E-Auto mit Range Extender: Warum Elektroautos wieder Verbrenner haben
Totgeglaubte Technik feiert ein Comeback: Vor allem aus China drängen E-Autos mit Reichweitenverlängerer nach Europa. Wie das System funktioniert, warum es die Angst vor dem Liegenbleiben nimmt und wo die Haken liegen. Die Technik galt in Europa bereits als überwunden. Doch was Pioniere wie der BMW i3 vor Jahren begannen, kommt nun zurück auf die Straßen: das Elektroauto mit Range Extender. Ist der eingebaute Stromgenerator die lang ersehnte Antwort auf die ewige Reichweitenangst oder nur ein teurer Umweg? Warum setzen Hersteller auf diese Technik? Der Reichweitenverlängerer ist ein kleiner Verbrennungsmotor , der im Elektroauto als Notstromaggregat fungiert. Technisch unterscheidet er sich von gängigen Plug-in-Hybriden. Denn der Verbrennungsantrieb setzt nicht die Räder in Bewegung. Er treibt stattdessen einen Generator an, der Strom erzeugt, sobald die Batterieladung zur Neige geht oder zusätzliche Energie benötigt wird. Das Fahrzeug wird weiterhin allein durch den Elektromotor angetrieben. Das Konzept, das in Europa bereits durch frühere Elektroautos bekannt wurde, erlebt eine Renaissance. Die Gründe für das Comeback sind pragmatisch: Geringere Kosten: Da ein kleinerer Akku verbaut werden kann, ist das Fahrzeug oft günstiger in der Anschaffung und es werden weniger knappe Rohstoffe benötigt. Höhere Reichweite: Der Zusatzmotor nimmt den Fahrern die Sorge, mit leerem Akku liegenzubleiben. Das ist wichtig in Regionen mit lückenhafter Ladeinfrastruktur. Elektro-Fahrgefühl: Da der Antrieb rein elektrisch bleibt, profitieren Fahrer von leisem Anfahren und dem spontanen Drehmoment eines Stromers. Wo liegen die Nachteile des Systems? Trotz des praktischen Nutzwerts gilt der Range Extender als Übergangstechnologie mit systembedingten Schwächen: Geringerer Wirkungsgrad: Die Kette von der Kraftstoffverbrennung zur Stromerzeugung und schließlich zur Bewegung ist weniger effizient als ein rein batterieelektrischer Antrieb. Zusätzliche Komplexität: Das Auto schleppt weiterhin Verbrennungstechnik mit sich herum, was Wartung, Abgase und Geräusche verursacht. Verlust an Bedeutung: Je leistungsfähiger reine E-Autos und deren Ladeinfrastruktur werden, desto schwächer wird das Argument für den eingebauten Generator. Am Ende bleibt der Range Extender ein technologischer Kompromiss. Er ist die pragmatische Antwort für alle, die elektrisch fahren wollen, aber der Ladeinfrastruktur noch nicht trauen. Doch die Uhr tickt: Mit jeder neuen Batteriegeneration, die schneller lädt und weiter kommt, verliert das Notstromaggregat an Bedeutung. Und das könnte auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt gelten.
