukraine als Gegenleistung für die Hilfe erhalten werde, müsse jedoch noch besprochen werden. "Es geht nicht darum, sich an Einsätzen zu beteiligen. Wir befinden uns nicht im Krieg mit dem Iran", sagte Selenskyj. Anfang der Woche hatte er erklärt, dass Teams nach Katar, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien sowie zu einem US-Militärstützpunkt in Jordanien entsandt worden seien. Die Golfstaaten haben große Mengen an Flugabwehrraketen zur Abwehr der iranischen Drohnen vom Typ Shahed eingesetzt. Die Ukraine hat viel Erfahrung mit diesen Drohnen, da Russland sie seit Langem in seinem Krieg gegen sein Nachbarland verwendet. Die ukrainischen Streitkräfte wehren auch russische Drohnen jede Nacht mit einer Reihe von Waffen ab, darunter billigere, kleinere Drohnen oder Störsender. Selenskyj sagte, er wisse nicht, warum die USA ein großes Drohnenabkommen, auf das Kiew seit Monaten dringt, nicht unterzeichnet hätten. Er sei sich unsicher, ob es überhaupt zustande kommen werde. "Ich wollte ein Abkommen im Wert von etwa 35 bis 50 Milliarden Dollar unterzeichnen", sagte Selenskyj. US-Präsident Donald Trump hat jedoch erklärt, die USA bräuchten die Hilfe der Ukraine bei der Drohnenabwehr nicht. Selenskyj kritisierte zudem einige ukrainische Unternehmen und ausländische Regierungen, die er nicht namentlich nannte. Diese hätten versucht, ohne Genehmigung aus Kiew Geschäfte über Ausrüstung zur Drohnenabwehr abzuschließen. Selenskyj äußerte zudem die Sorge, dass ein langwieriger Konflikt im Nahen Osten sich auf die ukrainischen Bestände an Flugabwehrraketen auswirken könnte. "Wir möchten auf keinen Fall, dass die Vereinigten Staaten sich wegen des Nahen Ostens vom Thema Ukraine abwenden", sagte er. Trump kritisiert Selenskyj US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefoninterview mit dem US-Sender NBC News den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kritisiert. Er sei "weit schwieriger zu einem Abkommen zu bewegen" als Russlands Präsident Wladimir Putin, sagte Trump. Ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau offenbar abgewehrt Die russische Luftabwehr hat am Samstag nach eigenen Angaben 65 ukrainische Drohnen abgeschossen, die auf dem Weg in die Hauptstadt Moskau waren. Das berichtete der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin. Rettungskräfte seien wegen herabfallender Trümmer im Einsatz gewesen. Wegen der Angriffe mussten drei Flughäfen in der Hauptstadt zeitweise geschlossen werden. Insgesamt habe man auf russischem Gebiet am Samstag 280 ukrainische Drohnen entdeckt und abgefangen, so das russische Militär. Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier .
