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Cupra Raval: VW startet Kleinwagen-Offensive bei E-Autos

Der VW-Konzern bringt eine neue Generation elektrischer Kleinwagen auf die Straße. Den Auftakt macht Cupra und setzt innerhalb der Familie eigene Schwerpunkte. Der Volkswagen-Konzern will im Einstiegssegment der Elektromobilität nun durchstarten. In den kommenden Monaten startet eine Familie kompakter Elektroautos für je unter 30.000 Euro – mit Modellen von VW, Skoda und Cupra. Den Auftakt macht Cupra: Die spanische Marke zeigt mit dem Raval das erste Fahrzeug dieser neuen Generation komplett ungetarnt. Technisch sind die vier Modelle eng miteinander verwandt. Sie basieren auf einer weiterentwickelten Version des modularen E-Antriebsbaukastens (MEB+), der künftig vor allem für kleinere Fahrzeuge angepasst wird und nun über einen Frontantrieb verfügt. Ziel ist es, die Kosten zu senken und gleichzeitig Reichweite und Effizienz zu verbessern. Innerhalb des Konzerns übernimmt jede Marke dabei eine klar definierte Rolle: Skoda soll beim Epiq den Fokus auf Raumangebot und Alltagstauglichkeit legen, Volkswagen positioniert seine Varianten ID. Polo und ID. Cross als elektrische Pendants der bekannten Massenmodelle Polo und T-Cross. Cupra besetzt die emotionalere Nische. Optisch unterscheiden sich die Fahrzeuge deutlich, was unter anderem an den Formen und den unterschiedlichen Türgriffen deutlich wird. Kompakte Maße und eigener Look Mit 4,05 Metern Länge, 1,78 Metern Breite und 1,52 Metern Höhe bewegt sich der Raval im klassischen Kleinwagenformat. Der Radstand von 2,60 Metern fällt vergleichsweise lang aus – typisch für E-Autos –, was vor allem dem Innenraum zugutekommen soll. Gestalterisch setzt Cupra auf eine eigenständige Linie. Die Front ist geprägt von einer flach gezeichneten "Sharknose"-Form und scharf geschnittenen Scheinwerfern. Matrix-LED-Technik ist vorgesehen, ebenso durchgehende Lichtleisten am Heck. Auffällig sind Details wie bündig eingelassene Türgriffe oder ein beleuchtetes Markenlogo, das allerdings an bestimmte Ausstattungspakete gekoppelt ist. Luftkanäle in der Front, speziell gestaltete Räder, ein Heckspoiler und eine aktive Kühlerklappe sollen den Luftwiderstand reduzieren. Konkrete cW-Werte nennt der Hersteller nicht, spricht aber von einem besonders niedrigen Wert innerhalb der eigenen Modellpalette. Innen: Digitale Struktur – mit gezielten Rückkehrern Im Innenraum setzt der Raval auf eine fahrerorientierte Gestaltung. Zentral sind ein 10,25-Zoll-Kombiinstrument hinter dem Lenkrad und ein 12,9-Zoll-Infotainment-Display. Beide Systeme laufen auf einem neuen Android-basierten Betriebssystem, das wie der geliftete Cupra Born über einen App-Store verfügt. Auffällig ist die Bedienlogik: Das Lenkrad verfügt wieder über physische Tasten, ergänzt um zusätzliche Bedienelemente. Unterhalb des Zentraldisplays bleiben die unter VW-Fans umstrittenen berührungsempfindlichen Slider erhalten, etwa für Lautstärke oder Klimafunktionen. VW setzt im Gegensatz dazu im ID. Polo wieder vermehrt auf Schalter . In der Basis sind Sportsitze vorgesehen, darüber hinaus nennt Cupra mehrere Varianten: elektrisch verstellbare Schalensitze mit Memoryfunktion, Ausführungen mit Mikrofaserbezügen aus recyceltem Material sowie sogenannte Cup-Bucket-Sitze mit 3D-gestrickter Polsterung. Je nach Ausstattung unterscheiden sich Form, Seitenhalt und Material deutlich. Die freischwebende Mittelkonsole trennt Fahrer und Beifahrer und schafft Stauraum. Ein spezielles Lichtkonzept soll je nach Fahrmodus die entsprechende Stimmung herstellen: So wirft ein nahtlos in das Armaturenbrett integrierter Projektor anpassbare animierte Grafiken auf die Türverkleidungen. Langer Radstand schafft Platz im Innenraum Der lange Radstand zahlt sich im Innenraum aus. Trotz kompakter Außenlänge bietet der Raval ein Platzangebot, das sich eher an Fahrzeugen aus dem nächsthöheren Segment orientiert. Das zeigt sich besonders im Kofferraum: Mit 430 Litern (ähnlich wie beim ID. Polo) fällt das Ladevolumen für ein Fahrzeug dieser Größe ungewöhnlich groß aus. Möglich wird das unter anderem durch die kompakte Integration von Antrieb und Batterie im Fahrzeugboden, wodurch im Heck mehr Raum zur Verfügung steht. Zusätzliche Details wie ein doppelter Ladeboden oder eine freischwebende Mittelkonsole mit Stauraum zielen auf Alltagstauglichkeit. Mehrere Leistungsstufen, zwei Zellchemien Technisch setzt der Raval auf Frontantrieb und mehrere Leistungsstufen. Die Bandbreite reicht von 85 kW (116 PS) über 99 kW (135 PS) bis hin zu 155 kW (211 PS). Überdies ist eine noch stärkere Variante (VZ) mit 166 kW (226 PS) vorgesehen. Bei den Batterien kommen zwei unterschiedliche Konzepte zum Einsatz. In den Einstiegsversionen verbaut Cupra eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit 37 kWh netto. Diese Variante ist vor allem auf Kosten und Alltagseffizienz ausgelegt. Darüber positioniert sich eine größere Batterie mit 52 kWh netto (NMC-Chemie), die in den leistungsstärkeren Versionen eingesetzt wird. Die Reichweitenangaben liegen – noch vorläufig – bei rund 300 Kilometern für die kleinere Batterie und bis zu etwa 450 Kilometern für die größere Variante. Auch beim Laden unterscheiden sich die Versionen. Die 37-kWh-Batterie lädt mit bis zu eher durchschnittlichen 90 kW Gleichstrom und soll in rund 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Für die 52-kWh-Batterie gibt Cupra bis zu 130 kW an, hier soll derselbe Ladehub in etwa 23 Minuten möglich sein. Wechselstromladen ist in beiden Fällen mit bis zu 11 kW vorgesehen. Zusätzliche Funktionen wie One-Pedal-Driving (Fahrzeug kommt beim Loslassen des Fahrpedals zum Stillstand) oder Vehicle-to-Load sind ebenfalls angekündigt. Letzteres erlaubt es, externe Geräte direkt über die Fahrzeugbatterie zu betreiben. Bei den Assistenzsystemen greift der Raval auf ein breites Set zurück. Dazu gehören unter anderem ein Travel Assist für teilautomatisiertes Fahren, ein Notfallassistent sowie verschiedene Parkfunktionen inklusive automatischem Einparken und Fernsteuerung per Smartphone. Auch eine 360-Grad-Kamera und Systeme zur Überwachung des Umfelds sind vorgesehen. Einige Funktionen, etwa die Kombination aus Parkassistent und Remote-Funktion, kennt man bislang eher aus größeren Fahrzeugklassen. Eigene Akzente beim Fahrwerk Der Raval liegt 15 Millimeter tiefer als die technische Basis des Konzerns, die Spur fällt etwas breiter aus. Zusammen mit einer progressiven Lenkung soll das ein direkteres Einlenkverhalten ermöglichen. Hinzu kommt in der Topversion ein adaptives Fahrwerk (DCC), das sich in mehreren Stufen verstellen lässt: von komfortorientierter Abstimmung bis zu strafferer Auslegung. In den stärkeren Varianten ergänzt ein elektronisches Sperrdifferenzial die Traktion, vor allem beim Herausbeschleunigen aus Kurven. Bei der Bremsanlage setzt Cupra auf ein integriertes System, das Bremskraftverstärker und Stabilitätsregelung kombiniert. Ergänzt wird das durch Fahrmodi mit angepasster Regelstrategie, darunter ein Sportmodus und eine weiter reduzierte Stabilitätskontrolle. Marktstart und Preis Der Marktstart des Raval ist für den Sommer 2026 vorgesehen, gebaut wird er in Spanien . Als Einstiegspreis nennt Cupra rund 26.000 Euro. Entscheidend wird sein, wie sich die weiteren Varianten von Volkswagen und Skoda positionieren. Die Konkurrenz schläft nicht: Renault bringt den elektrischen Twingo für unter 20.000 Euro, Kia hat gerade den EV2 vorgestellt, und auch der Hyundai Inster und kleine Modelle wie der BYD Dolphin Surf sind in diesem preissensiblen Segment unterwegs.