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Spritpreise: E20-Benzin kommt – diese Autos dürfen neuen Sprit tanken

Ein neuer Kraftstoff soll künftig das Tanken günstiger machen. Aber welche Autos vertragen den Sprit? Wer zugreifen kann und wer unbedingt aufpassen muss. An deutschen Zapfsäulen steht ein Wechsel bevor: Ab 2027 bringen Mineralölkonzerne die Sorte E20 flächendeckend auf den Markt. Die EU-Kommission passt derzeit die Richtlinien an, um das Benzin mit 20 Prozent Ethanolanteil europaweit zuzulassen. E20 soll den CO2-Ausstoß der bestehenden Autoflotte senken. Preisvorteil durch Bio-Anteil E20 entlastet Autofahrer finanziell. Weil der Ethanolanteil von der staatlichen CO2-Abgabe befreit ist, kostet der Liter voraussichtlich fünf bis sechs Cent weniger als E10. In Brüssel treibt die EVP-Fraktion das Vorhaben voran. Sie sieht im Biosprit ein Mittel, um den Klimaschutz sofort und ohne neue Infrastruktur umzusetzen. Zudem soll heimisches Ethanol die Abhängigkeit von Energieimporten verringern. Der Technikcheck: Wer darf tanken? Fast alle Modelle von VW, Audi , Skoda, Seat und Cupra ab dem Modelljahr 2016 sind tauglich. Auch die meisten Fahrzeuge von BMW und Mercedes sind bereits gerüstet. Ein Aufkleber in der Tankklappe (Symbol "E20") oder das Bordbuch geben Auskunft. Vorsicht gilt bei Hochleistungsmotoren. Volkswagen schließt 2,0-Liter-Turbomotoren mit mehr als 300 PS ausdrücklich aus. Betroffen sind unter anderem der Golf R und der GTI Edition 50. Bei diesen Triebwerken greift der hohe Ethanolanteil Aluminiumbauteile in den Kraftstoffpumpen an und lässt Dichtungen aufquellen. Es drohen Leckagen und Motorschäden. Grundsätzlich gilt: E20 sollte nur nach Freigabe des Herstellers getankt werden. Und fehlt die Freigabe für E10, ist auch E20 tabu. Allerdings vertragen laut dem Verband der Automobilindustrie 99 Prozent der deutschen Benziner den Sprit ohne Probleme. Eine einfache Faustregel zeigt, ob Ihr Auto dazugehört. Alternative für Dieselmotoren Die Debatte über Biokraftstoffe erreicht auch den Diesel: Rapsöl liefert fast so viel Energie wie herkömmlicher Treibstoff. Technisch könnten Dieselmotoren das Pflanzenöl problemlos verbrennen. Umstritten bleibt jedoch die Flächennutzung: Die Frage, ob Ackerland für Kraftstoff statt für Nahrungsmittel dienen soll ("Teller oder Tank"), entzündet sich mit E20 erneut.