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Versicherungen: Welche am häufigsten abgeschlossen werden

Die Deutschen gehen auf Nummer sicher und schließen mehr Versicherungen ab. Doch eine Sparte kann von der gestiegenen Nachfrage nicht profitieren. Ob Haus, Auto oder Gesundheit: In einer zunehmend als gefährlich empfundenen Welt scheinen viele Deutsche in ihrem Alltag verstärkt auf Sicherheit zu setzen. So hat die Verbreitung bestimmter Versicherungen in den vergangenen Jahren stark zugelegt, andere hingegen verlieren an Bedeutung. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Basis der alle fünf Jahre erscheinenden Einkommens- und Verbraucherstichprobe des Statistischen Bundesamts. "Die Menschen in Deutschland legen großen Wert auf Sicherheit, das zeigt sich besonders in der Schaden- und Unfallversicherung", kommentierte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen das Ergebnis. Vor allem kurzfristige und konkrete Risiken würden von den Menschen heute stärker abgesichert. Haftpflichtversicherung hat fast jeder Stark an Bedeutung gewonnen hat die private Haftpflichtversicherung. Mit dieser lassen sich Schäden gegenüber Dritten, die existenzbedrohende Kosten auslösen können, absichern. Knapp 90 Prozent der Deutschen verfügen mittlerweile über eine entsprechende Police – das sind deutlich mehr als noch fünf Jahre zuvor (82,8 Prozent). Vor allem bei jüngeren Menschen verzeichneten die Versicherer eine höhere Nachfrage. Auch Kfz-Versicherungen (81,2 Prozent) sowie Hausratversicherungen (78 Prozent) sind in der Bevölkerung weitverbreitet. Deutlich zugelegt hat auch die Verbreitung von Rechtsschutzversicherungen. Fast jeder zweite Deutsche (49,8 Prozent) ist mittlerweile gegen juristische Streitigkeiten abgesichert – das sind 3,5 Prozentpunkte mehr als noch 2018. "Risiken werden zunehmend ernst genommen, eine breitere Basisabsicherung wird zur Selbstverständlichkeit", so Asmussen. Den größten Bedeutungszuwachs erlebten allerdings private Krankenzusatzversicherungen, wie Krankengeld-, Auslandsreisekranken-, Krankenhauszusatz- oder Zahnzusatzversicherungen. Vor allem Zahnzusatzversicherungen gelten als beliebt. Versicherung Verbreitungsgrad 2018 Verbreitungsgrad 2023 Haftpflichtversicherung 82,8 % 89,2 % Kfz-Haftpflicht- und/oder Kaskoversicherung 80,9 % 81,2 % Hausratversicherung 75,7 % 78 % Rechtsschutzversicherung 46,3 % 49,8 % Zusätzliche private Krankenversicherung 31,6 % 47,5 % Unfallversicherung 41,5 % 39,2 % Kapitalbindende Lebensversicherung 31,9 % 27,7 % Riester- und Basisrentenversicherung 28 % 27 % Berufsunfähigkeitsversicherung 25,6 % 26,7 % Private Rentenversicherung 22,7 % 22,6 % Risikolebensversicherung 17,2 % 18,7 % Private Krankenversicherung 12,3 % 12,3 % Zusätzliche private Pflegeversicherung 8 % 8,7 % Während Sachversicherungen in den vergangenen Jahren deutlich stärker nachgefragt wurden, ist die Lage bei den Personenversicherungen zwiespältig. Einerseits hat die Verbreitung von Berufsunfähigkeits- (26,7 Prozent) sowie Risikolebensversicherungen (18,7 Prozent) in den vergangenen Jahren zugenommen. Andererseits verlieren die Versicherer im Hinblick auf die Altersvorsorge an Bedeutung. Lebensversicherungen verlieren an Bedeutung So haben weniger als 28 Prozent der Deutschen noch eine kapitalbildende Lebensversicherung – das sind rund vier Prozentpunkte weniger als noch fünf Jahre zuvor. Diese Produkte gelten nicht als sonderlich renditeträchtig und haben durch Festgeldangebote und ETF-Sparpläne in den vergangenen Jahren starke Konkurrenz bekommen. Auch andere Altersvorsorgeprodukte haben einen zunehmend schweren Stand: So sank die Verbreitung staatlich geförderter Riester- und Rürupversicherungen um einen Prozentpunkt auf 27 Prozent. "Die Ergebnisse zeigen: Durch starre Garantien, wenig Flexibilität und ein geändertes Zinsumfeld haben Vorsorgemöglichkeiten wie Riester zunehmend an Attraktivität verloren", sagte Asmussen. Aus Sicht der Versicherer ist das jüngst vom Bundestag verabschiedete Altersvorsorgedepot folglich ein wichtiger Schritt zur Neuordnung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Einfachere Produkte sowie flexiblere Garantien und Auszahlungsmöglichkeiten könnten die private Altersvorsorge wieder attraktiver machen, erklärte Asmussen. Kritik gibt es derweil am staatlich organisierten Standardprodukt. "Wenn staatliche Angebote strukturelle Vorteile haben, droht eine Verzerrung des Wettbewerbs", warnte Asmussen.