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VW in den USA: Keine neuen Elektroautos und Suche nach einer Identität

Volkswagen wollte in den USA mit Elektroautos wachsen. Doch die Umstände zwingen den Konzern zum Umdenken. Volkswagen wird in den USA vorerst keine neuen Elektroautos auf den Markt bringen. Bis zum Ende des Jahrzehnts bleibt es bei den bereits bekannten Modellen ID.4 und ID. Buzz, bestätigte der Konzern auf Anfrage der "Automobilwoche". Die Entscheidung zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen für Elektromobilität in den USA verändert haben und wie sehr Volkswagen mit seiner bisherigen Strategie unter Druck geraten ist. Ein wesentlicher Grund ist die Politik. Kaufanreize für Elektroautos sind in den Vereinigten Staaten weggefallen, gleichzeitig schaffen Importzölle und ein unsicheres Umfeld zusätzliche Belastungen. Für Hersteller wie Volkswagen wird es damit schwieriger, neue Modelle wirtschaftlich in den Markt zu bringen, zumal Verbraucherumfragen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Modelle wecken . Sinkende Verkaufszahlen Die Marke hat in den USA zuletzt deutlich an Relevanz verloren. 2025 sanken die Verkäufe um 13 Prozent auf 329.813 Fahrzeuge. Besonders gefragt bleiben große SUV – ein Segment, in dem die Marke traditionell erfolgreicher ist als bei Elektroautos. Entsprechend wichtig ist der Atlas, der im Werk Chattanooga produziert wird und zu den meistverkauften Modellen (nach dem Tiguan) zählt. Auf ihn richtet sich ein großer Teil der Hoffnung, das Geschäft zu stabilisieren. Auch deshalb hat Volkswagen das Modell jetzt überarbeitet und vor allem im Innenraum aufgewertet. Andere wichtige Modelle wie Tiguan, Taos und Jetta kommen dagegen aus Mexiko und sind damit von Importzöllen betroffen. Das einzige lokal produzierte Elektroauto , der ID.4, spielt hingegen nur eine kleinere Rolle. Der ID. Buzz, der als emotionales Aushängeschild gedacht war, blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Der US-Kunde verlangt nach Hybriden Während Volkswagen in den vergangenen Jahren stark auf Elektroautos gesetzt hat, entwickelt sich der US-Markt in eine andere Richtung. Reine Stromer tun sich in den USA weiterhin schwer, während Hybridfahrzeuge deutlich stärker gefragt sind. Nach Daten von Cox Automotive hatte 2025 jedes vierte neu verkaufte Auto einen elektrifizierten Antrieb – der Großteil davon waren Hybride. Volkswagen kann diesen Trend bislang kaum bedienen. Die wichtigen Hybridvarianten für Tiguan oder Atlas kommen erst in den kommenden Monaten. Der schleppende Absatz der Kernmarke soll eigentlich durch neue Projekte kompensiert werden, doch auch dort gerät Volkswagen ins Stocken. Konkret: der Neustart der US-Marke Scout. Ursprünglich war geplant, Scout als reine Elektromarke zu positionieren. Inzwischen hat der Konzern den Kurs geändert. Die ersten Modelle sollen nun zusätzlich einen Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer erhalten. Das allerdings bringt neue technische Herausforderungen mit sich. Weil die Fahrzeuge ursprünglich nicht für dieses Konzept ausgelegt waren, müssen zentrale Komponenten nachträglich integriert werden. Das verzögert die Entwicklung und treibt die Kosten. Der Marktstart verschiebt sich erheblich: 2028 soll es erst losgehen. Parallel dazu bleibt auch die Software bei Scout ein Unsicherheitsfaktor. Die Zusammenarbeit mit dem US-Start-up Rivian soll eine neue Generation softwaredefinierter Fahrzeuge ermöglichen. Gerade für Scout wäre sie ein zentraler Baustein. Doch auch hier gibt es Verzögerungen. Stattdessen muss nach aktuellen Informationen erneut die konzerneigene Softwareeinheit Cariad einspringen. Rolle des US-Markts steht infrage Die operativen Probleme verweisen auf eine größere Frage, berichtet die "Wirtschaftswoche": Welche Rolle soll der US-Markt künftig für Volkswagen spielen? Eigentlich war geplant, Nordamerika stärker auszubauen und als Gegengewicht zum China-Geschäft zu nutzen. Dieses Ziel ist zuletzt in weite Ferne gerückt. Der Marktanteil liegt weiterhin bei rund vier Prozent. Und der Fokus auf Verbrenner und Hybridmodelle bedeutet, dass der Konzern mehrere Technologien parallel weiterentwickeln muss – mit entsprechend hohen Kosten. Im Unternehmen wird diese Entwicklung zunehmend kritisch gesehen. Die Aufgabe, daraus eine tragfähige Strategie zu formen, liegt nun bei Nordamerika-Chef Kjell Gruner. Er soll die Marke stärker an den US-Markt anpassen, das Angebot neu ausrichten und die Positionierung schärfen. Neue Elektroautos sollen jedenfalls erst auf Basis der kommenden SSP-Plattform mit leistungsfähigen Batterien und kürzeren Ladezeiten Ende des Jahrzehnts starten – in der Hoffnung, dass der US-Markt dann bereit für Elektromobilität ist. Denn klar ist schon jetzt: Der US-Markt verlangt von Volkswagen andere Antworten als Europa oder China .