KVB: Duo fährt von Köln mit der 18 bis nach Istanbul – für Straßenhunde
Zwei Influencerinnen setzen den Traum aus dem Karnevalssong "Mit der 18 bis nach Istanbul" um und retten damit Hunde in Not. Donnerstagabend, 17 Uhr, an der KVB-Haltestelle Boltensternstraße: Sophia und Madeleine steigen in die Linie 18. Ihr Ziel: Istanbul, die türkische Metropole am Bosporus. Ganz so, wie es sich Jürgen Milski im legendären Karnevalsklassiker immer erträumt, aber dann doch nie getan hatte. Drei Nächte und rund 2.500 Kilometer später kommen die beiden am Sonntagmorgen tatsächlich am Bosporus an. Die Idee dafür entstand vor rund zwei Jahren, zunächst halb im Scherz. Madeleine, die lange in Köln wohnte, und Sophia, die im Umland aufwuchs, kannten das Lied von Milski natürlich. Irgendwann tippten sie die Route bei Google Maps ein. Das Ergebnis: von Köln bis Istanbul benötigt man mit dem ÖPNV 20 bis 25 Stunden, bei Bus und Bahn kann ja immer etwas dazwischenkommen. Dann kam das lange erste Maiwochenende 2026 – und damit die perfekte Gelegenheit. Von der Boltensternstraße ging es für die beiden am Donnerstagabend zunächst mit der KVB-Linie 18 zum Kölner Hauptbahnhof , von dort per ICE nach Stuttgart. Dann weiter im Nachtzug bis nach Zagreb (Kroatien), wo sie den Tag für einen Städtetrip nutzten. Rund 300 Euro kostete die Fahrt pro Person Dann ging es weiter mit einem Nachtbus in die bulgarische Hauptstadt Sofia für den nächsten Zwischenstopp – bevor die beiden Frauen von einem türkischen Nachtbus am Sonntag bis nach Istanbul gebracht wurden. Gesamtkosten für sämtliche Tickets: rund 300 Euro pro Person. "Als wir in Istanbul ankamen, waren wir überrascht, wie fit wir da plötzlich wieder waren", berichtet Madeleine der Kölner Lokalredaktion von t-online. Die oft langwierigen Grenzkontrollen zwischen den einzelnen osteuropäischen Ländern hätten während des Roadtrips besonders geschlaucht. Als junge Frauen allein im Ausland, nachts an Grenzübergängen warten – fühlt man sich da nicht unsicher? Madeleine meint dazu: "Fast alles, was dir als Frau im Ausland passieren kann, kann dir auch in Deutschland passieren." Sie würden auch sonst viel mit Fernbussen fahren und hätten dabei viele gute Erfahrungen gemacht. Deshalb seien sie auch ohne Angst auf diese Reise gegangen. Zusammen reisen schweißt zusammen Auf dieser Reise hätten die beiden viele nette Menschen getroffen. In besonderer Erinnerung sind Madeleine die Busfahrer auf der Strecke zwischen Zagreb und Sofia geblieben: "Die waren großartig: Vor jedem Grenzübergang kamen sie zu uns und baten uns, unsere Jacken anzuziehen – sonst würde uns beim Warten im Freien doch noch zu kalt." Schön sei auch das Erlebnis der letzten Etappe nach Istanbul gewesen. Madeleine: "Wir waren nur fünf Passagiere. Am Ende kannten sich alle bestens, weil wir ja zwei Stunden am Grenzübergang zusammen herumstanden und uns unterhielten." Hinter der Reise der beiden "Roadbunnies", wie sich Madeleine und Sophia auf Social Media nennen, steckt ein ernstes Anliegen. Mit ihrer Reise nach Istanbul werben die beiden für Spenden für das Projekt Notpfote, das sich für türkische Straßenhunde einsetzt. Spenden für Straßenhunde in der Türkei Nach dem verheerenden Erdbeben in der Provinz Hatay und der Stadt Antakya, bei dem im Jahr 2023 Zehntausende Menschen starben, hat sich dort auch die Situation für Straßenhunde massiv verschlechtert, berichten Tierschützer. Viele Haustiere verloren ihre Herrchen und ihr Zuhause, irren seitdem in der Region umher. Seit dem Beben hat die Straßenhund-Population dramatisch zugenommen, die lokalen Behörden wirken überfordert. Über einen Spendenlink in den Instagram-Storys der "Roadbunnies" wurde während der Reise Geld für die Tierschutzorganisation gesammelt, Kooperationspartner der beiden Reise-Influencer wurden zudem gebeten, mindestens zehn Prozent ihres Honorars zusätzlich in den Spendentopf der Tierschützer einzuzahlen. Welche Summe genau damit zusammenkam, könne man derzeit nicht sagen, so Madeleine. Den Rückflug nach Deutschland traten die beiden am Montagabend an. Ihr nächster Trip ist bereits geplant: Ende Juli geht es für die "Roadbunnies" nach Moldau. Dann aber wieder mit dem selbst zusammengeschraubten Auto.
