Auto-Werkstatt: Technik treibt die Reparatur-Kosten auf Rekordhoch
Werden Autoreparaturen bald zum Luxus? Neue Daten zeigen: Die Kosten in der Werkstatt sind auf ein Rekordhoch gestiegen. Besonders ein technischer Wandel treibt die Rechnungen in die Höhe. Wer mit dem Auto in die Werkstatt muss, zahlt dafür aktuell mehr als je zuvor. Eine Reparatur kostet heute im Durchschnitt 760 Euro. Das sind 46 Euro mehr als im Vorjahr. Das belegen neue Daten des Versicherers CarGarantie. Seit 2016 sind die Kosten demnach um über 50 Prozent gestiegen. Die Gründe: Ersatzteile kosten sechs Prozent mehr, und die Stundensätze der Werkstätten sind um acht Prozent gestiegen. Für die Versicherer ist das ein Desaster: In den vergangenen zwei Jahren machten sie fast fünf Milliarden Euro Verlust. Elektronik verdrängt den Motor Aber auch ein technischer Wandel treibt die Rechnungen in die Höhe. Bei Neuwagen ist nicht mehr der Motor der teuerste Posten, sondern die elektrische Anlage. Fast jeder dritte Schaden betrifft mittlerweile Sensoren oder Steuergeräte. Bei der Schadensumme liegt die Elektronik mit 19 Prozent erstmals auf Platz eins. E-Autos als Wartungswunder Elektroautos erweisen sich hingegen als auffallend wartungsarm. Nur 0,8 Prozent der gemeldeten Schäden bei Neuwagen betrafen den E-Motor. Herkömmliche Verbrenner verursachten dagegen zehnmal so viele Ausfälle. Hinzu kommen dort teure Defekte an Getriebe und Abgasanlage. Was die Besitzer der Elektroautos freut, ärgert Händler und Schrauber. Deshalb haben sie eine Praxis entwickelt, vor deren Folgen Branchen-Insider warnen. So einfach sparen Sie viel Geld Generell lassen sich Werkstattkosten natürlich nicht verhindern. Man kann sie aber senken: Fragen Sie gezielt nach Teilen des freien Marktes – auch in herstellergebundenen Werkstätten. Die Teile der Zulieferer sind nicht schlechter als das Zubehör der Autobauer. Aber sie sind oftmals deutlich billiger. Diese Teile können auch von Markenwerkstätten bezogen und verbaut werden. Freie Werkstätten sind meist günstiger als herstellergebundene. Mancher Autofahrer befürchtet Probleme mit der Gewährleistung, wenn er nicht die Werkstätten seines Herstellers ansteuert. Dafür gibt es aber keinen Grund. Im Gewährleistungsfall zählt nämlich nur, wer das Problem verursacht hat und nicht, wo Inspektionen durchgeführt wurden. Auch kostenlose Neuwagengarantien stehen nicht auf dem Spiel, wenn Sie eine freie Werkstatt wählen. Es gibt jedoch Ausnahmen. So kann der Leasinggeber beispielsweise bestimmen, in welche Werkstatt ein Leasingauto gebracht wird, da ihm das Auto gehört. Auch wenn der Hersteller einen Garantie- oder Gewährleistungsfall übernimmt, kann er die Werkstatt bestimmen. Da er dann die Rechnung begleicht, müssen Sie sich immerhin über die höheren Kosten keine Gedanken machen. Generell gilt aber: Zwar streikt der Motor seltener, doch Elektronik und teure Mechaniker-Stunden fressen die Ersparnis wieder auf. Wer sein Geld zusammenhalten will, sollte nicht einfach zur nächstgelegenen Werkstatt fahren. Sondern zur günstigsten.
