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Kleinstes Serienauto der Welt: Hier steht der Peel P50

Er ist kaum größer als ein Spielzeug und wiegt weniger als sein Fahrer: Der Peel P50 hält den Rekord als kleinstes Serienauto der Welt. Ein fahrbereites Original aus den Sechzigern ist heute im niedersächsischen Einbeck zu sehen. Wer neben dem Peel P50 "Trident" steht, zweifelt zunächst an dessen Straßentauglichkeit. Das Auto wirkt wie ein geschrumpfter, ohnehin schon höchst handlicher Kabinenroller. Doch was im Automuseum "PS-Speicher" steht, ist ein Meilenstein des Minimalismus. Mit einer Breite von weniger als einem Meter und einer Länge von gerade einmal 130 Zentimetern ist der Wagen so kompakt, dass er theoretisch in einen herkömmlichen Personenaufzug passen würde. Ein Griff statt Getriebetechnik Die Konstruktion des britischen Herstellers Peel, benannt nach einem Badeort auf der Isle of Man, folgt einer radikalen Logik: Alles, was nicht unbedingt nötig ist, wurde weggelassen. Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, wodurch das Gesamtgewicht auf 60 Kilogramm sinkt. Diese Leichtigkeit ist notwendig, denn das Getriebe verzichtet auf einen Rückwärtsgang. Will der Fahrer wenden oder ausparken, nutzt er einen Metallgriff am Heck und zieht das Auto wie einen Rollkoffer in die gewünschte Richtung. Im Inneren herrscht drückende Enge. Außer dem Fahrersitz und dem Lenkrad bietet die Kabine kaum Platz: Viel mehr als eine Aktentasche lässt sich zusätzlich zum Fahrer kaum unterbringen. Auch bei der Ausstattung wurde gespart. Es gibt nur eine Tür auf der linken Seite und lediglich einen Außenspiegel auf der rechten Seite. Sicherheitsgurte oder gar Knautschzonen fehlen völlig. Obwohl der Einzylindermotor das Dreirad theoretisch auf bis zu 70 km/h beschleunigt, mahnen Experten zur Zurückhaltung. Durch die instabile Lage auf nur drei Rädern gelten Fahrten mit mehr als 25 km/h als nur sehr bedingt empfehlenswert. "Es ist ein ganz ungewöhnliches Gefühl", schildert Stephan Richter vom "PS-Speicher" das Fahrerlebnis. Ein Mechaniker des Museums hielt den Wagen bei der ersten Begegnung sogar für einen motorisierten Krankenfahrstuhl. Zwei Dutzend sind noch übrig Trotz der bescheidenen Fahrleistungen ist der Peel P50 heute eine gesuchte Rarität. Von den ursprünglich 50 produzierten Exemplaren existieren weltweit vermutlich nur noch zwei Dutzend. Das scheint wenig, ist aber verhältnismäßig viel (nämlich fast die Hälfte). Die übliche Quote bei Verbrauchsoldtimern ist weitaus geringer. Denn der P50 war eigentlich schon immer eine gut gehütete Rarität. Die geringe Stückzahl spiegelt sich in den Marktpreisen wider. Sammler zahlen bei Auktionen mittlerweile weit über 100.000 Euro für ein gut erhaltenes Original. In Einbeck bleibt das winzige Rekordauto jedoch hinter den Mauern des Museums. Zwar bekäme der kleine Peel theoretisch eine Straßenzulassung. Aber wer möchte sich zwischen tonnenschweren SUV in ein Auto zwängen, das kaum größer ist als ein Reisekoffer?