Gina H. – Verdächtige im Fall Fabian aus Güstrow: Was über sie bekannt ist
Im Mordfall Fabian muss sich Gina H. vor dem Rostocker Landgericht verantworten. Wer ist die Frau, die den kleinen Jungen aus Güstrow mit sechs Messerstichen getötet haben soll? Ihr wird schwer Vorstellbares vorgeworfen: Am 10. Oktober 2025, davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, soll Gina H. den achtjährigen Fabian zu Hause in Güstrow aufgesucht, ihn in ihr Auto gelockt und mit ihm zu einem Tümpel im rund 15 Kilometer entfernten Klein Upahl gefahren sein. Dann soll sie ein Messer gezückt, den Jungen mit mindestens sechs Messerstichen getötet und seine Leiche mithilfe eines Brandbeschleunigers angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Was ist über die Tatverdächtige im Fall Fabian, Gina H., bisher bekannt? Über die 30 Jahre alte Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater, gab es in ihrem Wohnort Reimershagen und in Güstrow von Anfang an viele Gerüchte . Anfang November wurde sie wegen dringenden Tatverdachts festgenommen, am 28. April beginnt der Mordprozess vor dem Landgericht Rostock . Bis ein Urteil fällt, gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung. Mordfall vor Gericht: Fall Fabian aus Güstrow – Was bisher über den Fall bekannt ist "Das ist das völlig Verrückte an dem Fall": Anwalt von Gina H. äußert sich im Fall Fabian Mordfall Fabian: Gina H. schnell im Fokus der Öffentlichkeit Schon vor ihrer Festnahme war H. in den Fokus der Öffentlichkeit geraten: Im Gespräch mit t-online betonten im November mehrere Bewohner von Güstrow, Gina H. komme ihnen verdächtig vor. Sie beschrieben sie als psychisch labil. Die Trennung von Fabians Vater habe sie nie verkraftet, so wurde im Ort erzählt. Auch der "Spiegel" berichtete Ende März, Gina H. sei psychisch labil gewesen, habe in ihrer Kindheit Schlimmes erlebt. Nach t-online-Informationen wuchs sie bei ihren Großeltern in Reimershagen auf, einem 360-Einwohner-Dorf im Süden des Landkreises Rostock. Dort kümmerte sich Gina H. um ihre Pferde, sie waren ihre große Leidenschaft. Fotos in sozialen Medien zeigen die 30-Jährige in Reitkleidung. Auch an Turnieren soll sie teilgenommen haben. Vor etwa fünf Jahren kam Gina H. laut dem "Spiegel" dann mit Fabians Vater zusammen, der sich zuvor von Fabians Mutter getrennt hatte. Oft habe es Streit in der neuen Beziehung gegeben, auch wegen Fabian. t-online erfuhr aus dem Umfeld von Fabians Familie, Gina H. könnte eifersüchtig auf den Jungen gewesen sein. Der Achtjährige hatte seit der Trennung seiner Eltern erst seit einigen Monaten wieder Umgang mit seinem Vater. Fabian mochte seinen Vater – und er mochte auch Gina H. Im August vergangenen Jahres trennten sich Gina H. und Fabians Vater. Am 9. Oktober – einen Tag vor Fabians Verschwinden – sollen sich die beiden laut einem "Spiegel"-Bericht erneut gestritten haben. Der Inhalt des Streits dürfte vor Gericht eine Rolle bei der Suche nach einem möglichen Motiv spielen. Gina H. will Fabians Leiche gefunden haben Verdächtig machte sich Gina H. für die Ermittler auch durch ihr eigenes Verhalten kurz nach dem Verschwinden des Jungen. Sie gab an, Fabians Leiche am 14. Oktober an dem abgelegenen Tümpel entdeckt zu haben – rein zufällig bei einem Spaziergang, wie sie erklärte. In einem RTL-Interview beteuerte sie kurz darauf ihre Unschuld: "Ich habe ihn geliebt wie mein eigenes Kind und hätte dem kleinen Mann niemals etwas angetan", sagte sie dem Sender. "Dieses Bild, wie er da lag, werde ich nie mehr los. Er sah schlimm aus." Bei der Familie hingegen kamen schnell Fragen auf. Die Cousine von Fabians Mutter, Claudia Kauer, sagte t-online im November: "Warum sollte man zum Spazierengehen ausgerechnet nach Klein Upahl fahren? Das sind zu viele Zufälle." Als Fabians Mutter erfahren habe, wer Fabians Leiche gefunden hatte, sei sie geschockt gewesen. Was sie in dem Moment gefühlt habe, könne man nicht in Worte fassen, sagte ihre Cousine. Fabian aus Güstrow: Zeugenaussagen belasten Gina H. Auch Zeugenaussagen zeichnen ein Bild, das die Aussage eines zufälligen Entdeckens des Leichnams infrage stellt. Nach t-online-Informationen sollen sich zwei Männer bei der Polizei gemeldet und angegeben haben, von Gina H. nachts zu Fabians Leiche geführt worden zu sein, und zwar bereits vor dem offiziellen Auffinden am 14. Oktober. Was sie damit bezweckt haben könnte, ist eine von vielen offenen Fragen. Laut "Spiegel" soll Gina H. zudem im Internet recherchiert haben, ob Wildschweine Leichen fressen. Ein Beamter der Polizei gab dem Bericht zufolge sinngemäß zu Protokoll, Gina H. habe nach dem Leichenfund in seinen Augen kalt und emotionslos gewirkt. Gina H. schweigt – Prozess beginnt Seit ihrer Festnahme am 6. November schweigt Gina H. – das ist ihr gutes Recht. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die 30-Jährige als unschuldig. Am Dienstag (28. April) beginnt der Prozess vor dem Landgericht Rostock. Ein Gutachter soll Gina H. im Vorfeld für schuldfähig befunden haben. Im Prozess wird Gina H. auf Fabians Mutter sowie auf ihren Ex-Partner, den Vater des Jungen, treffen. Beide sollen aussagen. Auch das Verhältnis von Gina H. zu Fabian dürfte eine wichtige Rolle spielen. Das konkrete Motiv wird eine der zentralen Fragen im Prozess sein. Dass Gina H. die Tat gesteht, ist nach t-online-Informationen nahezu ausgeschlossen. Bei einer Verurteilung droht ihr eine lebenslange Haft.
