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Tankrabatt: Bundestag beschließt Steuersenkung ab 1. Mai

Die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel hat die nächste Hürde genommen. Sowohl Bundestag als auch Bundesrat haben zugestimmt. Bundestag und Bundesrat haben dem Tankrabatt ab dem 1. Mai zugestimmt. In knapp einer Woche werden somit die Energiesteuern auf Diesel und Benzin um 14,04 Cent pro Liter sinken. Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine Steuerreduzierung um 16,7 Cent. Die Reduzierung soll bis Ende Juni gelten. Durch die niedrigeren Steuern entgehen dem Staat rund 1,6 Milliarden Euro. Mitte April hatten die Spitzen der schwarz-roten Koalition vorübergehende Steuersenkungen für Autofahrer vereinbart. "Damit werden wir sehr schnell die Lage für die Autofahrer und für die Betriebe im Land verbessern und vor allem für diejenigen, die vor allem aus beruflichen Gründen sehr viel mit dem Auto unterwegs sind", sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU). Für einen durchschnittlichen Autofahrer dürfte der Rabatt in den zwei Monaten einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag bringen. Bundesrat steht noch aus: Bundestag ebnet Weg für Entlastungsprämie an Beschäftigte Kommt Tankrabatt bei Verbrauchern an? Kartellamtschef dämpft Hoffnung auf sofortigen Effekt In einem ersten Maßnahmenpaket war beschlossen worden, dass Tankstellen nur noch einmal täglich, und zwar um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Außerdem hatte das Kartellamt mehr Befugnisse erhalten. Einen durchschlagenden Effekt auf die Preise hatten diese Maßnahmen zunächst aber nicht. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, dass die volle Steuerersparnis weitergegeben werden soll. Der Verband wies aber darauf hin, dass dies auch von anderen Preisentwicklungen überlagert werden könne. Der CDU-Abgeordnete Matthias Hiller sagte im Bundestag, die Koalition reagiere schnell und zielgenau. Der AfD-Politiker Kay Gottschalk dagegen nannte den Tankrabatt einen "Tropfen auf den heißen Stein". Er gelte nur zwei Monate und laufe pünktlich zur Ferienzeit aus. Preissprung bei Spritpreisen Die Ölpreise waren wegen der Blockade der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus stark gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags lagen sie laut ADAC für Super E10 bei 2,074 Euro pro Liter, für Diesel bei 2,150 Euro. Das waren rund 30 beziehungsweise rund 40 Cent mehr als vor Kriegsbeginn. Einen Tankrabatt gab es vorübergehend bereits im Jahr 2022 als Reaktion auf die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöste Energiepreiskrise. Damals wurde die Steuer auf Benzin um 35 Cent gesenkt, bei Diesel um 17 Cent. Es gab aber Zweifel daran, dass dies komplett an die Verbraucher weitergegeben wurde. Kommen weitere Maßnahmen? Der Bundestag ebnete außerdem den Weg für eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro , die Arbeitgeber bis zum 30. Juni 2027 zur Abfederung gestiegener Preise an Beschäftigte zahlen können. Im Bundesrat soll dies am 8. Mai beraten werden. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung von Arbeitgebern. Wirtschaftsverbände reagierten sehr zurückhaltend: Aufgrund der schwachen Konjunktur könnten sich viele Firmen eine solche Prämie nicht leisten. Umstritten sind in der Bundesregierung weitere Maßnahmen, falls der Iran-Krieg länger anhalten sollte und es zu weiteren Belastungen der Verbraucher käme. Die Inflationsrate ist bereits gestiegen. Die Bundesregierung halbierte zudem ihre Konjunkturprognose und rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent. Kritik kommt unter anderem von den Grünen Die SPD fordert eine Übergewinnsteuer auf kriegsbedingte Extraprofite der Mineralölkonzerne. Dafür braucht die Bundesregierung aber die Zustimmung der EU-Kommission, die derzeit keine Pläne dafür hat. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt eine Übergewinnsteuer ab, ebenso wie einen von der SPD geforderten Spritpreisdeckel. Reiche hatte betont, der Staat werde Unternehmen und Haushalte nicht dauerhaft vor höheren Spritpreisen schützen können. Sollte die Krise anhalten, solle die Bundesregierung mit Augenmaß agieren und staatliche Maßnahmen gezielt einsetzen, um diejenigen zu unterstützen, die zum Beispiel auf ihr Auto angewiesen sind. Reiche sprach sich bereits für eine temporäre Anhebung der Pendlerpauschale aus. Der Grünen-Politiker Andreas Audretsch kritisierte im Bundestag, dass der Tankrabatt den Verbrauch fossiler Energien fördere. Die Klimaschutzinitiative Fridays for Future protestierte mit einem bundesweiten Aktionstag gegen die Politik der Bundesregierung.