Polizei kassiert Dutzende Autos am Car-Freitag ein
Donnernde Auspuffe, aufheulende Motoren und polierte Karren: Etliche hochgerüstete Autos hat die Polizei am Karfreitag beim sogenannten Car-Freitag kontrolliert. Eine Bilanz. Am sogenannten Car-Freitag hat die Polizei in Baden-Württemberg Hunderte aufgemotzte Autos kontrolliert. Dabei seien mindestens 30 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen worden, teilten mehrere Präsidien mit. Rund 480 Autos nahmen die Beamten genauer unter die Lupe, darunter in Stuttgart, Reutlingen, Mannheim, Heilbronn und Offenburg. Auf einer Bundesstraße bei Nürtingen beobachtete die Polizei, wie die Fahrer von zwei hochmotorisierten Sportwagen sich ein Rennen lieferten und dabei teilweise auf mehr als 200 Kilometer pro Stunde beschleunigten. Die Ermittler wollte die beiden stoppen, doch eines der Fahrzeuge raste auf der Autobahn in Richtung München davon. In dem zweiten Wagen hat den Angaben zufolge ein 21-Jähriger gesessen. Gegen ihn wird nun ermittelt. Wegen illegalen Tunings, oder wie die Beamten es formulierten nicht zulässigen technischen Änderungen an Autos, kassierten die Beamten allerhand Fahrzeuge ein. Beispiele für Verstöße: Nicht eingetragene Spiegelklappen, verbotene Distanzscheiben auf den Felgen, Leistungssteigerungen von Motoren, beispielsweise durch Eingriffe in die Software des Autos. "Unser Ziel ist nicht die Schikane von Autoliebhabern, sondern die konsequente Bekämpfung von Gefahren im Straßenverkehr", zitiere das Polizeipräsidium Stuttgart ihren selbst ernannten Tuning-Experten, Dimitrios Bastounis. Auto in Offenburg hat 200 PS zu viel Auch in Baden wurden diverse Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. In Offenburg musste etwa ein Tuner zusehen, wie die Polizei sein auf mehr als 800 PS getuntes Sport-Coupe auf einen Abschlepper lud. Eigentlich hätte der Wagen nur 610 PS, sagte eine Polizeisprecherin. Nun soll ein Sachverständiger sich den Wagen überprüfen. Die Beamten des Präsidiums Offenburg führten am Freitag 83 Kontrollen durch. Bei denen etwa einem Drittel (25 Fahrzeuge) hatten die Beamten etwas zu beanstanden. Zudem zählten die Ermittler weitere Verstöße, wie nicht angeschnallte Fahrer oder Telefonieren am Steuer. Autofahrer soll sich Papiere selbst gebastelt haben Wegen eines Heckspoilers geriet ein Autofahrer in das Visier der Beamten in Tauberbischofsheim. Bei der Kontrolle legte der Fahrer den Polizisten eine gefälschte Betriebserlaubnis für den Aufbau an dem Heck seines Wagens vor. Er habe das Dokument "vermutlich selbst herstellt", hieß es in einer Mitteilung. Gegen den Mann werde unter anderem wegen Urkundenfälschung ermittelt. Bei Kontrollen in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis wurden 92 Verstöße gemeldet. In fünf Fällen musste die Weiterfahrt gestoppt werden. Fünf Fahrzeuge wurden sichergestellt, wie es hieß. In Stuttgart kontrollierte die Polizei 96 Fahrzeuge, bei denen 53 beanstandet wurden. Die festgestellten Mängel reichten von nicht eingetragenen Rad-Reifen-Kombinationen über unerlaubte Veränderungen an der Abgasanlage bis hin zu illegalen Leistungssteigerungen. Car-Freitag traditionelles Treffen der Tuningszene Traditionell versammeln sich an Karfreitag an in vielen Orten in ganz Deutschland viele Auto- und Tuning-Enthusiasten, um sich gegenseitig ihre getunten Fahrzeuge zu präsentieren. Seit 2022 kontrolliert die Polizei an diesem Tag verstärkt die Autoposer. Die Szene betrachtet den Car-Freitag als Startschuss für ihre Sommersaison.
