Netzentgelte für Solar- und Speicherbesitzer geplant: Das ist bekannt
Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Netzentgelte für Stromspeicher und Elektroautos. Seit Anfang 2026 können E-Auto-Besitzer ihren Wagen als Stromspeicher nutzen und den dort eingespeicherten Strom sogar ins öffentliche Netz einspeisen und dafür Geld bekommen. Zwar sind (noch) nicht alle Elektroautos dazu in der Lage, aber die gesetzlichen Bedingungen sind in Deutschland schon mal geschaffen. Damit erhalten E-Autos im Stromsystem einen sehr ähnlichen Status wie Heimspeicher, die viele Solar-Besitzer haben. Der Strom, der zum Beispiel von der Photovoltaikanlage erzeugt wird, kann dort zwischengespeichert werden und unter Umständen sogar auch gegen eine entsprechende Vergütung ins Netz eingespeist werden. Speicher können aber auch mit Strom aus dem Netz beladen werden – das ist besonders in den Nachtstunden lohnenswert, wenn Strom günstig ist . Um den Einsatz von Speichern und Elektroautos zu fördern, sind sie aktuell noch bis 2029 von Stromnetzentgelten befreit. Die Netzentgeltbefreiung gilt grundsätzlich für 20 Jahre. Wer also heute einen Speicher ans Netz bringt, zahlt auf den Strom, den er dort ein- oder ausspeist, bis 2046 kein Netzentgelt. Frag t-online: Warum zahlen nicht alle die gleichen Netzentgelte? Eine Neuerung zu diesem Thema hat bei einer t-online-Leserin Aufsehen erregt. Sie will wissen: "Wird wirklich darüber nachgedacht, die Netzentgeltbefreiung für Strom aus Speichern wie Elektroautos zu kippen?" Netzentgelte für Speicher ab 2029: Darum geht es Die Antwort ist: Ja, darüber wird gerade in der Tat diskutiert. Die Bundesnetzagentur erarbeitet gerade die neuen Regeln für Netzentgelte, die ab 2029 gelten sollen . Es ist aber noch nichts entschieden, das Verfahren läuft noch. Hintergrund der Überlegungen sind die gestiegenen Kosten für den Ausbau der Stromnetze. Um bis 2045 klimaneutral zu werden, müssen viele Prozesse von fossilen Energien auf erneuerbare Energien umgestellt werden. In vielen Bereichen bedeutet das eine Umstellung auf Strom, also Elektroautos, Wärmepumpen, Photovoltaik (PV). Um diese Entwicklung zu ermöglichen, müssen die Stromnetze entsprechend erweitert und an einigen Stellen neu gebaut werden. Das kostet sehr viel Geld und wird aktuell über die Netzentgelte finanziert. Parallel zum Stromnetzausbau schreitet die Installation von PV, Speichern und E-Autos voran. Um diese Entwicklung anzukurbeln, sind diese Anlagen, wie bereits beschrieben, von Netzentgelten befreit. Das bedeutet aber zwangsläufig, dass die Kosten für den Netzausbau auf immer weniger Haushalte verteilt werden – und zwar vorrangig auf Mieterhaushalte, die seltener Speicher und Solaranlagen haben. Dabei machen vor allem jene, die sich mit Wärmepumpen, Speichern, PV-Anlagen und Elektroautos ausrüsten können, den Stromnetzausbau überhaupt nötig. Auch Solar-Besitzer könnten ab 2029 zahlen Diese Schieflage will die Bundesnetzagentur beheben und erwägt, ab 2029 für Stromspeicher Netzentgelte einzuführen und so diese Haushalte stärker am Ausbau der Netze finanziell zu beteiligen. Und sie diskutiert auch über die Einführung von Einspeiseentgelten für Solar-Besitzer . Über die Höhe und die genauen Bedingungen gibt es aber noch wenig Details. Ob das wirklich so kommt, steht aber nicht fest – und es gibt teils heftigen Widerstand gegen die Pläne. So warnen Branchenvertreter, dass sowohl Haushalte als auch große Investoren aufhören könnten, in Speicher zu investieren. Speicher und Solaranlagen sind aber entscheidend für den Erfolg der Energiewende. Es ist also ein sehr dynamischer Prozess mit aktuell ungewissem Ausgang. Bis 2029 ändert sich aber nichts: Speicher und Elektroautos bleiben für 20 Jahre von Netzentgelten befreit, und auch auf die Einspeisung von Solarstrom werden keine Gebühren fällig. Hausbesitzer können also mindestens noch ein paar Jahre völlig beruhigt sein.
