Energiesteuer: So viele Steuern stecken im Preis von Benzin und Diesel
Die Bundesregierung will Benzin und Diesel vorübergehend günstiger machen. Doch wie groß ist der Anteil der Energiesteuer am Spritpreis überhaupt? Die Bundesregierung will Autofahrer und Unternehmen kurzfristig entlasten. Für einen Zeitraum von zwei Monaten soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um jeweils rund 17 Cent pro Liter sinken . Das kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz auf einer Pressekonferenz an. "Damit werden wir sehr schnell die Lage für die Autofahrer und für die Betriebe im Land verbessern", sagte er. Die Entlastung soll sich laut Arbeitsministerin Bärbel Bas auf insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro summieren. Die Regierung erwartet, dass die Mineralölwirtschaft die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergibt. Parallel dazu prüft die Europäische Kommission Maßnahmen gegenüber den Unternehmen. Im Gespräch ist eine Übergewinnsteuer zur Gegenfinanzierung. Nachgerechnet: In diesem Fall lohnt sich das E-Auto wirklich So viel macht die Energiesteuer aus Doch wie viel macht die Energiesteuer bei Benzin und Diesel eigentlich aus? Einen erheblichen Teil. Neben der Mehrwertsteuer und der CO2-Abgabe ist sie der wichtigste Bestandteil des Spritpreises in Deutschland. Diese Kosten verursachen in Deutschland mehr als die Hälfte des Literpreises. Die Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer) ist festgesetzt und beträgt derzeit bei Benzin 65,45 Cent pro Liter, bei Diesel sind es 47,04 Cent. Hinzu kommen weitere Abgaben wie die CO2-Abgabe sowie die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent. Eine Senkung der Steuer würde also die Kosten für Autofahrer spürbar reduzieren – vorausgesetzt, der Vorteil wird auch vollständig an sie weitergegeben. Denn insgesamt setzt sich der Preis an der Zapfsäule nicht nur aus Steuern zusammen: Auch der Einkauf von Rohöl, Transport, Verarbeitung und Margen der Unternehmen fließen ein. Wie stark sich die letztgenannten Faktoren auswirken, hängt von mehreren Einflüssen ab. Der Ölpreis auf dem Weltmarkt spielt ebenso eine Rolle wie der Dollarkurs, da Rohöl international in US-Währung gehandelt wird. Auch politische Krisen oder konjunkturelle Entwicklungen können die Preise bewegen. Zudem beeinflusst der Wettbewerb zwischen Tankstellen den Endpreis. Seit der neuen Spritpreisregel dürfen die Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden, im Tagesverkauf jedoch jederzeit gesenkt werden. Im europäischen Vergleich liegt das Preisniveau in Deutschland häufig höher. Ein Grund dafür sind die vergleichsweise hohen Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe. Einige andere EU-Länder greifen stärker regulierend ein oder erheben geringere Aufschläge.
