Hannover: Volkswagen in der Krise – VW-Werk wird zum Sorgenkind
Das VW-Werk in Hannover steigert zwar die Produktion – doch intern gilt der Standort weiter als zu teuer. Neue Zahlen zeigen: Die Probleme sind größer als gedacht. Das Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover gerät zunehmend unter Druck. Obwohl der Standort zuletzt mehr Fahrzeuge gebaut hat, verfehlt er nach Konzernangaben weiterhin wichtige Kostenziele. Das berichtet das "Handelsblatt". Intern zähle das Werk damit zu den größten Problemfällen unter den deutschen VW-Standorten. In Hannover fehlen demnach entscheidende Stückzahlen. Zwar laufen hier mit dem Multivan und dem Elektro-Bulli ID.Buzz zwei wichtige Modelle vom Band. Doch ein echtes Volumenmodell gibt es nicht mehr – seit Volkswagen die Transporter-Produktion teilweise in die Türkei verlagert hat, so das "Handelsblatt". Das wirkt sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit aus. Je weniger Fahrzeuge produziert werden, desto höher sind die Kosten pro Auto. Genau das wird für Hannover nun zum Problem. Standort unter Beobachtung Im Konzern steht das Werk deshalb unter verschärfter Beobachtung. Volkswagen überprüft seine Fabriken derzeit regelmäßig und vergleicht Kosten, Auslastung und Effizienz. Hannover gehört dabei zu den Standorten, die intern als besonders teuer gelten. Die Ansage aus Wolfsburg ist klar: Wenn Werke ihre Ziele nicht erreichen, wird ihre Zukunft neu bewertet. Spätestens bis Ende 2026 müssen die Standorte liefern – sonst drohen harte Diskussionen, berichtet das "Handelsblatt". Autoindustrie: Chinesische Autos aus VW-Werken? Lies bringt neuen Plan ins Spiel Konzern kämpft mit Überkapazitäten Hinter den Problemen steckt ein größeres Thema. Volkswagen hat insgesamt zu viele Produktionskapazitäten: Rund eine Million Fahrzeuge mehr könnten gebaut werden als aktuell benötigt werden. Deshalb prüft der Konzern verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören Kooperationen mit neuen Partnern, die Verlagerung von Produktion oder auch neue Nutzungen für einzelne Werke.
