Sinkende Steuern auf Benzin und Diesel: Sollte man Sprit zuhause lagern?
Die geplante Steuersenkung könnte Autofahrer durch niedrigere Spritpreise entlasten. Doch lohnt es sich, jetzt Benzin oder Diesel auf Vorrat zu kaufen? Wenn es nach der Bundesregierung geht, könnten die Preise für Benzin und Diesel bald etwas sinken. Die Energiesteuer soll für zwei Monate um rund 17 Cent brutto pro Liter reduziert werden. Laut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll das Autofahrer und Betriebe schnell entlasten. Die Erwartung: Die Mineralölbranche gibt die Senkung weiter. Damit rückt eine Frage in den Fokus: Lohnt es sich, günstigen Sprit auf Vorrat zu kaufen? Übersicht: Das dürfen Sie nicht in der Garage lagern 17 Cent weniger pro Liter: So viel Steuer steckt im Spritpreis Was beim Lagern überhaupt erlaubt ist Grundsätzlich dürfen Privatpersonen Kraftstoff lagern – allerdings nur in begrenzten Mengen. Für Benzin liegt die Grenze in den meisten Fällen bei 20 Litern, für Diesel bei bis zu 200 Litern. Der Unterschied hat technische Gründe: Diesel ist schwerer entflammbar als Benzin. Deshalb gelten hier weniger strenge Mengenbeschränkungen. Welche Kanister erlaubt sind Kraftstoffe dürfen nur in speziell zugelassenen Reservekraftstoff-Kanistern gelagert werden. Diese müssen luftdicht, bruchsicher und entsprechend gekennzeichnet sein. Erkennbar sind sie an ihrer RKK-Zulassung und einem Flammensymbol. Wichtig ist, dass die Kanister den DIN-Normen entsprechen: Für Kunststoffkanister gilt die DIN 16904, für Metallkanister die DIN 7274. Kunststoffkanister sollten außerdem alle fünf Jahre erneuert werden, da sie mit der Zeit spröde werden können. Eine auf dem Kanister eingeprägte Nummer gibt Auskunft über das Alter. Andere Behälter sind ungeeignet – weil sie häufig nicht dicht genug schließen oder den Kraftstoff angreifen können. Warum das Lagern dennoch riskant ist Selbst bei Einhaltung der Vorschriften bleibt die Lagerung nicht ohne Risiko. "Das private Einlagern von Benzin oder Diesel ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch empfehlenswert", sagt Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen. Ein Problem sind austretende Dämpfe. "Bei falscher Handhabung können giftige Dämpfe austreten oder gar ein explosives Luftgemisch entstehen", warnt der Experte. Zudem untersagen viele Vermieter die Lagerung aus Brandschutzgründen. Kaum Ersparnis trotz günstiger Preise Auch finanziell ist das Bunkern wenig attraktiv. Die maximal erlaubten 20 Liter Benzin entsprechen selbst bei kleineren Fahrzeugen oft nur etwa einer halben Tankfüllung. Der mögliche Preisvorteil bleibt entsprechend gering. Wer größere Mengen Diesel einlagert, geht zudem eine Wette auf die Preisentwicklung ein. Ob die Preise nach dem Ende der Steuersenkung tatsächlich steigen, ist offen. Haltbarkeit setzt weitere Grenzen Hinzu kommt ein oft unterschätzter Faktor: Kraftstoffe sind nicht unbegrenzt haltbar. Benzin kann bei luftdichter Lagerung zwar vergleichsweise lange stabil bleiben. Im Fahrzeugtank und bei leichten Undichtigkeiten in einem Benzinkanister nimmt die Qualität jedoch bereits nach ein bis zwei Monaten ab, weil flüchtige Bestandteile entweichen. Der Kraftstoff verliert dadurch an Zündfähigkeit und kann langfristig Probleme verursachen. Noch empfindlicher ist Diesel. Selbst unter guten Bedingungen ist er nur begrenzt haltbar. Grund sind Bakterien im beigemischten Biodiesel, die den Kraftstoff zersetzen. Es kann sich eine schlammartige Masse bilden, die Leitungen verstopft und Schäden im System verursacht. Typische Folgen sind Startprobleme oder ein unruhiger Motorlauf.
