News zum Ukraine-Krieg aktuell: Britische Armee darf Schattenflotte entern
London gibt der Armee die Erlaubnis, Schiffe der Schattenflotte zu entern. In Charkiw sterben Zivilisten bei einem Angriff. Alle Entwicklungen im Newsblog. Donnerstag, 26. März Britische Armee darf Schiffe der Schattenflotte entern Die britische Regierung hat der Armee des Landes die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer habe zugestimmt, "dass die britischen Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden nun Schiffe stoppen können, die vom Vereinigten Königreich sanktioniert wurden und britische Gewässer durchqueren", teilte die britische Regierung am Mittwoch mit. Großbritannien erhöhe den Druck auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, erklärte Downing Street. London werde "die Schattenflotte weiter in die Zange nehmen, indem es britische Gewässer, einschließlich des Ärmelkanals, für sanktionierte Schiffe sperrt". Das werde die Betreiber der Schiffe "zwingen, entweder auf längere, finanziell schmerzhafte Routen auszuweichen oder zu riskieren, von britischen Kräften festgesetzt zu werden." Angriffe auf Charkiw und Belgorod Bei russischen Angriffen auf die nordostukrainische Stadt Charkiw und die umliegende Region kommen zwei Menschen ums Leben. Eine in der Stadt verletzte Frau erliegt ihren Verletzungen im Krankenhaus, teilen die Staatsanwälte der Region auf Telegram mit. Eine russische Drohne tötet einen Mann in seinem Auto in einem Bezirk näher an der Grenze. Insgesamt werden neun Menschen bei Angriffen auf zwei Stadtbezirke verletzt. Die rund 30 Kilometer von der Grenze entfernte Stadt ist häufiges Ziel russischer Angriffe. Im südwestukrainischen Donauhafen Ismail werden bei einem Angriff Hafen- und Energieanlagen beschädigt, melden örtliche Behörden. Auf russischer Seite meldet der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, zwei Tote durch ukrainische Drohnenangriffe – einen 18-jährigen Motorradfahrer in einem grenznahen Dorf und eine Autofahrerin in der Stadt Graiworon. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilt mit, 17 ukrainische Drohnen seien am Mittwoch auf dem Weg in die Hauptstadt abgefangen und zerstört worden. Mittwoch, 25. März Simbabwe: 15 Staatsangehörige bei Kämpfen für Russland getötet Im Ukraine-Krieg sind nach Angaben der Regierung von Simbabwe 15 Staatsangehörige des Landes ums Leben gekommen, die für Russland gekämpft haben. Die Männer seien unter falschen Versprechungen angeworben worden, sagt Informationsminister Zhemu Soda. Er spricht von Menschenhandel, der unter anderem über soziale Medien laufe. Weitere 16 Simbabwer seien aus dem Kriegsgebiet zurückgekehrt und würden medizinisch versorgt. Die russische Botschaft in der Hauptstadt Harare lehnt eine Stellungnahme ab. Flugabwehr schießt Hobbypiloten bei Moskau ab Regelmäßig greifen ukrainische Drohnen Russland an, die Flugabwehr ist nervös. Das wurde nun einem Hobbypiloten und seinem Passagier zum Verhängnis. Mehr dazu lesen Sie hier . Ungarn will Gaslieferungen an Ukraine aussetzen Im Streit über den Ausfall russischer Öllieferungen durch die Ukraine kündigt Ungarn den Stopp seiner Gaslieferungen an die Ukraine an. Ungarn werde die Lieferungen so lange einstellen, bis die Öllieferungen durch die russische Druschba-Pipeline wieder aufgenommen würden, sagte Ministerpräsident Viktor Orbán in einem am Mittwoch auf Facebook veröffentlichten Video. "Wir stellen die Gaslieferungen von Ungarn in die Ukraine schrittweise ein und werden das Gas, das uns noch verbleibt, in Ungarn lagern", so Orbán. Die Lieferungen durch die Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei sind seit Ende Januar ausgesetzt. Die Regierung in Kiew macht einen russischen Angriff auf die Anlagen der Pipeline in der Westukraine dafür verantwortlich. Die Slowakei und Ungarn geben dagegen der Ukraine die Schuld an der langen Unterbrechung. Drohne trifft Kraftwerk in Estland Eine Drohne ist in den Schornstein eines Kraftwerks in Estland eingeschlagen. Die Hintergründe sind noch unbekannt. Auch ein weiteres Nachbarland meldet eine Explosion. Ukraine greift russische Ziele kurz vor Nato-Gebiet an In der Nacht zu Mittwoch hat die Ukraine offenbar mehrere Ziele in Russland attackiert. Die Drohnenangriffe ereigneten sich in der Oblast Leningrad, im Hafen von Ust-Luga sei daraufhin ein Brand ausgebrochen. Das berichtet das ukrainische Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf Angaben des Gouverneurs Alexander Drozdenko. Ust-Luga liegt in einer Bucht nur 25 Kilometer von der Grenze zu Estland entfernt. Insgesamt hätten die russischen Luftverteidigungssysteme 56 Drohnen über der Region abgeschossen. Ersten Berichten zufolge gibt es keine Verletzten. Zudem hat die Ukraine offenbar den Hafen von Wyborg in der Oblast Leningrad angegriffen und dabei ein Frachtschiff beschädigt. Auch Wyborg liegt in der Nähe des Nato-Territoriums, die finnische Grenze ist etwa 27 Kilometer entfernt. Insgesamt handelt es sich um den dritten russischen Ostseehafen, der in den vergangenen zwei Tagen getroffen wurde. Lwiw: Schäden an Weltkulturerbe In der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) sind nach Behördenangaben mehrere Menschen durch russische Drohnenangriffe verletzt worden. Bürgermeister Andrij Sadowyj zufolge werden 17 Menschen in Krankenhäusern der Stadt behandelt. Er schrieb von Einschlägen an mehreren Stellen der Stadt, ein Wohnhaus sei zweimal getroffen worden. Ein Großteil der Drohnen sei abgefangen worden, aber es habe Feuer an Gebäuden der St. Andreas-Kirche gegeben, deren Geschichte bis Anfang des 17. Jahrhunderts zurückreiche. Die historische Altstadt von Lwiw gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und wurde 2023 wegen des inzwischen seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in die Liste der gefährdeten Stätten aufgenommen. Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj schrieb auf Telegram ebenfalls von Schäden im historischen Zentrum der Stadt. Kiew: Russland attackiert binnen 24 Stunden mit fast 1.000 Drohnen Es ist einer der größten Angriffe seit Kriegsbeginn zur Tageszeit: Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew binnen 24 Stunden mit fast 1.000 Drohnen angegriffen. Mindestens acht Menschen wurden ukrainischen Angaben vom Dienstag zufolge getötet. Zudem wurde ukrainischen Angaben nach das von der Unesco geschützte historische Stadtzentrum von Lwiw im Westen der Ukraine getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine "absolute Verkommenheit" vor. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte Russland 550 Drohnen am Dienstag tagsüber ab, nachdem in der Nacht zuvor bereits 392 Drohnen gestartet wurden. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals Tagesangriffe in einem solchen Ausmaß gegeben hat", sagte der ukrainische Luftwaffen-Sprecher Jurij Ignat der Nachrichtenagentur AFP. "In dieser Größenordnung ist das grundsätzlich das erste Mal", fuhr er fort. Zwei Menschen wurden in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk getötet. Unter den Verletzten sei ein sechsjähriges Kind, erklärten örtliche Behörden in Onlinediensten. Zehn Wohngebäude und eine Geburtsklinik seien beschädigt worden. Eine weitere Person wurde nach Behördenangaben in der zentralukrainischen Region Winnyzja getötet. Dienstag, 24. März Ukraine testet erstmals Exoskelette im Krieg Ukrainische Soldaten haben mitgeteilt, dass sie erstmals Exoskelette im russischen Angriffskrieg testen. Das Medium "Business Insider" hatte darüber berichtet. Demnach passen die Robo-Skelette in eine Aktentasche und helfen den Soldaten, mit einer Geschwindigkeit von 19 km/h zu laufen. Konkret setze die Ukraine sie an der Front nahe Pokrowsk ein. Ein entsprechendes Video von den Exoskeletten hatte eine Einheit der ukrainischen Luftlandetruppen auf Facebook veröffentlicht. Moldau: Stromverbindung nach Europa gekappt Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine wirken sich auf die benachbarte Republik Moldau aus. Die wichtigste Stromverbindung zwischen dem Land und Europa sei gekappt, teilt Präsidentin Maia Sandu auf X mit. "Es gibt alternative Routen, aber die Lage bleibt fragil. Russland allein ist dafür verantwortlich." Selenskyj: Russland will Belarus für Drohnenangriffe nutzen Russland will nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Angriffe auf sein Land von Belarus aus steuern. Vier Bodenstationen für russische Langstreckendrohnen würden in dem an Russland und die Ukraine angrenzenden Land errichtet, erklärt Selenskyj unter Berufung auf den Militärgeheimdienst in Kiew. Er kündigte an, die Ukraine werde "spürbar" reagieren. Das Außenministerium in Minsk nimmt zu den Vorwürfen zunächst nicht Stellung. Kiew fordert Waffen für Angriffe auf russische Drohnenfabriken Die Ukraine hat russische Produktionsstätten für Drohnen als legitime militärische Ziele bezeichnet und den Westen zur Lieferung weitreichender Waffen aufgefordert. Russlands Lieferung modernisierter Drohnen an den Iran mache Moskau zu Teherans wichtigstem Komplizen im Krieg, sagte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk am Montag vor dem Weltsicherheitsrat. Die Lieferungen modernisierter Versionen der iranischen Shahed-Drohnen an Teheran stellten eine beispiellose Eskalation dar, die es dem Iran ermögliche, Golfstaaten und US-Streitkräfte in der Region über längere Zeit anzugreifen. "Russische Drohnenproduktionsstätten sollten als legitime Ziele für Militärschläge im Kampf gegen das Mullah-Regime betrachtet werden", erklärte Melnyk. Die Ukraine greife bereits russische Drohnenfabriken an, könne jedoch mit neuen Waffen und Ressourcen effektiver sein. Die Bereitstellung von Waffen für Angriffe in der Tiefe und die Unterstützung der ukrainischen Produktion von Langstreckenraketen würden die kollektiven Bemühungen um Frieden im Nahen Osten unterstützen. Russland nutzt die aus iranischen Entwürfen entwickelten Shahed-Drohnen seit Beginn seiner großangelegten Invasion im Februar 2022 gegen die Ukraine. Montag, 23. März Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem unmittelbar bevorstehenden russischen Großangriff auf sein Land gewarnt. Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Russland einen massiven Schlag vorbereite, sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Bevölkerung solle auf Luftalarm achten, entsprechende Befehle an die Flugabwehr seien bereits erteilt worden. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Orbán-Regierung spionierte offenbar für Russland: EU reagiert Hat Ungarn jahrelang Informationen von EU-Treffen an Russland weitergegeben? Den Verdacht gab es seit Langem. Nun gibt es offensichtlich auch Beweise. Mehr dazu lesen Sie hier . Putin spricht vom Einbruch der russischen Wirtschaft Russlands Wirtschaft ist nach vier Jahren Krieg offiziellen Angaben zufolge ins Minus gerutscht. "Im Januar dieses Jahres ist Russlands Bruttoinlandsprodukt 2,1 Prozent niedriger gewesen als vor einem Jahr", sagte Präsident Wladimir Putin bei einer Regierungssitzung. Gleichzeitig sei die Industrieproduktion um 0,8 Prozent zurückgegangen. Während er dies mit der größeren Anzahl an Feiertagen in diesem Jahr gegenüber 2025 erklärte, forderte er zugleich von der Regierung entschiedene Maßnahmen, um "auf den Pfad nachhaltigen Wachstums zurückzukehren". Putin hat im Februar 2022 den Angriff auf die Ukraine befohlen. Den darauffolgenden Sanktionen des Westens konnte die russische Ökonomie nach der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft lange relativ gut widerstehen – auch weil die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts vom staatlich finanzierten Rüstungssektor angetrieben wurden. Anzeichen einer Krise machten sich bereits im vergangenen Jahr in zivilen Sektoren bemerkbar – und konnten zuletzt dann auch nicht mehr durch steigende Waffenproduktion aufgefangen werden. Neue russische Offensive endet in Gemetzel Die russische Frühjahrsoffensive im Ukraine-Krieg hat nach Angaben aus Kiew mit hohen Verlusten für Moskau begonnen. "Innerhalb von vier Tagen intensiver Sturmversuche hat der Feind mehr als 6.090 Soldaten als Gefallene oder Verletzte verloren", teilte der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Olxander Syrskyj, bei Facebook mit. Im Verlauf der vergangenen Woche seien es sogar mehr als 8.700 Tote und Schwerverletzte auf russischer Seite gewesen. Durchbrüche an der Front habe es hingegen nicht gegeben, schrieb er. Unabhängig überprüfbar sind die Angaben nicht. In den vergangenen Tagen hatten Militärbeobachter eine Aktivierung der russischen Einheiten registriert. Moskaus Truppen versuchen, die besseren Witterungsverhältnisse und das Ende der Schlammperiode für eine Ausweitung ihrer Angriffe zu nutzen. Allerdings kursieren im Internet bereits zahlreiche Videos von zerschlagenen Militärkolonnen, deren Vormarsch von Drohnen gestoppt wurde. Das russische Verteidigungsministerium meldete seinerseits die Eroberung von zwei weiteren Ortschaften im Gebiet Donezk. Nach Darstellung Moskaus verbessern die russischen Truppen ständig ihre Stellungen im Osten der Ukraine. Ukraine greift wichtiges russisches Öl-Terminal in Primorsk an Ein Treibstofflager im russischen Ostseehafen Primorsk steht nach einem Drohnenangriff in Flammen. Das teilt der Gouverneur der nordwestlichen Region Leningrad, Alexander Drosdenko, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bei den jüngsten Angriffen seien in der Region 35 Drohnen abgeschossen worden. Sonntag, 22. März Selenskyj: Schärfer gegen Russlands Schattenflotte vorgehen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert vor den nächsten Verhandlungen mit den USA ein härteres Vorgehen gegen Russland. Gegen Russlands Schattenflotte müsse schärfer vorgegangen werden, schreibt Selenskyj auf der Plattform X. Zudem müssten Russland Öleinnahmen entzogen werden. "Einnahmen geben Russland ein Gefühl der Straffreiheit und die Möglichkeit, den Krieg fortzusetzen. Deshalb muss der Druck anhalten und die Sanktionen müssen greifen." Russlands Schattenflotte dürfe sich nirgends sicher fühlen. "Tanker, die dem Kriegsbudget dienen, können und müssen gestoppt und blockiert werden." Selenskyj: Putin profitiert von einem langen Krieg im Iran Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fürchtet um die Konsequenzen des Iran-Kriegs für die Situation seines Landes. "Ich habe ein sehr ungutes Gefühl, was die Auswirkungen dieses Krieges auf die Lage in der Ukraine angeht und was den Fokus der USA betrifft – der liegt leider mehr auf dem Nahen Osten als auf der Ukraine", sagte Selenskyj in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview der britischen BBC. "Unsere diplomatischen Treffen, die trilateralen Treffen werden ständig verschoben. Dafür gibt es einen Grund: den Krieg im Iran." Für den russischen Präsidenten Wladimir Putin sei ein langer Krieg im Iran "ein Plus". Neben den hohen Energiepreisen bedeute er auch eine Erschöpfung von Ressourcen. "Für Putin ist es von Vorteil, dass die Ressourcen nicht an die Ukraine gehen", sagte Selenskyj laut BBC. "Er muss uns schwächen, und das ist ein langer Prozess. Der Nahe Osten ist einer der Wege, das zu erreichen." Es werde definitiv einen Mangel an Patriot-Raketen geben, die für die Ukraine bei Bedarf zugänglich sein könnten. Ältere Meldungen zum Krieg in der Ukraine finden Sie hier .
